Routine

Wie markierst du? Gar nicht. Gar nicht? Ich lese nur sehr wenige Bücher.

Mit der rechten Hand greife ich nach dem Glas, rühre erst langsam und dann immer schneller. Die Augen wandern über den Tisch, Glasplatte, darunter Federn und Fäden. Auf dem silbernen Tablett die graubraune Flüssigkeit. Einen Moment bleibe ich hängen. Der Kopf arbeitet, versucht etwas verwertbares auszudrücken, aber noch bevor er einen Gedanken fassen kann, führe ich das Glas an die Lippen. Es verbrennt meine Zunge. Nur einen kleinen Teil, doch ich werde den restlichen Abend nicht mehr so schmecken, wie ich es mir wünsche. Synapsen blitzen. Es hat geregnet, den ganzen Tag. Er erzählt mir von Büchern und Filmen. Irgendwann kann ich wieder einsteigen, doch im Hinterkopf ist es sitzen geblieben. Ein kleines Buch, das darauf wartet, dass ich es aufschlage. Jeden Tag ein paar Seiten, vielleicht ein Kapitel. Ich werde es aufsaugen und mit all seinen Freunden verbinden.

Zwinge dich zu schreiben und du wirst lernen es zu lieben. Du spinnst doch.

Ich mag Laptoptastaturen. Möglichst flach mit einem dezenten Feedback. Meine Finger streichen über die Tasten anstatt zu fliegen. Manchmal müssen sie wieder zurück. Ich bin nicht besonders schnell, aber es reicht um ein paar hundert Worte zu schreiben. Ich darf mich nur nicht im Denken verlieren. Warum und wieso und macht das überhaupt Sinn. Klicke ich auf den Knopf um es in die Unendlichkeit zu schicken, befreit es mich. Es wurde niedergeschrieben, was immer wieder gegen Wände raste. Eingeordnet. Bei Bedarf kann ich es wieder hervorholen. Aber auch andere haben die Möglichkeit es zu nutzen. Ein schöner Gedanke. Es muss sich dabei nicht um Geschichten handeln. Überlegungen wie sie kommen, während man durch einsame Straßen geht, in der überfüllten Bahn steht oder am Schreibtisch sitzt. Mitten im Gespräch fliege ich davon und setze mich an ein Blatt Papier.

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