Wartungshaltung

Mein Körper und mein Kopf brauchen etwas. Ich bin mir noch nicht ganz sicher was sie brauchen, aber die Frage ist ein Anfang. Sie brauchen etwas und ich werde herausfinden was es ist.

Schreiben hat mir immer geholfen meine Wünsche, Ängste, Ideen und was sonst noch da war, aus den Synapsen rauszubekommen. Die letzten zwei Jahre habe ich fast nichts geschrieben. Das ist ein Problem. Für mich. Tausend kleine Sätze. Einer nach dem anderen. Und immer mehr. Und mehr. Wo war ich? Ja, genau. Da hinten war noch etwas. Das muss jetzt auch weg. Ich muss die Gedanken wieder strecken. Sie nicht abnicken und durchwinken. Sie sollen stehen bleiben, sich neben mich setzen und mich an ihnen teil haben lassen. Gemeinsame Wege finden für die Dinge, die nicht sind. Die man will. Vielleicht. Es muss nicht immer alles.

Dinge ausprobieren. Nicht nur die neuen und glitzernden, sondern auch einmal etwas verstaubtes. Altehrwürdige Gebäude. Und wieder holt mich die Vergangenheit ein. Die Dinge, die ich kann, die möchte man von mir haben. Dabei kann ich sie gar nicht. Dabei will ich etwas neues machen. Und dann flüchte ich mich wieder ins Bekannte. Dort macht man weniger Fehler. Das kann es auch nicht sein.

Ich lenke vom Problem ab. Die Überforderung, die kurzen Nerven, die häufigen Ausbrüche. Mir ist nach heulen. Aufstehen mit einer langen Liste im Kopf. Mit jedem Schritt, jedern Handlung, fallen die Dinge runter. Ich kann nicht mehr behalten, was ich will. Stolpere herum. Schlage mich an. Habe in allen Bereichen das Gefühl nicht zu reichen, mehr machen zu müssen, zu versagen. Ein Elend, das sich selbst auch noch Leid tut, wofür es sich hasst. Da bleibt nicht mehr viel. Aber immer funktionieren. Gerade so. Gerade so, dass die Welt nicht auseinanderfällt. Angst vor Auseinandersetzung, Angst vor Veränderung. Der einzige Weg macht mehr Angst als abzustürzen. Sitzen bleiben, liegen bleiben, wegschauen. Nicken. Immer nicken. Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht weiter.

Liebe Menschen, die mir zulächeln, Kraft geben. Ihr tut gut. Danke.

Die Menschen, die ich treffe, sind nicht die, die mir wichtig sind. Manche wären nur ein paar Stunden entfernt, andere eine Tagesreise. Fuck. Ihr fehlt. Weder Zeit noch Geld nach England oder in die Schweiz zu fliegen. Dabei seid ihr schon in den Staaten und in Hong Kong. Ihr macht das toll. Ich weiß nicht, was ich will. Drei gute Tage in Berlin. Wann werde ich euch wiedersehen? Warum schreibe ich nicht einfach eine Mail? Ich telefoniere nicht gerne. Ich möchte nicht aufdringlich sein. Vielleicht nehmt ihr mich auch ganz anders wahr, als ich euch.

Keine Ziele, nichts zum Klammern. Ich laufe auf der Stelle. Hüpfe und falle. Ich muss wohin, weiß nicht wohin. Weiß nicht. Das soll mich nicht zerbrechen.

Ich möchte dich nicht enttäuschen. Ich möchte mich nicht enttäuschen.

Auf der Suche nach Fragen.

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