02. Juli 2010 um 01:56 |
Ich habe darüber nachgedacht meinen Job hinzuwerfen. Es ist mir nicht leicht gefallen und es ist noch nicht dabei. Es gab Dinge, mit denen ich nicht mehr klar gekommen bin. Ich bin niemand, der wegen jeder Kleinigkeit herumheult, ich sauge Probleme auf, versuche sie zu verarbeiten, doch nicht immer ist es möglich. Wenn ich nicht ausdrücken kann, was ich fühle, was in mir vorgeht, wenn ich es nicht in Worte packen kann. Ich brauche Freiheit. Viel Freiheit. Es wird eine große Rolle spielen, ob ich bleibe oder nicht. Neben all den anderen Dingen, die wir gerade ausarbeiten.
Man bemüht sich um mich. Meetings, Essen, lange Mails. Es fühlt sich gut an, aber es wird noch nicht ausreichen. Zu oft war ich in einem Loch, aus dem man mir herausgeholfen hat, nur damit ich wieder abrutsche. Meine Werte, meine Einstellungen und Vorstellungen. Es ist nicht wegen dem Geld. Es ist wichtiger geworde. Aber nicht wegen mir, sondern weil ich Menschen unterstützen möchte, die ich gut finde. Weil so viele Digne sehe, die nicht gemacht werden können, weil in dieser beschissenen Welt kein Platz für sie ist. Wenn man nicht das Glück hat an einen Spinner zu geraden, kann man versuchen durch den Sumpf der Bürokratie zu waten. Natürlich gibt es Dinge, die ich mir gerne leisten würde. Doch was mein Leben nicht erheblich vereinfacht muss ich nicht haben. Ich bin nicht der Mittelpunkt der Welt. Außer der meinen. Ich will die coolen Sachen machen. Mit den Leuten, die ich mag.
Der Juli wird ein wichtiger Monat. Eine Auszeit. Alltag eines anderen Leben. Ich freue mich auf sie.
Zeit zum Nachdenken.
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22. Juni 2010 um 17:55 |
Ich sollte nervös sein. Der Gedanke, dass es schief gehen könnte. Irgendwas.
Vor vier Tagen habe ich angefangen zu lernen. In der Vorlesung war ich kein einziges Mal, sodass ich den Professor, das erste Mal bei der Prüfung selbst getroffen habe, was ich schade finde. Ein netter Mann mit einer ähnlichen Einstellungen zum Studium, wie ich. Er spricht selten konkret, lässt vieles offen, ich unterstelle ihm, dass es Absicht ist. Er möchte, dass die Studierenden selbst denken. Dass sie nicht nur für die Prüfungen lernen, damit sie die Punkte bekommen, sondern dass sie verstehen, worum es geht. Sie sollen lernen eigene Gedanken zum Thema zu machen und dennoch wissenschaftlich zu bleiben.
In den letzten Monaten habe ich viel negative Stimmung rund um mein Studium gemacht. Das meiste zurecht. Aus meiner Sicht. Jedoch habe ich mich damit selbst hinuntergezogen. Ich habe nicht mehr gesehen, was es für gute Seiten gibt, was ich schon alles gelernt habe, warum ich das Ganze wirklich mache. Natürlich spielen meine Eltern eine Rolle, natürlich möchte ich gewissen Personen beweisen, dass ich das hinbekomme und natürlich kann es am Arbeitsmarkt wichtig werden. Außerdem sind viele Menschen in einem Denken verhaftet, das sie mich nur ernst nehmen lässt, wenn ich den Abschluss habe. Oder im Fernsehen auftrete. Doch irgendwo tiefer befindet sich das Verlangen Dinge besser zu verstehen. Dinge einordnen und analysieren zu können. Mein Wissen, das ich tagtäglich ansammle ausdrücken und überprüfen. Es weitergeben und mit anderen vergrößern. Für die Menschheit. Und für mich. Es gibt gute Professoren mit großartigen Denkansätzen. Sie stoßen mich immer wieder von der Klippe und helfen mir Dinge aus anderen Perspektiven zu sehen. Sie geben mir die Worte, um zu beschreiben, was seit langer Zeit undefinierbar durch meinen Kopf schwebt. Ich mag das Studium.
Vier Fragen, drei und nur drei davon müssen beantwortet werden. Ich schreibe über das Zusammenspiel von Medien und Gesellschaft, Internetkultur und Medienkompetenz. Zwischendurch denke ich an die Arbeit. Wann ich das letzte Mal etwas getan habe, das mich interessiert hat. Es sieht schlecht aus. Ich habe getan, was ich gut kann nicht, was ich gern mache. Manche Aufgaben haben mich herausgefordert, aber selten auf eine angenehme Weise. Meist unter Zeitdruck mit Menschen, die nicht verstehen, was ich mache und es dementsprechend nicht wertschätzen. Ist doch alles ganz einfach. Warum dauert das so lange. Das sieht scheiße aus. Manchmal waren es Dinge, die ich weder kann, noch können möchte, noch gerne mache. Aber das hängt auch alles irgendwie zusammen. Nicht, dass man sich nicht um mich bemüht, aber irgendwie funktioniert es nicht mehr. Ich fühle mich fremd, habe schon von vornherein meist eine ablehnende Haltung. Und dann bekomme ich von anderen Seiten Rückmeldungen, dass man gerne etwas mit mir machen würde, dass ich in letzter Zeit so ruhig bin oder dass ich doch zu mehr fähig wäre. Ich bin schlecht im Wünsche ausdrücken. Viel mehr arbeite ich mit Symbolik und Hinweisen, was aber nicht alle Menschen verstehen, verstehen können und somit haben sie gar nicht die Möglichkeit darauf einzugehen. Ich habe versucht mich zu ändern, es aber nicht geschafft. Sollte mich in dem Moment auch nicht beschäftigen. Noch 45 Minuten bis die Prüfung um ist.
Ich ärgere mich wieder, dass ich mich nicht mehr mit den Themen beschäftigt habe. Sie sind spannend und ich würde gerne mehr darüber schreiben. Nach einer Stunde bin ich fertig.
Danach sitze ich noch mit einem Freund am Donaukanal. Wir reden über die Uni und Technik. Zwei der vier Prüfungen werde ich ausfallen lassen. Jetzt geht es erstmal in die Kinopremiere eines Kurzfilm eines anderen Freundes.
Der Juli wird großartig.
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16. Juni 2010 um 23:28 |
Ich sage Dinge zu, die mich zwar weiterbringen aber keinen Spaß machen. Vielmehr sträube ich mich dagegen, glaube nicht, dass es Sinn macht. Zugleich weiß ich, dass es mir hilft. Fuck.
Schreiben um sich selbst zu ertragen. Schaut doch die ganzen Lichter da draußen, wie sie leuchten. Und im Lokal gegenüber sitzen die Menschen. Sie reden miteinander, plaudern, lachen. Manchmal sitze ich auf der Fensterbank, beobachte sie. Aus dem Fenster schauen sie selten. Wenn ich mit Menschen unterwegs bin fällt es mir meist schwer ihnen meine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Sprechen ist eine so langsame Art der Kommunikation. Wenn ich weiß, was ich antworte bevor sie fertig gesprochen haben, bleiben vor jeder Wortübergabe ein paar Sekunden, in denen meine Augen Beschäftigung suchen. Manchmal nach innen gekehrt, meist auf dem Mobiltelefon. Schauen, was die restlichen Menschen in meinem Leben machen. Zu oft ist etwas anderes spannender und ich bin länger weg als gewünscht. Ich muss manchmal nachfragen, was gerade gesagt wurde, es ist mir unangenehm. Doch von den meisten inzwischen akzeptiert. Warum ich es mache, wissen nur wenige. Bis jetzt. Immer noch wenige.
Erinnerungen aus der Schulzeit kommen hoch. Ich grüße sie. Nicht. Damals bin ich oft in meinem Zimmer gesessen. Hätte lernen sollen. Vor mir all die Bücher und Hefte. Ich habe ein paar Aufgaben gemacht, dann die Wand angestarrt, die Decke, etwas gezeichnet. Rausgeschaut und geträumt. In meinen Träumen war ich erfolgreich, beliebt. Meine Noten haben mich nur gerade so vorm ertrinken gerettet. In einigen Fächern war ich Klassenschlechtester. Kleidung hat mich nicht interessiert, meine Eltern haben geschaut, dass ich vollständig gekleidet war, das hat aber nur dafür gesorgt, dass ich keine Löcher und Flecken hatte. Gegen Ende hin musste ich immer öfter Nachhilfe nehmen. Der kleine, wenn auch helle Raum im zweiten Stock über einem Kleidergeschäft. Die Nachhilfelehrerin hatte ganz knochig Finger. Französisch und Latein. Als es vorbei war, bin ich mit einem Freund nach Paris geflogen. Eine großartige Stadt. Wie wahrscheinlich jeder Jugendlicher habe ich mir Gedanken über den Tod gemacht. Während ich mit dem Discman auf dem Balkongeländer gelegen bin. Einfach fallen. Das schreiben hat mir immer wieder geholfen. Und klangen die Texte noch so traurig. Mir gaben sie Kraft. Mitleidsheuchelei. Aber gelesen hatte mich damals fast niemand.
Geld. Vermutlich nervt es mich so, weil es ständig darum geht. Scheiß Universalkommunikation.
Der Satz, der hier gestanden ist, hat keinen Sinn gemacht. Es geht darum, dass ich mich verändere und verändern lasse. Das Hauptthema, sich zu entscheiden wer man ist und dann dabei bleiben. Nur leicht anpassen, weil es sonst unglaubhaft wird. Könnte alles viel einfacher sein, ist es aber nicht. Ich könnte Ich sein. Also, das was ich für komplett richtig halte und wo ich ohne nachzudenken dafür stehen kann. Aber dann hätte ich wohl nicht den Erfolg, den ich habe. Es ist ein Abwägen. Wenn ich mich ein wenig verbiege, kann ich mehr erreichen, nicht nur für mich, sondern für was ich bin, als wenn ich alleine vor mich hinköchle und mir nur von der kleinen Gruppe Gleichdenkender Bestätigung hole.
Am meisten hat es mir bisher gebracht, wenn ich Dinge gemacht habe, vor denen ich Angst hatte.
Langsam komme ich von dem “ich möchte von allen gemocht werden” weg. In Minischritten. Das bedeutet auch Arroganz, das bedeutet, dass ich manche Menschen verletze. Das tut mir weh. Ich merke aber auch, wie es mich oft aufhält, wenn ich meiner Meinung runde Ecken verpasse oder sie für mich behalte. Ständiges Nicken ist nett, aber sorgt oft dafür, dass man erst gehen kann, wenn alle anderen schon weg sind.
Entscheidungen sind meine größten Feinde. Ich schaffe es nicht.
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12. Juni 2010 um 04:10 |
Ich wünschte du wärest hier. Wir könnten durch die Nacht spazieren. Ich dir Geschichten erzählen. Wir würden lachen oder schweigen. Unsere Hände sich vorsichtig umspielend. Ein kleiner Kuss auf deine Wange, deinen Hals, deinen Mund. Ich flüstere dir ins Ohr, wie froh ich bin. Die Nacht ist warm. Die Luft spielt mir unseren Körpern, während ich dir durchs Haar streiche. Nur wir beide. Drei Worte.
Ich erinnere mich an die ersten Nächte. Und die erste Nacht. Wie ungeschickt ich war. Zwei Körper vollgepumpt mit Hormonen. Wir sind es noch immer. Wenn ich dich höre. Deine Stimme lässt mich springen. Ich bin hier. Für dich. Immer.
Zweifeln können die anderen. Ich bin von uns überzeugt. Meine Lippen berühren die deinen. Ich muss mich nicht hinunterbeugen. Meine Arme um deinen Körper. Der Moment. Die Sterne. Kerzen. Ich kann dich richen. Werde da sein. Weil du es bist. Weil ich ganz nah bin, wenn du die Augen schließt. Meine Finger über deine Wange, deinen Hals, deine Arme fahren.
Ich lächle. Bis bald.
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12. Juni 2010 um 03:54 |
Vielleicht sollte ich schlafen. Jedes Wort zieht sich eklig in die Länge und die Sätze lassen mich kochen. Es tut mir nicht gut. Ich muss es erst abschließen bevor ich darüber schreiben kann. All diese Gedanken, die sich vor meine Augen drängen, mir die Sicht erschweren. Seit Tagen lasse ich alles vorbeiziehen. Ich bin noch immer verdammt gut im verstecken.
Wie lange habe ich niemanden mehr angeschrien. Habe ich jemals jemanden hasserfüllt angeschrien? Ich glaube schon. Aber mein Kopf könnte sich täuschen. Wieder einmal. Ich verliere manchmal die Kontrolle. Aus meiner strikten Zero-Inbox Policy wurde ein Stapel an Mails, der jeden Tag anwachst. Ich muss damit aufhören. Wem ich noch nicht geantwortet habe, es tut mir Leid. Ich bin gerade nicht in der Lage. Darüber reden will ich nicht. Nicht jetzt. Irgendwann werde ich zurückblicken, mich wundern und offen darüber sprechen können, doch jetzt zerfrisst es mich einfach und ich lasse es zu.
Scheiß Text. Finde ich auch. Und ich befürchte, dass es nicht besser wird, bis ich etwas verändere. Meinen Entschluss durchziehe. Doch ich kann nichts sagen. Nichts tun. Paralysiere mich selbst. Tag für Tag. Wenn ich nicht aufpasse löst es sich von selbst und ich falle. Kann nicht mehr die Richtung bestimmen. Das wäre mein Untergang. Zumindest ein kleiner. Auf der anderen Seite würde es mich befreien. Ich weiß nicht mehr. Der Kopf. Die Gedanken. Alles Matsch. Alkohol wäre einfacher. Doch zu kurzfristig. Solange ich denke, entschließe ich mich nicht. Und solange ich mich nicht entschließe, denke ich.
Ich sehe den Ausgang und male mir die bunte Welt dahinter aus, aber schaffe es nicht zu gehen. Scheiße.
31. Mai 2010 um 23:26 |
Nachdem ich erneut gestolpert bin. Der Blick in den Terminkalender hat mich zweifeln lassen. An mir selbst, der Fähigkeit mein Leben in den Griff zu bekommen. All die Dinge, die man machen möchte und all die Dinge, die an einem vorbeiziehen, weil man sich nicht aufrafft und anfängt. Stattdessen lasse ich mich treiben und schiebe die Entscheidungen was ich mache vor mir her. Da helfen auch keine Videos über Motivation und die Erkenntnis, das es nicht das Geld ist, das mich antreibt. Vieles erreicht ohne zu wissen, dass ich es wollte. Manchmal komme ich mir wie ein kleiner Junge vor, der durch den Wald läuft und überall glitzernde Dinge findet. Doch anstatt einer Spur zu folgen freut er sich darüber immer wieder neue zu finden. Wo er ist, weiß er schon lange nicht mehr. Rundherum glitzert es, er muss nur endlich losgehen und sich nicht ständig im Kreis drehen und nur zögerlich in eine Richtung gehen. Schade und gut, dass das Leben nicht ganz so einfach ist und mehrere Ebenen besitzt, die sich überschneiden und ineinander verlaufen.
Es tut gut offen über die Dinge sprechen zu können. Der Anfang ist nicht immer leicht, aber man nimmt sich gegenseitig die Ungewissheit. Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen. Es reicht ihre Stimme zu hören, um meine Augen leuchten zu lassen. Die Welt ist nicht mehr so schwer, wie sie noch vor ein paar Minuten schien. All die tollen Dinge schweben durch meinen Kopf. Die Freunde. Die neuen und die Alten. Wie ich mich selbst entwickelt habe. Die Perspektiven. Konkret geworden, was die Zukunft betrifft. Ich liege auf dem Sofa, noch ihre Stimme in den Ohren.
Auch wenn die Worte etwas wirr sind, sollen sie bloß meine Freude ausdrücken. Es fühlt sich richtig an.
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26. Mai 2010 um 18:50 |
Es bleiben immer Spuren.
Oft habe ich davon geträumt reich zu sein. Reich und kalt. Ich würde das Leben verabscheuen und mich über all die Gestalten, die versuchen etwas daraus zu machen, lustig machen. Von Stadt zu Stadt fliegen, in Lofts und Hotels wohnen. Keine Drogen, aber viele Parties. Mit Menschen, die ich nicht kenne und genau deshalb an meinen Gefühlen teilhaben lasse. Manchmal würde ich mich als der gute Retter aufspielen, meist nur als Arschloch, das sich nicht darum kümmert, was es zurücklässt. Weil ich selbst unantastbar bin. Sex würde mich nur interessieren, wenn sie schwer zu erreichen wäre. Nicht, weil sie sich ziert, sondern weil sie mir nicht vertraut. Andere Welten. Die reichen Töchter und Söhne regelmäßig im Regen stehen lassen. Brüche auf vielen Ebenen. Ich wäre einsam und würde es auskosten. Keine Angst. In der Economy Class um am Leben anderer teil zu haben. Manchmal Träume erfüllen. Unbekannt bleiben und so eine Legende kreieren.
Träume ändern sich. Ich kann dieses berechnende Arschloch sein, doch heute ist es vor allem eine Figur, die sich in meinen Texten austobt. Irgendwann bin ich zu dem Punkt gekommen, an dem ich mich entschlossen habe, dass ich nicht alles gemacht haben muss, um es zu erleben. Es reicht aus, wenn ich die Erinnerung daran habe und dich kann ich selbst erzeugen. Sei es durch träumen oder was mir mehr liegt durch schreiben. Nicht nur ich war dabei, sondern auch andere Menschen, die ich wahrscheinlich nie kennen lernen werde. Ein paar. Die ewige Frage nach dem Sinn des ganzen und die Antwort, die man selbst ist. Es gibt viel auf der Welt, das man erreichen kann, aber das meiste wird uns für immer verwehrt bleiben. Sich damit abfinden, dass man nicht in alle Kostüme passt, die einem angeboten werden, die man in den bunten Kisten und an den Wänden sieht. Der Unterschied ist Auswirkung und die Zeit. Kein resignieren, sondern ein entscheiden für einen anderen Weg. Einen gesünderen, der dennoch alle Möglichkeiten hat.
Ich werde nicht zurückblicken und sagen, ich habe nicht gelebt. Sondern ich lebe jetzt. Jedes Wort, das ich tippe erfüllt mich mit dem, was viele suchen indem sie ihm hinterherlaufen. Wenn ich am Abend ihre Stimme höre. Wenn ich aufstehe und meine Augen brennen. Der Streit mit meiner Mutter. Das Abwaschen. Der Straßenbahn nachlaufen. All das ist mein Leben. Ich erlebe Abenteuer. Jeden Tag. In der Welt da draußen und in der Welt hier drinnen. Manchmal vermischt es sich.
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24. Mai 2010 um 17:01 |
Vage Gedanken über einen neuen Lebensabschnitt. Die letzten Jahre waren gut, aber es ist an der Zeit etwas zu ändern. Den ersten Schritt dafür habe ich getan. Was jetzt passiert weiß ich noch nicht. Es war keine leichte Entscheidung und es ist noch keine endgültige gefallen.
Ich habe viel gelernt. Vor allem was ich in meinem Leben nicht machen will. Wie ich nicht werden möchte und was mich an anderen Menschen stört. Aber auch gute Sachen. Wie man mit bestimmten Problemen umgeht. Wie man sich selbst aus einem Graben holt und dass es am Ende gar nicht so schlimm ist. Jetzt sitze ich in einem Café. Hinter mir eine Gruppe nerviger Mädels, die ständig quasseln und sich über alles mögliche aufregen. Vor ein paar Minuten habe ich die Mail abgeschickt. Schon die zweite. Also die Antwort auf die Antwort meiner ersten Mail. Ich habe sehr nüchtern meine Situation erklärt. Wie ich das ganze empfinde und warum ich mir nicht sicher bin, dass es so weitergehen kann.
Es ist nicht so, dass es mir dort schlecht geht, sondern dass sowohl ich als auch die anderen sich weiterentwickelt haben. Nach meinem Gefühl in unterschiedliche Richtungen. Grundsätzlich nichts schlechtes, aber sollte es tatsächlich so sein, muss man sich das eingestehen und bereit sein den eigenen Weg nachzujustieren und dorthin weiterzugehen, wo man sich wohl fühlt. Ich weiß noch nicht, was das für mich genau bedeutet, aber das gilt es in den nächsten Wochen und Monaten herauszufinden.
Meine Freundin unterstützt mich bei der Entscheidung. Sie gibt mir Kraft, die mir in den letzten Tagen manchmal gefehlt habe. Sodass ich bald wieder in meine Richtung gehen kann ohne ständig zu stolpern, mich umzudrehen, unsicher und abhängig zu sein.
Auch wenn mich das ganze sehr mitnimmt, finde ich es wichtig, mich damit zu beschäftigen. Sonst gibt es Stillstand in einer Situation mit der ich nicht zufrieden bin.
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18. Mai 2010 um 00:57 |
Wer mit wirren Sätzen nichts anfangen kann, soll jetzt bitte wegschauen.
Ich stecke fest. Habe mich selbst gefangen in einem zähflüssigen Sirup aus Gedanken, die so sehr ineinander verworren sind, dass ich es nicht schaffe auch nur einen davon zu Ende zu denken.
Muss man nicht verstehen, weil es nur darum geht einen Teil davon loszuwerden. Müsste man auch nicht veröffentlichen, aber das ist mir egal. Gehört alles dazu. Zum Leben. Und so.
Am Abend ein tolles Gespräch mit einem Freund. Dazu leckeres Essen. Perspektiven für die Zukunft. Nachdem ich heimgekommen bin eine wunderschöne Nachricht von Mia. Am liebsten hätte ich mich zu ihr ins Bett gekuschelt und wäre einfach eingeschlafen. Geht im Moment nicht.
Nationales Fernsehen, Internationale Magazine. Im Moment kann ich mich nicht über fehlende Aufmerksamkeit beschweren. Dann noch das Angebot für eine große Zeitung zu schreiben. Einladung zu Kunstveranstaltungen und Interviewanfragen. Alles supi, alles neu. Fuck.
Ich kann es nicht einmal wirklich definieren, was mein Problem ist. Vielleicht geht es mir zu gut und deshalb reite ich auf Kleinigkeiten herum. Es hat sich mit der Zeit entwickelt. Glaube ich. Immer wieder Moment, wo sich mein Innerstes gesträubt hat, ich aber den Mund nicht aufbekam. Wie soll es so jemand mitbekommen? Reagieren? Scheiße. Ich rege mich über mich selbst auf und das nervt mich am meisten.
Im Moment bin ich wieder kurz davor alles hinzuwerfen. Weil ich mir nicht selbst die Schuld geben will. Weil ich das Gefühl habe nicht geschätzt zu werden. Und weil ich weiß, dass das falsch ist. Man versucht mich zu behalten. Ich muss nur sagen, was ich eigentlich will. Ich muss mich entscheiden.
Ich hasse Entscheidungen. Ich hasse es alleine zu sein. Ich hasse.
Wo ist meine verdammte Leichtigkeit hin mit der ich früher durch mein Leben spaziert bin? Nichts und niemand konnte mir etwas anhaben und selbst das Leiden war schön. Ja, das geht. Doch jetzt scheint alles anstrengend, alles nervt, reibt auf. Mein Kopf tut weh. Ich bin nah dran. Am Aufgeben. Kann nicht mehr. Bemitleide mich selbst und möchte nicht, dass es andere tun. Möchte es schon. Weiß es nicht.
Man muss mich hassen. Für alles, was ich habe und was ich daraus mache. Ich tue es auch.
Tränen.
Ich mache mich kaputt. Weil ich mich kaputt mache. Eine Spirale, die sich immer weiterdreht.
Schlafen. Morgen geht die Sonne wieder auf.
Hoffe ich.
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09. Mai 2010 um 16:20 |
Es geht mir gut.
Nur manchmal vergesse ich das. Liege tagelang herum und ärgere mich über all die Dinge, die ich in der Zeit mache. Vor einem Jahr habe ich mit meiner Bakkalaureatsarbeit begonnen. Ich stehe noch immer am Anfang. Ein grober Grundriss, ein paar Quellen. Ich schreibe Arbeiten übers Wochenende, weil ich es nicht schaffe über längere Zeit an einer Sache dran zu bleiben. Abgabetermine ermöglichen mein Weiterkommen. Ich will niemanden sehen und mit niemanden sprechen. Schwimme in einem See Selbstmitleid und Selbsthass. Auch wenn ich diese Worte schreibe, muss ich daran denken, was ihr von mir haltet. Da hat er alles, wovon er geträumt hat und noch mehr und ihm fällt nichts besseres ein, als darüber zu schreiben, was alles nicht funktioniert.
Früher habe ich offen darüber geschrieben, jedes Mal, wenn etwas nicht so geklappt hat, wie es sollte. Ich wollte niemanden damit belästigen, jeder konnte wählen ob er es liest oder nicht. Es ging mir gut damit. Ich konnte wieder frei atmen, sobald ich die Gedanken hinausgelassen hatte. Manchmal kam etwas nettes zurück, manchmal nicht. Dann wurde mir gesagt ich solle damit aufhören. Die Emotionen, zumindest die negativen, würden meinem Vorankommen schaden. Ich habe aufgehört. Nur noch kleine Botschaften, die ich hinausgeschickt habe. Es hat auch funktioniert. Aber nicht gut. Ich möchte das nicht mehr. Möchte nicht mehr Dinge zurückhalten bis sie sich tief in meine Gedanken geätzt haben. Manche werden es nicht verstehen. Damit muss ich zurechtkommen. Vielleicht schadet es dem Bild, das andere von mir haben. Auch damit werde ich zurechtkommen. Der Spinner, der seine Gefühle ins Internet schreibt.
Ich bin keine kaputte Persönlichkeit. Glaube ich zumindest. Nur manchmal habe ich Momente, in denen ich in ein tiefes Loch falle. Ich will niemanden damit belästigen. Schreiben hilft mir wieder heraus zu klettern. Ich spüre schon jetzt, während ich diese Worte schreibe, dass es mir besser geht. Ein bisschen wie ein Sonnenaufgang. Das schreiben hat mich einige Jahre begleitet und ich will, dass es das wieder tut. Es gibt mir halt indem es mir Last abnimmt. Es schafft Struktur, ordnet meine Gedanken. Vieles ist einfacher, als es im ersten Moment scheint.
Lasst die Worte sprießen.
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