Zwanzigsiebzehn

Hallo Worte. Hallo Tastatur. Hallo Klackern. Hallo neues Jahr.

Ohne Konzept schreiben und sich in den eigenen Gedanken verirren. Sich selbst erlauben. Wichtig. Aufschreiben. Für später. Mich verbindet viel mit dieser Tätigkeit. Dem Dinge ausschreiben. Und hier ist mein geheimer Ort, wo ich es machen kann ohne mir zu viele Gedanken zu machen. Stimmt schon lange nicht her. Als ich das erste Mal darauf verwiesen habe, habe ich ihn zerstört. Aber nur für mich ist auch nicht, was ich will. Ich will wahrgenommen werden und nur für mich schreiben. Leises Lächtern aus den hinteren Reihen. Das letzte Jahr war viel. Aufregend eher nicht. Zerfressend. Aufschabend. Schutzlos umherirren mit wenig Hoffnung und kurz vor dem Aufgeben. Alles, das zählen darf, ist die Familie. Und ich. Der Gedanke an mich war verboten. Als würde man das eine ohne dem anderen abschließen können. Zeit für sich. Energie für sich. Blick für sich. Introperspektive. So viel Zeit totgescrollt, weil ich mich nicht mit dem Leben beschäftigen wollte. Aber ich kenne jetzt wirklich gute Angebote, die schon längst nicht mehr relevant sind.

Unterscheiden was wichtig ist und was nicht. Dinge nicht teilen. Das habe ich nie trainiert. Ich habe weg geschoben. Der Rest stand zu meiner unbeschränkten Verfügung. Im Nachhinein kann man sich alles schön reden. Im Nachhinein. Aber Wiederholung ist super. Ich mag Wiederholungen. Außer bei Filmen. Oder Serien. Einmal schauen reicht. Meist. Und kippe ich wieder rein, kann ich nicht mehr aufhören. Nicht ideal. Aber man arbeitet mit den Dingen, die man bekommt.

Von Weihnachten bis Silvester mit Verkühlung im Bett und das schmerzende Gefühl, die Schuld dafür zu bekommen. Warum eigentlich. Woher kommt das. Und warum überhaupt Schuld. Sind wir nicht frei. Frei wie die Vögel, die erfroren vom Himmel fallen. War dann doch zu weit. Mein Büro ist links hinten offen und ich verstehe jetzt Fengshui. Wenn man ständig angespannt ist, weil es nicht meins ist, sondern ich nur geduldet werde. Das Leben als gegenseitige Duldung. Vielleicht kann ich irgendwann eine Türe einbauen. Oder in ein anderes Zimmer. Oder wir ziehen um. Ans Meer. Das mit der Stadt habe ich schon größtenteils aufgegeben. Immer die kleinen Worte. Größtenteils. Wie ich mich selbst anlüge. Aber nicht die anderen. Zuerst mich. Durch mich die anderen.

Kannst du dich noch erinnern. Kryptomanisch. Ja, das sind die Zeilen, das sind die Worte, das sind die Buchstaben und die Sätze. Nur ein bisschen zu wenig. Für mich und alle anderen. Ich habe mich jahrelang versteckt. Weil ich das Gefühl hatte, Dinge falsch zu machen. Und vielleicht habe ich es auch. Und wenn schon. Jetzt treffen die Konsequenzen nicht mehr nur mich, sondern ich reiße gleich noch meine Familie mit in den Abgrund. Großartig. Und dann sagen sie, man könne mit Worten keine Ironie, keinen Sarkasmus übertragen. Ich muss noch immer nachschlagen, welches Wort, was bedeutet und dann schreibe ich doch beide, weil ich zu faul war nachzuschauen und der Bedarf nur in meinem Kopf als relevant beanstandet wurde. Nur, weil der Kopf alles ist. Mein Kopf alles ist. Es findet nur dort statt. Wenn meine Augen den Fingern folgen, wissen sie nicht, wie sie beschaffen sind. Lediglich die Repräsentation von Lichtimpulsen. Vorgefiltert und in zuckende Gehirnmasse umgewandelt.

Ich möchte wieder offen sein.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Lesestoff • Ausgabe #1/2017 - Neon|Wilderness

  2. Farben im Winter, nicht im Bett verbringen. Lesen, wenn die Kerzen mit ihrem Licht locken, die Zeilen die Augen binden. Bis die Gedanken davonfliegen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.