Gesellschaftsgeschichte

Menschen sind zerbrechlich. Zumindest bin ich es. Doch, weil es die einzige Möglichkeit ist zusammenzuleben geben wir uns feste Persönlichkeiten. Wir imitieren andere, versuchen zu optimieren und uns zu entwickeln. Auslandserfahrung soll ganz toll sein. Ausland bedeutet auch einen kurzen Zeitrahmen zu haben, um sich auf andere einzulassen und ebenso von diesen angenommen zu werden. Wer nicht ein beständiges Bild bietet, wird kritisch beäugt. In der Schule, der Universität, bei der Arbeit hat man Zeit. Man befindet sich in einer Umgebung, wo das zusammen zweitrangig ist. Tätigkeit als fixe Gemeinsamkeit. Dennoch bilden sich Intrigen und schon wieder hat man ein Problem, wenn man nicht konstant ist. Jede Abweichung wird als Beweis genommen. Was bewiesen werden soll ist nicht immer klar. Selbstsüchtig sind fast alle. Mit kleinen Sticheleien kann man weiterkommen, nicht viele Gedanken was es bei den anderen bewirkt. Es wäre falsch immer den Vortritt zu gewähren, niemanden in den Weg zu kommen. Noch ist es nicht möglich, dass wir nebeneinander leben. Noch leben wir gegeneinander. Ich fantasiere. Von einer Welt mit einer anderen Denkweise. Nicht Geld sondern Gesellschaft und Technologie treibt mich an. Was möglich ist. Nur gemeinsam zu erreichen. Und es kommt allen zugute. Wir müssen uns keine Sorgen darüber machen, wo wir etwas zu essen bekommen, wo wir schlafen. Auch nicht ob der Sturm die Ernte zerstört. Ob die nächste Krise unseren Arbeitsplatz und somit unser Leben zerstört. Für mich geht es darum, wie man Dinge besser machen kann. Nicht um mehr daran zu verdienen, sondern dem besser machen selbst wegen.

Oft drehe ich mich im Kreis. Es hilft Gedanken zu vertiefen, weiterzuspinnen, zu verstehen. Einer stößt den nächsten an. Ich bin. Mehr kommt da nicht. Mehr muss nicht. Das sein alleine reicht. Und wenn ich nicht mehr bin, ist es auch in Ordnung. Erst dachte ich, dass ich immer klein bleibe, doch dann wurde ich älter. Dinge ändern sich. Menschen ändern sich. Ich habe begonnen Distanz zu schätzen. Es war schmerzhaft. Kommt mir bloß nicht zu nahe. Dachte ich. Keine Verantwortung übernehmen macht das Leben einfach. Einfacher. Ein bisschen. Überall gibt es Grenzen. Alleine ist man weniger zu zweit. Weniger gemeinsam. Und so habe ich gelernt Nähe wieder zu schätzen. Ich habe diese wunderbare Frau kennen gelernt. Wir mögen uns in vielen Bereichen unterscheiden, doch in einem gleichen wir uns. In der Liebe, die wir füreinander empfinden.

Ich kann Menschen nicht leiden sehen. Habe irgendwann begonnen mich wegzudrehen. Die Erkenntnis, dass man die Welt nicht retten kann. Doch man kann da sein. Für die Menschen, die einem wichtig sind. Es ist nicht viel. Es hilft. Da sein. Das will ich. Kein schlechtes Gewissen. Ich bin es gerne. Ich betrachte Dinge auf unterschiedlichen Ebenen, erscheine manchmal abwesend, teilnahmslos. Ich verstehe nicht alles, doch versuche es. Manchmal klappt es auch.

Normale Menschen gibt es nicht. Nur solche, die gut damit zurecht kommen, was sie aus sich gemacht haben. Sich nicht ändern wollen, nicht ändern brauchen. Menschen sind zerbrechlich. Mit genügend Kleber und einem dicken Tuch kann man das verdecken. Fragen können daran ziehen, bis man fällt. Um aufzustehen. Es geht rauf und runter. Die Gerade würden wir gar nicht spüren. Ein ständiges steigen ist möglich, doch ich sehen mich nach den Unterschieden. Beschleunigen und Bremsen. Fast aus der Kurve fliegen, auf und ab.

Ich bin.

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