Rhabarber

Mir ist es unangenehm wenn ich darüber schreibe, was alles nicht funktioniert in meinem Leben. Die Ausbreitung meines Selbstmitleids, das in Relation so wirkt als würde sich jemand nicht entscheiden können, welche seiner hunderten Unterhosen er anziehen sollte. Doch ich lebe nicht relativ, sondern es ist mein Leben und meine Gefühle. Vergleiche helfen lediglich soweit, dass ich mich noch schlechter fühle, weil es anderen schlechter geht und ich an meinem Überfluss zerbreche.

Als ich nach „Taumelnde Fetzen“ gefragt wurde, ob alles in Ordnung ist, habe ich bejaht. So war es auch. Es ging mir bestens und ich fühlte mich wohl wie schon lange nicht mehr. Ich habe nicht darüber geschrieben, obwohl ich wollte. Warum ist für mich nur teilweise nachvollziehbar. Glücklich sein gibt keine gute Geschichten. Sorry. Zumindest war es für mich immer einfacher melancholisch triefende txte zu schreiben. Meist über die Liebe. Das ist seit drei Jahren der Bereich, in dem ich immer glücklich bin. Manchmal frage ich mich selbst, wie es möglich ist, doch dann freue ich mich einfach darüber und zerbreche mir nicht länger den Kopf. Das restliche Leben spielt Achterbahn. Ein ständiges Auf und Ab, enorme Beschleunigung und manchmal abruptes Bremsen. Manchmal wird mir übel. Das Problem ist, das die Achterbahn meine Gefühlswelt ist, während es nur wenige Bezugspunkte dafür im täglichen Leben gibt.

Noch vier Monate. Ich flüchte mich in eine Zukunft, die ich nicht kenne. Ich baue einen Druck auf, der nötig ist, mich aber zerquetscht. Ich fordere mehr von mir. Um dann zu versagen. Schaffe es nicht einfache Aufgaben zu erledigen, schaffe es nicht aufwändige Aufgaben in kleinere zu zerteilen. Suche ständig die Ablenkung, die meinen Kopf mit Informationen überflutet und verhindert, dass ich mich mit den Problemen meines Lebens auseinandersetze. Mit jeder Stunde, die ich mich nicht damit beschäftige, die nicht nutze um Dinge zu erledigen, steigt die Angst etwas zu machen, weil das Versagen immer näher rückt. Es ist dumm. Ich weiß, dass es dumm ist. Ich mache es trotzdem. Das Wissen über das eigene Versagen schmerzt mich am meisten.

Ich habe einen gewissen Hang zur Selbstüberforderung. Im Moment gibt es leider eine Diskrepanz zwischen wollen und tun. Eine Grenze überschritten und nun sollte ich mich zurück kämpfen. Um die von mir gesteckten Ziele zu erreichen.

Und sonst werde ich Hausmann.

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