Gefühlsignoration

Gedanken sind Gedanken und Gefühle Gefühle. Nicht über unterschiedliche Arten des Bewusstsein schreiben, sondern über akzeptieren.

Momente in denen alles zusammenbricht. Die Auslöser sind oft klein. Nicht immer auffindbar. Das Gefühl der Hilflosigkeit, des Versagens. Angst. Die Gedanken kreisen um alles, das falsch läuft. Es fällt schwer aufzustehen. Fällt schwer irgendwas zu tun. Zu viel denken. Gedanken die erdrücken. Eine Schleife. Ein Strudel. Hände, die versuchen einen rauszuziehen, schaffen es selten. Stabilisieren ja, aber ändern muss man selbst.

Mir hat ein Text geholfen. Nach über Monate wiederkehrende Zweifel. Einfach so. Nicht ganz. Erst fallen lassen und dann statt zu zerschellen schweben.

Die Gefühle bleiben, aber man muss sich nicht mit ihnen beschäftigen. Ich habe etwas ähnliches mit körperlichen Schmerzen vor mehreren Jahren begonnen. Eine Rückmeldung des Körpers. Manchmal muss man darauf reagieren, aber nicht immer. Angefangen hat es mir Kälte. Lieber Körper, ich habe jetzt nichts da, entspann dich. Die Impulse kannst du gerne an das Gehirn leiten, damit ich weiß, was los ist. Aber ich nehme mir auch die Freiheit, mich nicht länger mit ihnen zu beschäftigen. Je größer der Schmerz, desto schwieriger ist er zu kontrollieren. Bis zu dem Punkt, wo er überschwappt und das System von selbst in den abgesicherten Modus schaltet. Damit man noch ein paar Minuten funktionsfähig ist, um sich in Sicherheit zu bringen.

Mir geht es nicht darum, nicht mehr zu fühlen. Ich liebe meine Gefühle auf allen Ebenen. Die angenehmen und unangenehmen. Auch mal leiden. Doch wenn man sich im Kreis dreht hat es nicht mehr viel mit fühlen zu tun. Die Unfähigkeit schönes zu sehen.

Der Großteil passiert unbewusst und man wird es nie kontrollieren können. Aber man muss sich davon nicht kontrollieren lassen. Eine Außensicht einnehmen.

Ich habe nie komplett versagt. Ich bin nie zu tief gestürzt. Ich habe mich nach jedem zerbrechen wieder geflickt. Es gibt viele schöne Dinge, auf die ich zurückblicken kann. Wunderschöne Momente und persönliche Erfolge. Auch das scheine ich manchmal zu vergessen.

Aufatmen. Als lösten sich Stricke, die einen festhielten. Man kann es nicht erklären, nur umschreiben. Die Sorgen sitzen nicht mehr im Genick, sondern neben einem. Mit ihnen beschäftigen ohne erdrückt zu werden.

Es sind nur die ersten Stunden und ich weiß nicht wie lange es bleibt. Aber es fühlt sich toll an.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ach, Gefühle.

    Ja, ich ignoriere sie auch so manches Mal. Weil es keinen Platz hat, weil ich zwar schlecht drauf bin, aber trotzdem nicht will, dass sie mir jeder sofort ankennt. Manchmal tut es richtig gut, man kommt in einen Sog des Überspielens, und manchmal vergisst man es auch einfach.

    Andere Male gehören sie raus. Gehört darüber geredet. Und diese Ehrlichkeit ist zwar vielleicht mitunter hart, aber so notwendig in zwischenmenschlichen Beziehungen.

    Aber „Versagen“? Ich habe schon so manches Mal versagt, aber es hat sich jedes Mal ein neuer Weg, ein besserer Weg ergeben. Es gibt niemand anderem, dem ich einen Vorwurf wegen dem Versagen machen könnte, als mir selbst. Aber wenn ich sehe, wohin es mich geführt hat, zahlt es sich gar nicht aus, mir selbst etwas vorzuwerfen. ;)

    Und dir wünsche ich, dass es klappt. Mit dem Ignorieren und möglicherweise auch mit dem gezielten Daraufeingehen. Das passt schon.

  2. Ich kenne das.
    Das immer wieder stürzen, sich wieder hinaufziehen und denken man hat es geschafft. Doch dennoch stürzt man wieder hinab, und fühlt sich genau wie zuvor.
    Der Satz „Die Unfähigkeit schönes zu sehen“ beschreibt das ganz gut. Aber man muss sich aufraffen. Immer ein bisschen Hoffnung im Herzen bewahren, auch wenn es schwer ist…
    Man selbst muss es schaffen, wieder Glück und Freude zu spüren.

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