Schlafende Kugeln

Gestern hat die Uni wieder begonnen. Gestern ist mein Laptop kaputt geworden. Gestern war gestern.

Als ich heute heimkam, war ich müde und kaputt. Am Vormittag hatte ich endlich alle Anmeldungen erledigt und die Termine in den Kalender eingetragen. Mich dabei wieder einmal gefragt, wie Menschen das Studium ohne digitalen Hilfsmitteln überstehen, vielleicht sollte ich einmal eine Studie dazu machen. Am Nachmittag am Institut für Soziologie, das erste Mal. Eine tolle Dozentin, die Lehrveranstaltung wird fordernd aber interessant. Zumindest dachte ich bis die anderen Studierenden zu reden begannen. Ich bin wieder arrogant geworden, als ich hörte wie wenige Vorkenntnisse viele hatten und die Dozentin ihre Hoffnungen höher einzusteigen immer weiter reduzierte. Noch einmal Grundlagen machen. Es schadet mir nicht, abe es war ein kleiner Sturz nachdem meinen Augen schon etwas gefunkelt haben.

Zuhause habe ich die Jeans ausgezogen, mich ins Bett gelegt und wollte bald schlafen. Es war noch früh. Sehr früh. Vielleicht später etwas mit Frau Wunderbar reden, aber sonst sollte es ein entspannter Abend werden.

Auf Skype die Nachricht, ob wir heute bowlen gehen. Erst abgelehnt. Dann der Gedanke, dass ich dieses Jahr erst an vier Abenden etwas mit Freunden unternommen hatte. Wovon drei sportliche Tätigkeiten waren. Und wenn nicht heute, wann dann? Immer verschieben bringt auch nichts. Noch einen Freund überredet, der für uns mehrere Dinge versäumt hat. Einen weiteren konnten wir leider nicht mehr erreichen.

Dann noch der Anruf aus Boston. Mein langjährigster Freund. Zu lange habe ich nicht mehr mit ihm gesprochen. Wir haben uns etwas über die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft unterhalten. Es hat mich gefreut, ihn wieder einmal zu hören und ich hoffe, dass wir es schaffen in Zukunft öfter zu telefonieren und uns irgendwann wieder treffen. Zugleich der Gedanke an die Freunde, die ich in Wien zurücklassen werde.

Zu spät dran. Aufstehen, Deo drauf, Haare ein bisschen herumschieben, Schuhe, Mantel und los. Zu Fuß durch die kühle Abendluft. Die Autos, die an mir vorbeifuhren, die Menschen die nicht lächeln, weil man das nicht tut. Ich bin zwischendurch gerannt. Meine Hosen werden eng. Ich muss mir neue Laufschuhe kaufen, nachdem die letzten verschollen sind. Das Wetter wird wieder besser. In der Früh eine Runde durch den Park. Für Körper und Kopf. Als ich ankam, den Eingang nicht gefunden, Freund angerufen, er hat mich abgeholt. Einmal um das Gebäude, hinten rein, den anderen Freund und seine Freundin gefunden. Drei Runden, die ich mit schwächelnden Punkten jeweils als Letzter beendet habe. Doch es tat gut wieder einmal raus zu kommen, es war schön ein paar Informationshappen von ihrer Costa Rica Reise zu bekommen, von Haien, Schlangen, Alligatoren und Sicherheitskontrollen. Dann wieder heim. Noch kaputter als zuvor, ein blutender Daumen, aber zufrieden. Mit der Welt. Ein bisschen.

Und morgen höre ich Frau Wunderbar wieder.

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