Wiederholung

Ich trinke zu wenig.

Das Verstecken vor den Dingen schadet mir. Manchmal habe ich Angst ein Schummler zu sein, das alles nicht verdient zu haben und eigentlich gar nichts zu können. Ich bekomme Lob, weise es von mir und kann innerlich nicht einordnen, ob es gerechtfertigt war oder nicht, weil ich den Menschen zu wenig vertraue. Und all die Beispiele, die durch meinen Kopf schwirren, weigeren sich in die Tastatur zu fließen. Wie soll man mich auch verstehen, wenn ich nicht bereit bin, offen zu sein. Ich glaube, dass es schwer ist, mit mir zusammen zu arbeiten. Auf der einen Seite die Unzuverlässigkeit, weil ich mich gerne fallen lasse und auf der anderen Seite eine Gelassenheit, die Dinge mal eben zusammenstellt. Irgendwo dazwischen ein brüchiges Selbstvertrauen, dass sich ständig in Frage stellt und in den Momenten, wo es dies nicht tut so sehr von sich überzeugt ist, dass es sich zu wenig Zeit nimmt und dann die Dinge im letzten Moment oder wenn sie als nicht relevant genug angesehen werden gar nicht umsetzt. Sobald jemand versucht etwas Druck zu machen, damit ich mich zusammenreiße und die Dinge mache, flüchte ich, weil ich mich so frei fühle, sodass ich mir von niemanden etwas sagen lassen muss. Keine Angst vor der Zukunft.

Ich trinke zu wenig.

Seit Monaten beschäftige ich mich vor allem mit mir selbst. In meiner Erinnerung habe ich das schon immer gemacht, aber irgendetwas hat sich geändert. Ich kann es nicht definieren und das lässt mich durchdrehen. Meine Gedanken bleiben in einer Schleife hängen und ich werde aggressiv, hasse alles und vor allem mich selbst. Dann wieder das fallen lassen, weil das alles so schwer ist und mich nicht ändern können möchte. Möchten kann. Und ständig diese dritte Perspektive auf mich und den Kampf gegen mich selbst, die mich mit Lösungen bewirft und über mich lacht, mich mit anderen Menschen vergleicht und sich wundert, warum ich es nicht schaffe, das auch zu sehen, obwohl ich doch zugleich sie bin und sie ich und wir alle drei runtergebrochen ziemlich lächerlich wirken müssen. Und dann noch der Versuch sich selbst in unterschiedliche Personas zu unterteilen, die sich teilweise überschneiden, aber für sich exklusiv sind und eigene Identitäten ausbilden. Gekicher. Kreischen. Ein kleiner Orkan, der alles kräftig durchrührt und mich vergessen lässt, wohin ich eigentlich gehen wollte.

Trinke zu wenig.

Habe ich gestern noch ein paar Dinge erledigt, kam ich heute zum Stillstand. Bei mir endet dies meist im scrollen oder heute bei einem Livestream von der anderen Globushälfte. Tim der durch New York streift und versucht Transparenz zu schaffen. Ich erfreue an den Gadgets und folge ihm im Trancezustand. Sehe ein paar Parallelen zur Universitätsbesetzung und denke an die Zeit zurück. Ob die mich verändert hat? Alles verändert mich, aber was ist mein Problem? In den Notizen eine Mailadresse, an die ich schon letzte Woche schreiben wollte. Weiß nicht einmal genau was ich schreiben soll. Ein Freund hat gemeint, dass Sie mir helfen können. Leider weiß ich nicht, was mein Problem ist, aber hätten Sie Zeit? Oder so. In London sitzt jemand anders, der darauf wartet, dass ich ihn zurückrufe und wir die Woche besprechen, über der ich mir irgendwann zwischen drei und vier Uhr früh Gedanken gemacht habe, aber auch nicht so genau weiß, was ich jetzt eigentlich plane. Entschuldigung.

Ich werde mich bessern.

Und die Angst es nicht zu tun. Weiter zu warten und warten und. Auch egal. Es passieren großartige Dinge und ich werde irgendwann wieder txt schreiben und überhaupt. Ich liege nicht mehr, sondern stolpere. Das ist gut. Weiterkommen ist gut. Gedanken machen ist gut. Ich bin gut. Meistens.

Und jetzt hole ich mir einen Krug Wasser.

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6 Kommentare

  1. als ich aufgehört habe zu schreiben, ist es besser geworden.
    wenn ich aufhöre nicht mehr zu schreiben, wird es noch besser

    alles gute

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