Zukunftismus

Wir sind alle Menschen, machen alle Fehler. Manche mehr, manche weniger. Große und kleine. Wir lügen. Erfinden Dinge und verändern Erinnerungen. Bewusst und unbewusst.

Guten Tag, mein Name ist Looka. Ich arbeite und studiere. Ich bin arrogant. Manchmal. Auf der Suche nach einer nicht existenten Wahrheit und versuche mich selbst zu erschaffen. Unsere Persönlichkeit als solche können wir selbst bestimmen. Wir formen uns und traineren bestimmte Reaktionen. In Extremsituationen, wo angeblich der wahre Charakter gezeigt wird, kommen diese angelernten Mechanismen zum Vorschein. Wir lernen sie durch all die Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen. Wie sieht man einen Menschen. Hilft man der alten Dame oder geht man vorbei. Gibt man Trinkgeld oder sagt man sich, dass man das Geld für einen selbst wichtiger ist. Ist man genüsslich oder stopft man in sich hinein. Macht man eine Sache oder schiebt man sie auf. Geht man freundlich auf jemanden zu oder funkelt man ihn schon aus der Entfernung an. Jede noch so kleine Entscheidung, die wir treffen, oft geleitet von bisherigen Erfahrungen, erzeugt neue Erfahrungen, die uns in Zukunft erneut beeinflussen werden. Dennoch können wir, wenn wir stark genug sind, es uns zumindest sagen und es in Folge auch sind, diese Entscheidungen selbst treffen und somit unseren Charakter beeinflussen. Daher ist es nur eine Ausrede, wenn man sagt, dass man eben so ist. Es zeigt lediglich, dass man sich in der Vergangenheit so verhalten und sich dieses Muster antrainiert hat. Man gewöhnt sich daran und es ist einfacher danach zu handeln als die eigenen Gewohnheiten aufzubrechen und etwas neues auszuprobieren.

Wir leben in einer relativ freien Welt. Können Entscheidungen treffen. Wir müssen nur wollen. „Aber wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich gar nichts wollen. Ich weiß aber, dass alle etwas wollen sollen“. Das Leben relativiert sich so oft und viele bekommen es gar nicht mit. Wir warten auf das morgen, nehmen uns Dinge vor und machen nicht einmal die Hälfte. Unsere Träume schieben wir vor uns her bis wir sagen, dass das gar nicht so wichtig ist. Und dann ist sowieso jeder irgendwie glücklich. Wir haben ja gelebt. Irgendwann. Geile Jugend. Oder Studentenzeit. Ja, doch. Da haben wir Parties gefeiert und so. Wir haben davon gesprochen, was wir einmal werden wollen. Wie wir die Welt verändern und uns nicht dem System beugen. Dass wir anders sind und es immer bleiben werden. Die Vorbilder ein paar Musiker aus längst vergangenen Zeiten. Oder Künstler. Und dann ist uns irgendwann das Geld ausgegangen. Wir haben Jobs angenommen und unser Leben gelebt. Ein Leben im klassischen Sinne. Wir hatten alles, was wir brauchten und lebten unsere Träume im kleinem. Vielleicht. Irgendwann muss man ja auch erwachsen werden.

Doch was heißt dieses erwachsen werden, dass mir immer wieder vorgesetzt wird? Für mich ist erwachsen sein mit Verantwortung übernehmen gleichzusetzen. Verantwortung für sich und andere. Für Verantwortung braucht es Vertrauen. In sich und andere. Doch wenn ich mir selbst nicht mehr glaube, dass ich das umsetze, was ich mir erträume, kann ich mir auch nicht vertrauen, da ich offensichtlich weiß, dass nicht geht, was ich will. Probiert habe ich es nicht. Schließlich weiß ich ja, dass es nicht klappt. Und würde ich es probieren, würde ich mit meinem Versagen nur beweisen, dass ich Recht hatte und somit mir selbst vertrauen kann. Jedoch nicht meinem Optimismus, sondern dem Pessimismus. Womit ich wieder an meiner Persönlichkeit gefeilt habe und in Zukunft noch weniger an meine Träume glauben werde. Diesen Kreis gilt es zu zerstören. Wenn man es will. Man muss es nicht wollen. Ein Leben im klassischen Sinne ist nicht schlecht. Solange es nicht meines ist.

Ich will meine Träume nicht aufgeben. Ich will sie auch nicht mit leeren Phrasen besänftigen, sondern sie auf ein realistisches Niveau heben, das weit weg von der Erfahrung sein kann. Ich will mich entscheiden, was mir wirklich wichtig ist und dennoch wissen, dass ich meine Meinung ändern kann. Nicht von einem Tag auf den anderen. Aber in einem regelmäßigen Prozess meine Routinen neu formen. Zum glücklich sein, muss man nicht seine Träume leben. Man kann sein Leben als Traum verpacken oder es zumindest als solchen hinstellen und schon kehrt das Gefühl der Zufriedenheit ein. Wer im Überfluss hat, muss sich nicht anstrengen. Wer nicht fällt, kann nicht wieder aufstehen. Wer nicht läuft, kommt nur langsam weiter. Wer nicht springt, weiß nicht ob er es geschafft hätte. „Und wir scheitern immer schöner“

Und wenn ich zwei Träume habe, dann habe ich zwei. Wenn ich beide verwirklichen will, werde ich das auch. Da kann man mir noch so oft sagen, dass es schon unrealistisch ist mit einem fertig zu werden. Es ist mir egal. Und wenn die Erfahrung euch immer wieder zu Boden gerungen hat, dann wird sie auch mir ein Bein stellen. Oder zwei. Doch die Zukunft lässt sich nicht voraussagen. Wir wissen nicht einmal, ob wir einen Einfluss darauf haben. Doch wenn wir nichts daran ändern können, spielt es auch keine Rolle ob ich es probiere oder nicht. Und wenn doch, dann bin ich auf der sicheren Seite. Auf der sicheren Seite von etwas seitenlosen. Und die Worte werden sprießen. Wenn der Tag mich davon abhält, werde ich es in der Nacht tun. Vielleicht wache ich nicht mehr auf und vielleicht werde ich tausend Jahre alt. Ich kann nicht auf alles vorbereitet sein und ich kann nicht alles beachten. Ich kann aber das sehen, was ich sehe und das lernen, was mir andere mitteilen und daraus den Weg für mich selbst finden. Einen Weg, der jeden Tag, jede Stunde und Minute angepasst wird und aus der Erfahrung versucht vorherzusagen. Auch wenn die Erfahrung an sich das Ziel ausschließt. Wir sind es, die die Zukunft ändern. Können. Oder auch nicht.

Meine Zukunft. Die Worte und Gedanken.

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