Freischreiben

Ich vermisse es tagelang an einem Blogpost zu nagen. Die Worte im Kopf hin und her wälzen, sie mit dem Fuß treten und wieder zu streicheln. Einige werden aussortiert und andere kommen neu hinzu. Wenn man es kaum erwarten kann an einen Computer zu kommen und den Text in einem Schwall herunterzuschreiben. Man muss nicht lange nachdenken, sondern die Finger hüpfen von selbst über die Tastatur. Man hat das Gefühl, sie sind nie für etwas anderes bestimmt gewesen. Die Zufriedenheit wenn man fertig ist und auf „Veröffentlichen“ klickt. Flieg kleiner Text, flieg und lass dich weitertragen. Von Tweet zu Tweet, von Like zu Like und durch die Köpfe deiner Leser. Manche werden über dich sprechen, andere werden dich weitererzählen. Die meisten werden nie von dir erfahren. Flieg.

Früher habe ich bei so vielen Erlebnissen daran gedacht, dass ich darüber schreiben muss. Jedes Blatt, das durch die Lüfte gewirbelt wurde, hat mich inspiriert. Die Gesichter in der Straßenbahn und die Wortfetzen, die ich mitbekam. Ich war nie wirklich gut im schreiben. Aber es war mir egal. Ich wollte der Welt mitteilen, was durch meinen Kopf geht. Ich habe nicht darauf geachtet, ob ich etwas ähnliches schon einmal geschrieben habe oder nicht. Ich habe mir keine Sorgen darum gemacht, ob es jemanden interessiert oder nicht. Ich habe getippt und getippt bis ich fertig war. Wenn nur ein Satz zusammengekommen ist, war es genau so in Ordnung, wie wenn es mehrere tausend Worte waren. Das wie soll keine Rolle spielen, sondern das was und das dass.

Ich glaube, ich hoffe, dass es nur eine Einstellungssache ist. Dass man zu der Freiheit zurückfinden kann, wenn man nur wieder anfangt, die kleinen Dinge zu beachten und darüber zu schreiben. Was später damit passiert, muss einem egal sein. Jeder Gedanke darüber lenkt vom eigentlichen tun, dem Schreiben, ab.

Heute bin ich aus Bulgarien zurückgekommen.

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