Weltschrei

Der schreibt ja gar nichts.

Halsschmerzen. Neben mir eine heiße Tasse Tee. Zimt-Apfel.

Das Leben reißt mich mit. Ich bin in den großen Fluss gesprungen. Der der nicht langsam vor sich hinblubbert, sondern aus drei Quellen kommt. Jede für einen eigenen ausreichend. Doch hier haben sie sich vereint. Überall Steine und Stromschnelle, kleine Wasserfälle und große. Ich genieße es und doch schlage ich immer wieder auf, gehe unter, schlucke Wasser, schnappe nach Luft. Es zerdrückt meine Lungen. Dann komme ich wieder rauf. Lasse mich tragen, immer schneller. Geschmeidig gleite ich über die Steine, springe, wenn das Wasser fällt, tauche ein und wieder auf. Ich lache. Manchmal wahnsinnig.

Mehr lesen. Habe ich wieder begonnen. Also Bücher. Eigentlich habe ich nie aufgehört. Ich habe mir nur die Zeit nicht genommen. Nun sind es drei zugleich. Zwei Romane und eines über neue Wirtschaft. Was alles möglich ist. Die Seiten fliegen nur so dahin. Bis zu dem Punkt, wo ich mich frage, was sonst noch passiert. Ich bin abhängig. Muss lernen mich zu lösen. Die Welt dreht sich ohne mich und in welchem Abteil ich sitze ist unwichtig. Ich kann immer aufstehen und wieder in die erste Klasse gehen. Das Ticket ist in meiner Tasche. Direkt neben den drei Büchern. Das Wissen reicht.

Schöne Texte. Schreiben würde ich gerne mehr. Wieder Geschichten. Aber so lange ich das in jedem Text schreibe, werde ich es nicht machen. Wir sind wieder in dem Tagebuch angekommen, wo ich vor über einem Jahr aufgehört habe. Meine Welt. Es gefällt mir, aber es nicht Wow. Ich will aber Wow. Ich will immer Wow. Halte dich nicht mit schlechten Dingen auf. Hat einmal jemand geschrieben. Und jemand, der das las, hat es mir gesagt. Und ich habe genickt. Man hat nicht zu wenig Zeit, man teilt sie nur falsch ein. Man gibt den Dingen, die einem wichtig ist zu wenig Platz und nennt es dann Stress. Zugleich kann man es als Ausrede für Dinge verwenden, die man weniger gerne macht. Mut wäre eine Möglichkeit.

Viele Worte. In die Welt schreien ohne etwas zu sagen. Ich stehe zwischen ihnen und äussere mich abfällig über sie. Doch sie sehen mich nicht. Sehen nicht wie ich mit ihnen gegen sie schreie. Ich stupse sie an, sie schreien kurz in mein Gesicht und wenden sich wieder der Endlosigkeit zu. Nur langsam löse ich mich aus der Gruppe, suche mir meinen Weg aus dem Auflauf heraus und beginne auf einen kleinen Hügel zu steigen. Überblick bekommen, doch ich sehe das Ende nicht und ich muss es nicht sehen. Hier sind außer mir nur sehr wenige. Ich kann meine Geschichten erzählen ohne zu schreien. Ich werde nicht übersehen, wenn ich nicht mit allen Gliedmaßen um mich schlage. Ruhe. Draußen liegt Schnee.

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1 Kommentar

  1. ich muss nie im Mittelpunkt stehen, nie groß sein, ich mache gerne einen Schritt zurück, nicht um mich zu drücken sondern wegen dem Überblick, der Gabe das Wesentliche zu erkennen. Dafür nehme ich mir die Freiheit zu machen was mir gefällt, zu sehen, hören oder lesen was ich gut finde.
    Deswegen bin ich hier.

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