Zwei Monate

Mitten in der Nacht wache ich auf. In meinem Kopf nur ein Gedanke.

Vor über einem Jahr habe ich dich das erste Mal gesehen. Ganz nett, ein guter Mensch. Ich habe dich beobachtet. Stück für Stück kennen gelernt. Vielleicht sind wir uns schon damals näher gekommen, vielleicht bilde ich mir das nur ein.

Monate sind vergangen. Dann hast du nach meiner Hilfe gefragt. Eine Kleinigkeit. Ich habe mich darüber gefreut, dass du mich gefragt hast.

Irgendwann hast du einmal gesagt, dass du dich nicht aufdrängen willst. Ich sagte, dass ich mich immer freue, wenn ich von dir höre. Wir haben das gleiche gedacht, es uns aber nicht getraut zu sagen. Zu groß die Angst etwas kaputt zu machen.

Das erste Treffen. Wir sind in dem kleinen Kaffee gesessen, es war schon spät. Du warst zuvor auf einer Feier und schon leicht angetrunken. Wir haben uns in die Augen geschaut und deine Hand griff nach der meinen.

„Ich mag dich.“

Die Berührung ließ meinen ganzen Körper erzittern. Die Worte ließen jede einzelne Gehirnwindung zusammenzucken.

Stille.

„Ich mag dich auch.“

Minutenlang haben wir uns nur angesehen und gelächelt. Eine warme Nähe, Sehnsucht nach einem Kuss, einer Umarmung. Wir mussten nicht sprechen, um zu wissen was der andere dachte, was wir beide dachten.

Erst in den frühen Morgenstunden brachen wir auf. Jeder alleine. Zum Abschied einen Kuss. So wunderschön wie die aufgehende Sonne.

Am nächsten Tag trafen wir uns wieder. Am Nachmittag im Park. Wir spazierten am See entlang. Der Wind malte kleine Kräusel auf die Wasseroberfläche. Als wir auf der Bank saßen, sagte ich, dass ich Angst hätte, wir würden das falsche machen.

„Ich bist mir zu wichtig, dass ich alles auf spielen setzen will.“

Geschockt sahst du mich an. Konntest nichts sagen. Du willst mich auch nicht verlieren. Es ist unsere Entscheidung, alles was wir machen geht von uns aus. Ob es funktioniert oder nicht entscheiden wir. Wir allein. Lass es uns versuchen. Wir küssten uns.

Die Tage vergingen, wir kamen uns noch näher. Du hast für mich gekocht und ich für dich. Wir haben gemeinsam gekocht. Nächtelang redeten wir, saßen auf dem Balkon, auf der Couch oder im Bett. Gemeinsam einschlafen, gemeinsam aufstehen.

Die Sehnsucht, wenn wir uns eine Nacht nicht sahen, machte uns fertig. Ich rannte, um schneller bei dir zu sein. Du hast auf mich gewartet und wir umarmten uns.

Du schwirrst durch meine Gedanken, wenn ich schlafe, wenn ich wach bin, wenn ich U-Bahn fahre, wenn ich arbeite oder koche. Ich sehne mich nach deiner Nähe, will dich spüren. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht an dich denke.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hui..ein superschöner Text. Wow. Ob nun fiktiv oder real..wunderschön geschrieben..da hat das Mädel dann aber echt richtig, richtig Glück. Glückwunsch zu den 2 großartigen Monaten. :)

  2. Das hört sich wirklich schön an. Ich glaube wir haben schon viel zu lange nicht mehr geredet. Nachholen. Wann hast du Zeit? HIhi :)

  3. Ich kann mich den beiden Mädels nur anschließen. Ein wunderschöner Text. Hört sich nach einer wunderbaren Zeit an. Und obwohl man dadurch Platz für andere Gedanken verliert, möchte man doch an nichts anderes denken.

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