Abstürze

Es geht mir gut.

Nur manchmal vergesse ich das. Liege tagelang herum und ärgere mich über all die Dinge, die ich in der Zeit mache. Vor einem Jahr habe ich mit meiner Bakkalaureatsarbeit begonnen. Ich stehe noch immer am Anfang. Ein grober Grundriss, ein paar Quellen. Ich schreibe Arbeiten übers Wochenende, weil ich es nicht schaffe über längere Zeit an einer Sache dran zu bleiben. Abgabetermine ermöglichen mein Weiterkommen. Ich will niemanden sehen und mit niemanden sprechen. Schwimme in einem See Selbstmitleid und Selbsthass. Auch wenn ich diese Worte schreibe, muss ich daran denken, was ihr von mir haltet. Da hat er alles, wovon er geträumt hat und noch mehr und ihm fällt nichts besseres ein, als darüber zu schreiben, was alles nicht funktioniert.

Früher habe ich offen darüber geschrieben, jedes Mal, wenn etwas nicht so geklappt hat, wie es sollte. Ich wollte niemanden damit belästigen, jeder konnte wählen ob er es liest oder nicht. Es ging mir gut damit. Ich konnte wieder frei atmen, sobald ich die Gedanken hinausgelassen hatte. Manchmal kam etwas nettes zurück, manchmal nicht. Dann wurde mir gesagt ich solle damit aufhören. Die Emotionen, zumindest die negativen, würden meinem Vorankommen schaden. Ich habe aufgehört. Nur noch kleine Botschaften, die ich hinausgeschickt habe. Es hat auch funktioniert. Aber nicht gut. Ich möchte das nicht mehr. Möchte nicht mehr Dinge zurückhalten bis sie sich tief in meine Gedanken geätzt haben. Manche werden es nicht verstehen. Damit muss ich zurechtkommen. Vielleicht schadet es dem Bild, das andere von mir haben. Auch damit werde ich zurechtkommen. Der Spinner, der seine Gefühle ins Internet schreibt.

Ich bin keine kaputte Persönlichkeit. Glaube ich zumindest. Nur manchmal habe ich Momente, in denen ich in ein tiefes Loch falle. Ich will niemanden damit belästigen. Schreiben hilft mir wieder heraus zu klettern. Ich spüre schon jetzt, während ich diese Worte schreibe, dass es mir besser geht. Ein bisschen wie ein Sonnenaufgang. Das schreiben hat mich einige Jahre begleitet und ich will, dass es das wieder tut. Es gibt mir halt indem es mir Last abnimmt. Es schafft Struktur, ordnet meine Gedanken. Vieles ist einfacher, als es im ersten Moment scheint.

Lasst die Worte sprießen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich glaube du sprichst eigentlich jedem aus der Seele, sogar wenn man nicht weiß wie es ist zu schreiben.

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