Fingerübung

„Erinnern Sie sich, was Ihnen früher Freude bereitet hat und probieren Sie die Dinge aus“. Ich schaue auf den Punkt und frage mich, ob ich mich an den Syntax halten soll, den ich gelernt habe oder den, der sich richtig anfühlt. Heißt das überhaupt Syntax oder ist es nur Zeichensetzung? Oder ist Zeichensetzung ein Teil der Syntax? Eine kurze Suche gibt keine Antwort.

Schreiben, Radfahren, Lesen, Musik. Dinge bauen. Auseinanderbauen und Zusammenbauen. Videospiele. Ausprobieren. Neugierde. Das ist eher eine Eigenschaft als etwas, das mensch tut. Aber es ist mit meiner Freude verbunden.

Teilen. Sachen und Erlebnisse. Womit ich wieder bei den Worten bin. Aber wenn ich den Satz so oft lösche bis der ursprüngliche Gedanken vergessen ist, komme ich nicht voran. Es fühlt sich anstrengend an. Die Freude wird eingeengt bis es sich nur noch nach Druck anfühlt. Welche Worte darf ich noch teilen? Wir führen viele Gespräche. Ich verstehe, dass es unterschiedliche Wünsche und Erwartungen gibt. Ich möchte sie respektiere. Aber ohne mich auf dem Weg zu verlieren. Kompromisse finden. Ich habe Angst. Angst nicht voranzukommen.

„Ich glaube, Sie wissen, was sie wollen. Sie erlauben sich aber nicht es zu wollen.“ Das Satzende ist ein Teil des Strings. Aber das ist doch eine natürliche Sprache, kein Computerprogramm. Es ist mein txt. Ich kann damit machen, was ich will.

Mein Handgelenk vibriert. Ich habe eine Nachricht erhalten. Es fühlt sich gut an gemocht zu werden. Die Therapeutin hat mir angeboten, dass ich ihr halbjährlich ein Update schicken kann. Das war vor über einem Jahr. Ich werde ihr schreiben. Bald. Vielleicht.

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