Endeneu

Wir wollen alle leuchten.

Die letzte Woche war eigenartig. Es geht dem Ende zu. Ich freue mich, wenn es vorbei ist.

Ich bin mit zwei Koffern nach Wien gekommen und besitze vier Jahre später noch immer keinen Kasten. Es war nie geplant Wurzeln zu schlagen. Am liebsten hätte ich die Koffer nie ausgepackt, um sie jederzeit nehmen zu können und weiter zu ziehen. Jetzt sind sie wieder mit Kleidung gefüllt und neben ihnen stehen drei Kisten. Langsam leert sich das Zimmer. Bei jeder Sache, die ich in die Hand nehme, überlege ich, ob ich sie mitnehmen will oder ob ich sie einfach wegwerfe. Ich sollte eine Kiste füllen, die ich einer wohltätigen Einrichtung gebe oder wer auch immer sie haben möchte. Alles könnte man irgendwann brauchen, aber das meiste braucht man nie. Vier Säcke mit Kleidung habe ich schon in den Container geworfen. Auf dass sie jemand anderen wärmen. Gedanken, ob man das Preisschild abschneiden sollte oder sich niemand dafür interessiert. Das Shirt, das ich trage ist fünfzehn Jahre alt.

Paralysiert. Tagelang vor dem Bildschirm sitzen, ihn anstarren, anschreien, aufspringen. Die Hände in die Luft geworfen, den Körper gegen die Wand. Kaltes Wasser. Ich berufe ein Treffen mit Motivation und Selbstvertrauen ein. Beide schauen mich verwundert, was ich von ihnen will. Sie sollen öfter bei mir sein. Sie sollen mir helfen die Dinge zu tun, von denen ich weiß, dass sie richtig sind, weil es kein falsch gibt. Bevor ich fertig bin, fließen sie durch meine Hände. Eine Träne. Auf Verzweiflung ist Verlass. Gemeinsam mit Wut und Hasse ziehe ich um die Häuser.

Die Hoffnung, dass alles anders wird. Durch ein Wunder, das es nicht gibt. Nur ich selbst kann mich verändern. Nur ich selbst. Doch ich drehe die Musik lauter und verweigere. Die Realität und mein Leben.

Vielleicht bin ich noch nicht bereit dafür. Mein Leben ist Sicherheit. Ich bin gut darin, diese zu erhöhen. Manchmal wünschte ich, man würde mir den Boden wegziehen. Wie früher. Wo ich plötzlich nicht mehr konnte. Wie alles kaputt war und ich gezwungen habe, mich zu ändern. Heute kann ich fallen und werde vom Boden abgefedert. Mein Leben ist Sicherheit. Ein System, das sich selbst zu erhalten versucht und dadurch langsam stirbt. Die Nacht kuschelt sich an mich.

Was erwarte ich vom Leben? Die Fragen kommen zurück. Ohne Antworten.

Ich muss aufstehen. Beginnen zu gehen. Laufen. Stolpern, stürzen, aufstehen. Weiter. Immer weiter.

Es würde mich freuen, wenn ihr mitkommt.

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