Querfeldein

Tränen laufen über mein Gesicht.

Eine neue Nacht, ein neuer Untergang. Was sein hätte können. Scheiß Gedanken. Es ist nicht. Es hat nicht sein sollen. Was auch immer. Das Leben ist schön. Nicht für mich. Ich klammere mich an alle Träume. Längst vergangen. Loslassen. Das kann ich nicht. Ich stolpere über meine eigene Unfähigkeit.

Ein Scheinwerfer erfasst mich, blendet, macht mich blind. Dann wieder Schwärze. Einsamkeit. Ich habe mich entschlossen zu gehen. Von der Party. Meine Füße fühlen sich leicht an. Ich gehe schneller. Neben mir die Straße. Nass vom Regen. Ich weiß nicht wo ich bin. Will es nicht wissen. Nur weg.

Sie war nicht einmal hier. Sie war nicht einmal hier. Kein Versprechen. Stumme Vereinbarung. Einseitig? Mein Fehler. In mich selbst gekehrt. Zerstört. Wäre es wieder früher. Man kann die Zeit nicht zurück drehen. Ich will nicht gehen. Aus dem Leben. Das haben sie nicht verdient. Nicht so plötzlich. Nicht bewusst. Oder doch?

Meine Schritte werden schneller. Das Wasser spritzt. Ich will mich fallen lassen. Mein Körper gehorcht mir nicht mehr. Es ist eine andere Welt. Nicht die meine. Wie bin ich hier hergekommen. Meine Füße sind nass. Es ist mir egal. Alles egal. Mit jeden Schritt pralle ich auf. Da vorne steht etwas.

Noch zwanzig Kilometer. Was habe ich mir dabei gedacht. Nicht gedacht. Mir fehlt jegliche Rationalität. Sie fehlt mir. Die Gedanken. Gegangen. Aus meinem Leben. Verschwunden ohne sich zu verabschieden. Einen Haufen Bruchstücke hinter sich gelassen. Mittendrin. Kein Recht auf gar nichts. Mein Fehler. Meine Schuld.

Verdrängen. Verarbeiten. Irgendetwas. Nein, ich laufe weg. Laufe mit. Kann nicht. Ein Auto, quietschende Reifen. Kälte. Auf der Straße ein roter Fleck. Der leblose Körper auf der Gegenfahrbahn. Ich ignoriere. Renne.

Kein Gesicht. Nichts. Meine Erinnerung ist ausgelöscht. Kein Platz für neues. Ein großer weißer Fleck. Mitten in mir. Ich verbrenne mich. Verschwommen. Kälte. Glühende Kälte.

Noch neunzehn Kilometer. Der Straßengraben lacht mich an. Ich lache zurück. Schreie. Meine Beine mit mir. Wohin sie mich tragen? Mein Ziel? Ich habe keines. Nicht mehr. Einschlafen. Irgendwo. Der Regen soll mich wegspülen. Keine Kontrolle. Wahnsinn.

Kurz komme ich zurück. Stelle mir weiße Westen vor. Die Ärmel nach hinten verknotet. Man müsste mich erst einmal erwischen. Nicht einfach. Wenn die Jagd beginnt, lasse ich mich schließlich fallen. Kein Gedanke mehr an die anderen, an das danach. Wer es war? Wer mich gemeldet hat? Ein kleiner Besuch. Mitten in der Nacht. Schock. Teuflisches Lachen. Ein wenig Zerstörung. Verschunden bevor es vorbei ist.

Der Fußweg ist zu Ende. Straße oder Feld. Quer drüber. Die Schilder sind egal. Mein Kopf hat eine Richtung. Die Augen schließen. Blind weiter.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ha. Endlich. Schön. Das nenn‘ ich mal ein Geburtstagsgeschenk für die Gäste! :-)

    Die Einfachheit des Designs gefällt mir wunderbar, und schön, endlich mal wieder mehr von dir zu lesen.

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