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Lasst die Worte sprudeln!

Verwirrt blickt man mich an. Ich sitze in einem Sechserabteil auf der Heimreise. Heim. Von Heimat. Ist das noch meine Heimat, wo ich in ein paar Stunden ankommen werde? Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl. Ich fühle mich in meinen Worten daheim, was nicht bedeutet, dass ich keinen Ort als meine Heimat anerkennen kann. Doch momentan gibt es diesen nicht. Ich empfinde das Dorf, wo ich aufgewachsen bin nicht als Heimt. Ich empfinde die neue Stadt nicht als Heimat. Fühle mich glücklich in der Rolle des Reisenden.

Gerne erzähle ich von meinem bisherigen Leben. Der Kindheit in dem kleinen Dorf, wo ich aufgewachsen bin, in den Kindergarten ging. Wir wohnten am Eingang des Dorfes, immer schon ein wenig im Abseits. Zur Volksschule ging ich im Nachbardorf. Erneut eine Außenseiterrolle. Damals genoss ich es noch nicht. Fand meinen ersten besten Freund, mit dem ich heute noch befreundet bin. Während der Großteil meiner damaligen Mitschüler in die Hauptschule im Tal gingen, führte mich mein Weg in ein Gymnasium in der Stadt. Neue Umgebung, neue Leute. Acht Jahre lang. Vieles hat sich in dieser Zeit geändert, vieles erst danach. Manches wird sich nie ändern. Eine Reise kreuz und quer durch Europa und ein raschen Umziehen in die Hauptstadt. Zuerst für technische Informatik angemeldet, an Medieninformatik gedacht, an der Wirtschaftsuni begonnen zu studieren und noch innerhalb des ersten Semesters auf die Hauptuni gewechselt. Zu Beginn die Einzelgängerrolle ausgelebt. Großartige Menschen getroffen und die Geschichte nahm ihren Lauf.

Nun fahre ich also wieder zurück. Doch nur ein paar Tage. Ich bin mit der Gesamtsituation zufrieden. Was für ein Unsinn. Ich bin überglücklich wie sich alles entwickelt.

Ein großer Schluck Mineralwasser. Kalt rinnt es meinen Rachen hinunter, ich spüre es im Bauch. Wie das prickeln im Mund schnell wieder nachlässt und nur einen faden Nachgeschmack hinterlässt.

Ich habe mir eine Wohnung angeschaut. Eine kleine Veränderung. Ob und wie und wann weiß ich nicht, doch die Zeit wird kommen. Ausprobieren und erleben. Etwas kleiner, etwas teuer, etwas schöner und besser gelegen. Nur noch ein Mitbewohner.

Draußen ziehen die Häuser vorbei. Verwischen meine Gedanken. Ich schließe die Augen. Lächle.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Du hörst dich wirklich sehr glücklich an. Super, das freut mich für dich!

    Hat mich sehr gefreut dich letzte Woche zu sehen, leider war nicht so viel Zeit um mehr zu plaudern. Gib Bescheid wenn du wieder zurück bist + Zeit hast.

  2. Ich freu‘ mich auch für dich, dass alles so wunderbar läuft. Ach, und die Frage, was denn nun Heimat und Zuhause und was der Unterschied ist … die beschäftigt mich auch schon lange.

    Freu‘ mich schon, wenn wir uns ab Oktober öfter sehen. (Ähm. Öfter als einmal bisher) :-)

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