Nachtschau

Gestern fern gesehen, als sie schon schlief. Der falsche Ausdruck. Ich sehe nicht fern. Der Stoff ist per Hand ausgewählt. Ich warte den richtigen Moment ab. Es muss ruhig sein. Keine Ablenkung. Der Kopf frei. Dann schiebe ich meinen Stuhl in die Mitte des Raumes, schalte den Fernseher an, schließe den Laptop an. Ein zweites Kabel an die Lautsprecheranlage. Kurzer Test, wenn alles soweit ist. Pause. Ich gehe in Küche und hole mir ein Glas kaltes Wasser. Oder eine Flasche Club Mate. Dann setze ich mich auf den Stuhl und atme tief durch. Play.

Die Bilder und Geräusche saugen mich auf. Rase durch fremde Welten. Diesmal Drogen. Nicht nehmen, sondern verkaufen. Weil Krebs. Und Familie. In meinem Kopf werden bestimmte Muster und Ideen gegen eigene Erfahrungen und Gedanken gespielt. Ohne viel Aufmerksamkeit. Längst vergessene Areale leuchten auf. Mein Atem wird flacher. Gänsehaut. Zwischendurch einen Schluck Wasser, um mich zurück zu holen. Nur für einen kurzen Moment.

Früher oft Filme. Heute fast ausschließlich Serien. Geringere Gefahr nach der Hälfte abzudrehen. Geschichten in die ich mich tiefer graben kann. Raum für alles. Unsere Vorlieben gehen auseinander. Bisher haben wir es überlebt ein paar Stunden von der Gemeinsamkeit für das Individuum zu investieren. Sinnvoll.

Als ich danach im Bett lag, fiel es mir schwer einzuschlafen. Zu viel Stimulation. Ich war ziemlich glücklich. Ich habe ein schönes Leben.

Irgendwann Musik.

Ich werde Vater

Familie in Tirol besuchen, dann noch ein paar Tage Wien. Ein beruflicher Termin und ein paar private. Was auch immer privat ist. Am Abend kurz bevor eine Veranstaltung beginnt, ich gerade in einem Gespräch jemanden den ich schon länger online kannte, aber noch nie getroffen hatte. Eine Nachricht von ihr. Sie glaubt sie sei schwanger. Heiß. Kalt. Ich versuche das Gespräch noch zu Ende zu führen, die Person muss gleich aufs Podium. Beinahe stottern. Gedankenfeuerwerk. Dann flüchte ich ins Treppenhaus. Wir telefonieren. Es ist das dritte Mal, dass wir glauben, schwanger zu sein. Das erste Mal war kurz nachdem wir uns das erste Mal gesehen haben; große Panik. Das zweite Mal mit stabiler Beziehung; große Unsicherheit, aber das kriegen wir hin. Jetzt sprechen wir schon über ein Jahr davon. Wir wollen beide ein Kind. Nächstes oder übernächstes Jahr haben wir uns als passend ausgedacht. Bis dahin sollte meine Arbeit etwas stabiler sein und wir schon umgezogen. Mit der Verhütung haben wir es nicht mehr so eng genommen. Fünf Tage vor und zwei nach dem Eisprung. Nur eine Frage der Zeit.

Und doch rast der Kopf. Ich habe es erwartet, aber nicht genau jetzt. Es gibt keinen idealen Zeitpunkt für ein Baby. Aber wir haben es ziemlich gut hinbekommen. Unser Leben trotz gewisser Bewegungen stabil und sicher genug. Wir werden beide für das Baby da sein können. Ich arbeite viel von Zuhause. Die Wohnung ist groß genug. Eine neue Küche in Planung. Vielleicht zieht man in den nächsten Monaten um. Oder nächstes Jahr.

Als wir uns beide wieder beruhigt haben, einigen wir uns darauf, dass sie mich wieder anruft, wenn sie den Schwangerschaftstest gemacht hat. Ein paar Minuten später schickt sie mir das Bild. Zwei blaue Streifen. Ich freue mich. Dann reden wir wieder. So gerne wäre ich bei ihr. Sie umarmen, küssen, gemeinsam quietschen. Dann muss ich los. Drei Tage später werde ich wieder bei ihr sein.

Die restliche Zeit ist verschwommen. Der Gedanke an unser Baby begeleitet mich ständig. Ich besuche Freunde mit Kind, das ich seit der Geburt kenne. Spiele mit ihr und freue mich noch mehr. Eine wunderbare Zeit. Ich übernachte dort. Zum schreiben komme ich nicht. Nur ihr. Immer wieder.

Die folgende Woche haben wir einen Termin beim Gynäkologen. Die Bestätigung. Einen halben Zentimeter ist es groß. Klein für den Zeitpunkt aber alles kein Problem. Beschäftigungsverbot für Frau Wunderbar, weil ihr zwei Immunitäten fehlen. Dafür drei Ampullen Blut und ein Folgetermin eine Woche später. Dazwischen Verwirrungsspiele mit dem Arbeitgeber. Beim nächsten Termin werden die zwei fehlenden Immunitäten bestätigt und eine dritte ist hinzu gekommen. Wegen der gegen Ringelröteln wird das Beschäftigungsverbot bis zur zwanzigsten Schwangerschaftswoche verlängert. Mehr Verwirrung mit dem Arbeitgeber. Wir fahren zur Zentrale. Erwischen den Manager. Plötzlich ist alles kein Problem mehr. Es wird gratuliert und man bekomme noch alle Details per Post.

Wir teilen die freudige Nachricht mit engem Freundeskreis und Familie. Unterschiedliche Reaktionen. Am Ende ist sich auch die Familie einig, dass sie sich darüber freut.

Die nächsten Tage genießen wir. Es ist noch zu früh mehr davon zu erzählen. Zu viel das passieren kann. Viel Lesen und Ruhe.

Das erste Trimester geht dem Ende zu. Dem Fötus geht es wunderbar.

Ich werde Vater.

Baugeschehen

Hin und wieder flüchten. Sich nicht den Gedanken ergeben, sondern weglaufen. Niemanden Bescheid sagen. Keine Rechenschaft ablegen. Nichts. Nur ich und meine Gedanken.

Die Metaphern habe ich verloren und die Farben zeigen sich nur noch selten. Leidenschaft dringt immer wieder durch. Wenn jemand etwas sagt, das mir nicht gefällt. Oder weil mir nach widersprechen ist. Ich bin anstrengend. Für mich und andere. Es darf wehtun. Es darf. Ich darf. Dazwischen Funken der Reibung, die mich lächelnd aufspringen lassen. Die Wärme die entsteht. Ein paar Worte zuviel und alles brennt nieder. Über bleibt Asche. Wieder zu spät das Schwert zurückgenommen. Ich stehe auf, das schwarz läuft vom Gesicht. Blinzelnd in die Sonne gehen. Kleine Bäche, wilde Berge. Ein Sprung. Keine Struktur. Ich huste. Es sind doch nur Worte und sie sind meine. Unantastbar. Tasten. Auf sie einhämmern. Schall. Aber kein Rauch. Der Regen kommt wie er geht. Normalzustand ist was wir so nennen.

Die Liebe bleibt. Sie wächst und verankert sich. Glück reiht sich ein. Zufriedenheit. Alles scheint davon. An manchen Tagen. Oft muss ich lernen damit umzugehen. Nicht den Selbstzweifel heraufbeschwören und sich im Leid suhlen, sondern mich hinzusetzen, zu lächeln und zu sein. Mich daran erfreuen was ist und es größer machen. Das Schreiben verlernt. Aber die Wörter nicht.

Jeder Tag bringt neues. Lernen und nicht vergessen zu sein. Zu zeigen. Bauen. Zwei riesige Konstrukte, die ich versuche hochzuziehen. Sie stützen sich gegenseitig. Ich sitze auf dem Seil dazwischen. In die Ferne blicken, was noch alles möglich ist. Nicht zu weit. Sonst vergesse ich, wo ich bin, was ich mache. Wichtiges und unwichtiges.

Genießen. Die richtigen Entscheidungen und die falschen. Kräftig abbeißen und lachen. Noch immer nicht wissen, woher sie kommen. Die Worte. Jedes schärft deinen Blick. So wenig über sich zu wissen und alles. Dennoch.

Ich.

Alltagschichten

Wir laufen über die Felder und lachen. Das ist meins.

Ich wache auf, sehe in ihre Augen, ein kleiner Kuss. Kraft fürs Aufstehen. Ich bringe sie zur Arbeit, wir sprechen über die Nacht, Schlafqualität, Träume, Gedanken. Auf dem Rückweg am Limit. Frühstück. Ich klappe den Laptop auf, Aufgaben in vier Bereichen. Eigentlich zwei. Todo und in progress. Ein paar Dinge erledigen, weiterschieben. Neue Ideen eintragen. Genug gearbeitet. Jetzt mit den Usern beschäftigen. Welche Probleme sie haben, was gut läuft. Ständig erreichbar. Ich helfe ihnen weiter, möchte dass sie Spaß haben, es ihnen gut geht. Noch eine Folge schauen oder eine Ründe spielen. Dann kommt sie heim. Wir unterhalten uns über die Arbeit, überlegen, was es zu essen gibt. Vielleicht spazieren oder schwimmen. Dann kochen und Abendunterhaltung.

Berlintage

Drei Tage voller Leben. Eigentlich war alles anders geplant. Fünf Tage. Ganz gemütlich. Und am Ende noch über die Stadt stolzieren. Wir Spießer. Doch das Chaos bricht aus, man kann es nicht vorhersagen und nicht eindämmen. Nur durchstehen.

Es war noch dunkel als ich losfuhr. Es war. Und Sommer. Züge sind etwas spannendes. So viele Menschen auf engem Raum. Es wird nicht gesprochen. Zumindest nicht mit Fremden. Kann ich auch nicht. Nur die kleinen Gruppen beschallen den ganzen Wagen. Jetzt ist da Internet. Kein Wort.

Tausende Menschen. Sie strömen in die Hallen und brechen aus, wenn jemand Bingo schreit. Viel Gelaber. Viele kluge Dinge. Vor allem aber Menschen. Viele das erste Mal. Ich traue mich nur selten. Hallo. Niemand der enttäuscht. Manche überraschen. Ich leuchte. Sprechen. Dinge verpassen. Gut fühlen. Ein bisschen genießen.

Ich muss mich nicht aufregen. Warten ist in Ordnung. Liegen. Atmen. Es ist warm.

Man nimmt mich mit. Auch wenn ich nicht viel spreche mag ich es. Sitzen und zuhören. Das Essen ist Nebensache. Zum Glück. Mit dem Bus durch die Dunkelheit.

Allein, aber nicht einsam.

Mehr Menschen. Mehr Lächeln. Besondere Menschen. Dann laufe ich weiter. Auf den Felsen, in die Höhlen. Es werden Bälle aus Papier geworfen. Lachen. Dann Nacht.

Alles geht schnell.

Wieder Zug.

Bald Arme.

Zwischengang

Ich bin nicht so kaputt, wie ich mich sehe und mache mich damit. Kleine Tropfen. Schlagen auf und zerfallen. Ein kleiner Spalt würde reichen, um alles sichtbar zu machen. Nicht alle Höhlen haben einen Ausgang.

Das zählen verlernt, weil ich darauf gehört habe, man müsse sich auf ein Gebiet konzentrieren. Besser werden. Das schafft man nur durch Übung. Mein Kopf ist Kampfplatz. Voller Risse und Minen. Direkt dahinter fängt die Landschaft an. Grüne Wiesen und kräftige Wälder. Ein Haus am See.

Menschen beobachten in der Hoffnung man würde verstehen. Manche geben klare Zeichen, andere haben Angst. Chaotische Änderungen, um niemanden nahe zu lassen. Ich weiß nicht was passiert. Ich weiß nicht. Jedes Wort, das durch den Hals gleitet, sich ausbreitet und den Wänden verschwingt.

Normalität. Unsicherheit. Sich anklammern. Keine Vision. Träumereien. Gelernt in Konstrukten zu denken, weil das eigene nicht mehr hält. In sich zusammenbrechende Neubauten. Jeder für sich. Ich treffe den Philosophen zum Abendessen. Ich treffe die Musik zum trinken. Ich treffe den Künstler im Fastfoodladen. Ich verliere mich.

Sie gibt mir Halt. Weil ich sein darf. Nichts muss. Ich bin still. Manchmal zu still. So viel Wärme. Ich genieße die Nähe. Jeden Moment. Nachts krabble ich unter die Decke und lausche ihrem Atem. Die Welt bleibt stehen. Durchströmt.

Der Schatten macht mir Angst, weil ich ihn nicht sehe. Er ist da, er versteckt. Ich möchte danach greifen. Greife ins Leere. Das ist alles kein Wissen. Man erzählt mir von Relation. Müdes Lächeln. Ich will nicht. Musik formt. Schmiermittel für die Gedanken. Ruckhaft springen längst vergessene wieder an. Es rattert.

Kommunikationszwang

Ich habe mir eingebildet, ich müsse mehr unter Menschen. Müsse neue Kontakte aufbauen und alle sollen mich mögen. Doch ich mag sie nicht. Die Menschen. Ich stand im Raum, um mich herum wuselte es und ich wusste nicht viel mit mir anzufangen. Von einer Seite drückt die Musik, von der anderen das Gebrabbel. Ein paar Worte hin und hergeschoben, nicht klüger als zuvor. Ich nehme noch einen Schluck. Das gleiche läuft neben mir erneut ab. Noch ein Schluck. Ich fühle mich weder einsam noch unfähig mit anderen zu sprechen. Ich möchte es lediglich nicht.

Erinnerung an nächtliche Treffen, Abendstunden, Frühstück. Am Nachmittag saß ich im Park. Es war irgendwie eingefädelt, weshalb mir etwas Offenheit fehlte. Doch war es so viel angenehmer. Ich besuche die meisten Veranstaltungen, weil ich mich nicht traue, die Menschen anzuschreiben und schon gar nicht sie zu einem Treffen einzuladen. Dabei freut es sie meist so sehr wie mich. Manchmal kann man auch einfach nur dasitzen und schweigen.

Erst wenn ich das Komplizierte spüre besinne ich mich wieder auf das Einfache.

Ich habe es gut. Sehr gut. Und tolle Menschen. Viele die ich nur selten oder nie berührt habe und die mir doch viel geben. Die umgerichteten Worte und der Austausch.

Momente in denen man erkennt, was man tolles hat.

Gefühlsignoration

Gedanken sind Gedanken und Gefühle Gefühle. Nicht über unterschiedliche Arten des Bewusstsein schreiben, sondern über akzeptieren.

Momente in denen alles zusammenbricht. Die Auslöser sind oft klein. Nicht immer auffindbar. Das Gefühl der Hilflosigkeit, des Versagens. Angst. Die Gedanken kreisen um alles, das falsch läuft. Es fällt schwer aufzustehen. Fällt schwer irgendwas zu tun. Zu viel denken. Gedanken die erdrücken. Eine Schleife. Ein Strudel. Hände, die versuchen einen rauszuziehen, schaffen es selten. Stabilisieren ja, aber ändern muss man selbst.

Mir hat ein Text geholfen. Nach über Monate wiederkehrende Zweifel. Einfach so. Nicht ganz. Erst fallen lassen und dann statt zu zerschellen schweben.

Die Gefühle bleiben, aber man muss sich nicht mit ihnen beschäftigen. Ich habe etwas ähnliches mit körperlichen Schmerzen vor mehreren Jahren begonnen. Eine Rückmeldung des Körpers. Manchmal muss man darauf reagieren, aber nicht immer. Angefangen hat es mir Kälte. Lieber Körper, ich habe jetzt nichts da, entspann dich. Die Impulse kannst du gerne an das Gehirn leiten, damit ich weiß, was los ist. Aber ich nehme mir auch die Freiheit, mich nicht länger mit ihnen zu beschäftigen. Je größer der Schmerz, desto schwieriger ist er zu kontrollieren. Bis zu dem Punkt, wo er überschwappt und das System von selbst in den abgesicherten Modus schaltet. Damit man noch ein paar Minuten funktionsfähig ist, um sich in Sicherheit zu bringen.

Mir geht es nicht darum, nicht mehr zu fühlen. Ich liebe meine Gefühle auf allen Ebenen. Die angenehmen und unangenehmen. Auch mal leiden. Doch wenn man sich im Kreis dreht hat es nicht mehr viel mit fühlen zu tun. Die Unfähigkeit schönes zu sehen.

Der Großteil passiert unbewusst und man wird es nie kontrollieren können. Aber man muss sich davon nicht kontrollieren lassen. Eine Außensicht einnehmen.

Ich habe nie komplett versagt. Ich bin nie zu tief gestürzt. Ich habe mich nach jedem zerbrechen wieder geflickt. Es gibt viele schöne Dinge, auf die ich zurückblicken kann. Wunderschöne Momente und persönliche Erfolge. Auch das scheine ich manchmal zu vergessen.

Aufatmen. Als lösten sich Stricke, die einen festhielten. Man kann es nicht erklären, nur umschreiben. Die Sorgen sitzen nicht mehr im Genick, sondern neben einem. Mit ihnen beschäftigen ohne erdrückt zu werden.

Es sind nur die ersten Stunden und ich weiß nicht wie lange es bleibt. Aber es fühlt sich toll an.

Schon wieder?

Er sieht mich ungläubig an. Alles in mir verkrampft sich, jedes Mal glaube ich, dass es jetzt besser wird und dann falle ich in alte Muster zurück. Schauer laufen über meinen Rücken, ich zweifle daran, jemals das zu machen, was ich verspreche. Anderen und mir selbst. Mein Umfeld ist verständnisvoll, gibt mir immer wieder Zeit, baut mich auf und versucht es mit kleinen Schubsern. Ich fühle mich allen gegenüber schuldig. Selbst jenen, die gar nichts damit zu tun haben, nur weil sie nicht die Probleme haben, die ich habe. Es ist mir nicht möglich sie zu benennen. Ich suche unterschiedliche Gründe, halte sie kurz fest und zeige sie herum. Manche nicken, ich glaube so funktioniert es. Dann Stille.

Ich weiß, dass sich nicht alles durch einen kleinen Schalter ändern lässt. Ich muss kontinuierlich daran arbeiten und irgendwann wird es mir wieder leicht fallen. Im Moment laufe ich in eine andere Richtung. Ich halte mich an kleinen Fetzen fest, flüchte in die Vergangenheit, genieße die Gegenwart von Menschen. Manchen geht es ähnlich. Man lässt es sich nicht gerne anmerken. Spielt damit. Es fühlt sich ok an. Doch dann bin ich wieder alleine, ein Gedanke nach dem anderen explodiert in meinem Kopf. Kein funkelndes Feuerwerk, sondern brennender Schmerz und schwarzer Rauch, der die Sicht versperrt. Die Ohren pfeifen. Ich fühle mich von einem Moment auf den nächsten verloren.

Schweißausbrüche. Da draußen sind Menschen, die dich mögen. Einfach so. Ich lächle. Leider hilft mir das in dem Moment nicht weiter. Die Menschen sind da draußen und können auf einen Hilfeschrei nur mit guten Worten helfen. Die tun gut. Aber ändern muss man sich selbst. Es wird nicht leichter. Meist wird es schwerer. Oder es wird gar nicht. Ob es wirklich das richtige ist. Ich weiß es nicht. Weiß gar nichts. Knalle gegen die Wand und falle um. Der Wunsch ins Bett zu kriechen und warten bis es vorbei ist. Es geht nicht vorbei. Darum muss ich mich schon selbst kümmern. Es gibt nichts zu kümmern. Nur zu tun. Reiß dich endlich zusammen. Dann stehe ich wieder. Bereit. Doch die Füße bewegen sich nicht. Zetter, schreien, reißen. Erst ist alles klebrig, dann wird es rutschig und dann fällt man wieder. Alles ist relativ.

Erst in einem Monat der nächste Termin. Mir ist kalt. So lange ich mich unter Informationen begrabe rutsche ich nicht weiter. Vielleicht bräuchte ich genau das. Weiterrutschen. Einmal richtig fallen und nicht immer nur ein bisschen runter, ein bisschen rauf, ausruhen, weiter. Auch davor habe ich Angst. Diese ganzen vielleicht, wahrscheinlich, relativ und gar nicht sicher. Es knabbert an mir. Gerade wieder mehr.

Tut mir Leid.

kleine worte

Die Gedanken schleichen nachts durch meinen Kopf. Doch statt den Laptop zu öffnen, kuschel ich mich näher an sie und genieße die Nacht.

Jeder Tag birgt kleine Überraschungen. Viele nehme ich nicht wahr. Eingeschlossenen in meinen selbstgeschaffenen Konstrukten. Der Versuch das Leben abzustellen, um sich auf eine Sache zu konzentrieren. Dummheit. Die Vielfalt gibt mir erst die Ideen, die ich brauche. Die Wörter die über den Bildschirm gleiten gründen neue Wege die ich später beschreiten kann. Sich nicht einschließen, sondern frei fliegen lassen. Sich über die Beschleunigung freuen, und auch das langsame schweben. Wie Honig, der vom Löffel tropft.

Mich an sie kuscheln. Ich bin unterwegs. Eine Woche ohne Berührungen. Meine Welt ist kälter. Das hilft beim schreiben, aber nicht beim leben. Fühlen dass etwas fehlt und sich beim Gedanken lächeln, dass es nur ein paar Tage sind.