wimmern

Kurz vorm durchdrehen. Seit Tagen, Wochen, Monaten. Verfallen in einen Zustand der Stagnation. Spiralen. Immer tiefer. Bis alles festsitzt. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal geweint habe. Ich weiß so vieles nicht. Und ich habe Angst. Angst, dass meine Befürchtungen stimmen. Angst, die mich umschmiegt. Sobald ich meine Hand ausstrecke, schnürt sie meine Kehle zu. Ich erschlaffe.

Alles Ausreden. Ich weiß nicht, wer ich bin, ich weiß nicht, wohin ich will. Ich weiß gar nichts und all die Identitäten sind nichts mehr wert. Wozu baut man sich etwas auf, wenn man es dann nicht nutzen kann? Am meisten hasse ich mich selbst. All die Menschen, die mir sagen, dass ich das nicht soll. Dass mich das nicht weiterbringt. So großartige Menschen. Alle mit ihren Schwächen und Problemen. Aber großartige Menschen. Meine Freundin, die mich trägt. Mich hält. Alle lächeln mich an, wollen mir helfen. Doch wenn ich die Hand ausstrecke.

Nach der Pubertät wird es besser. Die Hormone spielen dann nicht mehr ganz so verrückt. Ich sehe mich wieder auf dem Geländer des Balkons liegen. Ein prägendes Bild meiner Jugend. Alleine. Kopfhörer in den Ohren. Gänsehaut. Vor meinen Augen zieht die Welt vorbei. Traurigkeit.

Das Leben selbst in die Hand nehmen. Jetzt leben. Nicht in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit. Genießen. Ich habe eine wunderbare Frau an meiner Seite, eine Arbeit, wie ich sie mir erträumt habe. Freunde. Ich habe eine gewisse Bekanntheit erlangt. Mein Leben leuchtet. Ich tue es nicht.

Statt mich zu ändern suche ich Gründe. Verantwortung abschieben. Meinen Willen raus lassen. Es muss Dinge geben, die Schuld sind. Die mich einsperren. Doch ich darf es nicht herausfinden, sonst könnte ich mich damit beschäftigen. Könnte mich ändern. Könnte zufrieden sein.

Es zerreißt mich.

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