Textadvent #15

Ich habe schon zu viele Freunde gehabt, um nicht zum Schluss zu kommen, dass ich am Ende alleine bin. Community ist nett, Freundschaft etwas besonderes, aber alles hat seine Grenzen. Und der Mensch Angst vorm alleine sein. Einzelgänger haben es meist einfacher. Ob ich mich dazu entschieden habe oder es einfach geworden bin, weiß ich …

Textadvent #14

Voller Kälte blicke ich den Berg hinunter. Sehe die brennenden Häuser und schreienden Menschen. Doch ich fühle nichts. Habe mich damit abgefunden, dass ich niemanden retten kann. Es wäre nur mein eigenes Ende und so bleibe ich stehen. Während der Schulzeit habe ich gelernt zu hassen, jemanden den Tod zu wünschen und diesen Hass in …

Textadvent #13

Auf der Reise durch die Nacht. Wieder. Die Stimmen verstummen, man ist sich nicht so nahe, wie man sich gerne wäre. Die Fassaden zerbröckeln und dahinter sind graue Betonwände. Man hat nicht die Energie weiter zu suchen. Ob hinter der Wand nur ein weiteres zugmülltes Zimmer ist oder die wunderschöne Wohnung, nach der man so …

Textadvent #12

Faszination und Angst. Kunst. Kunst, die mich verstört. Wenn du mitten in der Nacht eine kryptische Freundesanfrage bekommst, nachdem am Tag zuvor dein Account gehackt wurde. Ich werde darauf gestoßen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man sich zu identifizieren gibt. Es ist nicht selbstverständlich, dass man dem Besucher ein Gefühl gibt, dass man weiß, …

Textadvent #11

Jede Gelegenheit zum schreiben nutzen. Und seien es nur ein paar Wörter auf eine Serviette gekritzelt. Schaffe etwas schönes, etwas wunderbares und lass es hinter dir. Sich die Freiheit nehmen wertvolles liegen zu lassen. So verbunden man sich den Worten fühlt, sie bei sich haben möchte, so schnell können sie wieder vergessen sein. Erhalten bleiben …

Textadvent #10

Die Worte sind durch den Kopf geschwirrt, ohne Anfang und Ende. Ein Text nach dem anderen hat sich zusammengefügt, doch meine Augen waren geschlossen. Die Arme angewinkelt und die Finger ruhig. Sie lag neben mir, ich mochte nicht aufstehen, den Laptop anmachen und die Sätze abtippen. Zu schön der Moment. Doch heute ist der Tag …

Textadvent #9

Und alle Zeit ist relativ. Wir haben uns daran orientiert, wann wir Licht haben und wann nicht. Geordnet nach den Zeiten, wann wir jagen, anbauen, nichts tun können. Die Geburt Jesu wurde an ein passendes Datum im winter verlegt, um es besser mit den Ungläubigen vereinen zu können. Kommt zu uns, im Grunde sind wir …

Textadvent #8

Selbstmord. Freiwilliger Tod. Ich habe mit dreizehn begonnen darüber nachzudenken. Das Leben. Und sein Sinn. Man kann es mit einer Kurve beschreiben. Ein verkehrtes U. Auf der X-Achse, also nach rechts, die Zeit die man mit grübeln verbringt. Auf der Y-Achse, nach oben, den Sinn den man sieht. Zu Beginn ist alles ein großes Rätsel, …

Textadvent #6

Ich denke nach, wie ich es dir sage, was ich empfinde. Worte. Rasen. Ein Unfall ohne Verletze. Nur Worte. Ich liege allein im Bett, wenn ich an dich denke, und ich dich brauche. Gedanken. Rasen. Ohne nachzudenken. Ich sehe dich vor mir, wenn ich hier sitze, und mein Herz pulsiert. Rasend. Bekommt keine Ruhe. Ich …

Textadvent #5

Kein Moment der Stille. Letztes Jahr habe ich mich an den Menschen erfreut, wie sie durch die Straßen gehetzt sind. Hier noch ein Geschenk, dort noch eines. Etwas für Tante Emma und den Freund nicht vergessen. Väter, die die kleinen Kinder hinter sich herziehen und Frauen, die den Ausgang nicht mehr finden. Ich bin dazwischen …

Textadvent #4

Wir sitzen ums Feuer, trinken heißen Tee und kalten Wodka. Es hätte meine Geburtstagsfeier werden sollen, doch durch terminliche Differenzen, wurde es immer weiter zurück verschoben, sodass es nun ein vorweihnachtlicher Ausflug geworden ist. Kurz nach drei haben wir uns um Tal getroffen, sind in zwei Autos umgestiegen und damit ein Stück den Berg hinauf …

Textadvent #3

Donnerstag Morgen. Meine Augen sind verkrustet und mein Bauch schmerzt, als hätte ich schlafgewandelt und die ganze Nacht Situps gemacht. Ohne erbarmen den Körper hochreißen, in eine Boxershort steigen und ins Bad schwanken. Das Wasser ein paar Sekunden laufen lassen, damit ist richtig kalt ist. Drei Ladung ins Gesicht. Guten Morgen. Es ist kurz nach …

Textadvent #2

Schließe deine Augen, lass die Musik ihr Werk tun. Dich durch eine andere Welt tragen. Eine Welt, die du nie selbst erlebst hast. Eine Mischung aus Wunschvorstellung und Erzählungen. Du wolltest dazu gehören. Berühmt werden. Berühmt sein. Jeder sollte dich anhimmeln, dich erkennen und dir zu Füßen liegen. Kein Club in den du nicht hineinkommst, …