Ich werde Vater

Familie in Tirol besuchen, dann noch ein paar Tage Wien. Ein beruflicher Termin und ein paar private. Was auch immer privat ist. Am Abend kurz bevor eine Veranstaltung beginnt, ich gerade in einem Gespräch jemanden den ich schon länger online kannte, aber noch nie getroffen hatte. Eine Nachricht von ihr. Sie glaubt sie sei schwanger. Heiß. Kalt. Ich versuche das Gespräch noch zu Ende zu führen, die Person muss gleich aufs Podium. Beinahe stottern. Gedankenfeuerwerk. Dann flüchte ich ins Treppenhaus. Wir telefonieren. Es ist das dritte Mal, dass wir glauben, schwanger zu sein. Das erste Mal war kurz nachdem wir uns das erste Mal gesehen haben; große Panik. Das zweite Mal mit stabiler Beziehung; große Unsicherheit, aber das kriegen wir hin. Jetzt sprechen wir schon über ein Jahr davon. Wir wollen beide ein Kind. Nächstes oder übernächstes Jahr haben wir uns als passend ausgedacht. Bis dahin sollte meine Arbeit etwas stabiler sein und wir schon umgezogen. Mit der Verhütung haben wir es nicht mehr so eng genommen. Fünf Tage vor und zwei nach dem Eisprung. Nur eine Frage der Zeit.

Und doch rast der Kopf. Ich habe es erwartet, aber nicht genau jetzt. Es gibt keinen idealen Zeitpunkt für ein Baby. Aber wir haben es ziemlich gut hinbekommen. Unser Leben trotz gewisser Bewegungen stabil und sicher genug. Wir werden beide für das Baby da sein können. Ich arbeite viel von Zuhause. Die Wohnung ist groß genug. Eine neue Küche in Planung. Vielleicht zieht man in den nächsten Monaten um. Oder nächstes Jahr.

Als wir uns beide wieder beruhigt haben, einigen wir uns darauf, dass sie mich wieder anruft, wenn sie den Schwangerschaftstest gemacht hat. Ein paar Minuten später schickt sie mir das Bild. Zwei blaue Streifen. Ich freue mich. Dann reden wir wieder. So gerne wäre ich bei ihr. Sie umarmen, küssen, gemeinsam quietschen. Dann muss ich los. Drei Tage später werde ich wieder bei ihr sein.

Die restliche Zeit ist verschwommen. Der Gedanke an unser Baby begeleitet mich ständig. Ich besuche Freunde mit Kind, das ich seit der Geburt kenne. Spiele mit ihr und freue mich noch mehr. Eine wunderbare Zeit. Ich übernachte dort. Zum schreiben komme ich nicht. Nur ihr. Immer wieder.

Die folgende Woche haben wir einen Termin beim Gynäkologen. Die Bestätigung. Einen halben Zentimeter ist es groß. Klein für den Zeitpunkt aber alles kein Problem. Beschäftigungsverbot für Frau Wunderbar, weil ihr zwei Immunitäten fehlen. Dafür drei Ampullen Blut und ein Folgetermin eine Woche später. Dazwischen Verwirrungsspiele mit dem Arbeitgeber. Beim nächsten Termin werden die zwei fehlenden Immunitäten bestätigt und eine dritte ist hinzu gekommen. Wegen der gegen Ringelröteln wird das Beschäftigungsverbot bis zur zwanzigsten Schwangerschaftswoche verlängert. Mehr Verwirrung mit dem Arbeitgeber. Wir fahren zur Zentrale. Erwischen den Manager. Plötzlich ist alles kein Problem mehr. Es wird gratuliert und man bekomme noch alle Details per Post.

Wir teilen die freudige Nachricht mit engem Freundeskreis und Familie. Unterschiedliche Reaktionen. Am Ende ist sich auch die Familie einig, dass sie sich darüber freut.

Die nächsten Tage genießen wir. Es ist noch zu früh mehr davon zu erzählen. Zu viel das passieren kann. Viel Lesen und Ruhe.

Das erste Trimester geht dem Ende zu. Dem Fötus geht es wunderbar.

Ich werde Vater.

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