Textadvent #13

Auf der Reise durch die Nacht. Wieder.

Die Stimmen verstummen, man ist sich nicht so nahe, wie man sich gerne wäre. Die Fassaden zerbröckeln und dahinter sind graue Betonwände. Man hat nicht die Energie weiter zu suchen. Ob hinter der Wand nur ein weiteres zugmülltes Zimmer ist oder die wunderschöne Wohnung, nach der man so lange gesucht hat, weiß man nicht. Es ist kein aufgeben, viel mehr einen anderen Weg einschlagen. In eine andere Welt, in der die Masken anders getragen werden.

Ich stelle mich selbst in Frage. Stelle das zweifeln in Frage. Wenn man sich ständig im Kreis dreht, um sich zu vergewissern, dass man nicht verfolgt wird, kommt man niemals zuhause an. Loslaufen. Den Wind in den Haaren spüren. Außer Atem. Lächeln. Die Augen schließen und den Aufprall erwarten. Weit weg. Weit weg von hier. Das Leben ist, was du daraus machst. Aus jedem Moment. Es gibt kein falsch und kein Richtig. Jeder Weg führt nach vorne.

Zwischen den ganzen Stimmen die finden, die die selbe Sprache sprechen. Bei manchen Menschen fragt man sich nicht, ob sie es so meinen. Man hört auf sich Sorgen zu machen und lauscht einfach den Worten, die sie von sich geben. Man kann gemeinsam schweigen und lachen. Jeder Tag ist ein Erlebnis.

Der Mensch sehnt sich nach Zuneigung. Es fällt schwer auszusortieren. Nicht zu geben, ohne zu wissen, ob man bekommen wird. Vielleicht nicht jetzt, vielleicht braucht die Person länger. Unterbewusst hofft man. Jeder soll einen mögen und das kann nur funktionieren, wenn man jeden mag. Doch man mag nicht jeden. Sagt es nicht. Denkt es in sich hinein. Setzt die Grinsekatze auf und wartet. Gibt vor. Lügt. Immer und immer wieder. Bis man sich selbst glaubt.

Selbst wenn wir im globalen Dorf leben, hat das nichts mit idyllischem Dorfleben zu tun. Die Welt der Gerüchte und übler Nachreden. Voller Neid und Ehrgeiz. Weil man besser ist. Um beliebter zu sein.

Mein Leben ist keine Demokratie. Ich bekomme nichts dafür, wenn mich mehr Menschen mögen. Ich sollte mich nicht verpflichtet fühlen Offenheit zu verbreiten, jeden freudig zu empfangen und dabei zu vergessen, wer mir wichtig ist. Ein Sumpf aus mittelguten Freunden. Viele haben das Potential mehr zu werden, doch ein voller Tank reicht noch nicht, um ins Ziel zu kommen. Und manche Metaphern sollte man sein lassen, wenn man noch die Möglichkeit dazu hat.

Aufrecht geht es weiter. Es gibt viele tolle Menschen da draußen. Doch nur wenige, die es in meiner Welt sind.

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