Selbstbelehrung

Möchte ein bisschen schreien. Schreiben. Habe begonnen an der vorletzten für die Uni zu schreiben. Die Aufgabenstellung nur überflogen und gemacht, was ich bei anderen so oft kritisiere. Das Falsche. Nun muss ich noch einmal anfangen. Ich habe den Großteil der Literatur, doch das Theme läuft mir immer wieder durch die Finger. Bei den anderen hört es sich so toll an, ich habe sofort eine Idee, wie man etwas machen kann, kenne ähnliche Arbeiten und kann weiterhelfen. Doch bei mir selbst bleibe ich stecken. Ich blockiere.

Jemand hat geschrieben, dass man zu viel analysiert und zu wenig tut, wenn man glaubt stecken geblieben zu sein.

Die Dozentin hält mich entweder für ein Genie oder einen Streber. All die Wortmeldungen und daneben gelangweiltes Herumklicken am Laptop. Heute ist ihr ein ‚Internetexperte‘ herausgerutscht. Ich musste innerlich lachen, habe die Frage des Studentin beantwortet und mich wieder dem Monitor zugewendet. Meine Arbeit ist ein einziges Chaos. Dreimal umgeschrieben, aus allen Versionen Fragmente. Dann sitze ich davor. Starre auf die Sätze, lese sie noch einmal, in mir baut sich Aggression auf. Ich möchte wo draufschlagen, balle nur meine Faust. Entspanne mich, stehe auf. Eingesperrt in meiner kleinen Gedankenwelt. Und wieder die Annahme nicht für das System geschaffen zu sein. Nicht zurecht zu kommen. Versagen. Als hätte man das gesamte Leben nichts anderes gemacht.

Jemand hat geschrieben, dass es nur ein Konzept ist, ich mir nicht so viel Stress machen soll.

Immer wieder glücklich über das Internet. Über die Menschen, die mich vor dem Wahnsinn retten. Es ist nur ein Konzept. Meine Selbstkritik treibt mich dorthin, wovon sie mich bewahren will. Den Rest runterschreiben. Ich ignoriere die Literatur und Hypothesen. Irgendwie wird es etwas ganzes. Ich muss es bei meinem Mitbewohner drucken, da ich selbst nie einen Drucker besessen habe. Fünf Seiten. Fünf lächerliche Seiten.

Am Abend treffe ich mich mit Freunden. Wir reden über die Uni. Wir lachen. Ich bin glücklich. Noch ein paar Momente auf dem Weihnachtsmarkt stehen. Wieder das Thema der Arbeit, man diskutiert. Ich bekomme neue Ideen. Die Dinge fangen an Sinn zu ergeben. Ein bisschen. Nicht mehr die Kraft alles zu tippen. Ich behalte es im Kopf. Als ich schon abschalten möchte, noch die Nachricht von Frau Wunderbar. Wir hören uns ein paar Minuten. Es ist nicht mehr lange bis zum Wiedersehen. Nicht in unserer Zeitrechnung. Ihre Stimme füllt mich mit kleinen Herzen. Mein Mund ein Lächeln. Alles entspannt sich. Das Leben ist so viel mehr.

Ich möchte schreiben.

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