Eintext

Einfach schöne Worte.

Ich liege wach. Wie könnte es auch anders sein. Die letzten Abende habe ich zu der Zeit gelesen. Zwischen elf und zwölf. Manchmal früher, manchmal später. Nie auf Papier. Hintergrund auf schwarz, Helligkeit unter zehn Prozent. Manchmal sehe ich auf die Decke um zu sehen, ob ich zu hell bin. Fast unsichtbar. Ich finde es schade, dass nicht alles so funktioniert. Nicht einmal Belletristik sondern ein Sachbuch. Dafür ein gutes. Eines wo ich mich bei jedem Kapitel erfreue, wenn meine Welt nachjustiert wird.

Diese Woche könnte es soweit sein. Unser Kind. Kurz die Augen schließen und das Glück spüren. Neun Monate. Schnell sind sie vergangen und nun ziehen sich die letzten Tage. Bewegen fällt ihr immer schwerer. Dafür turnt das Baby fleißig und stößt in die Rippen. Meine Hand liegt jeden Tag einige Stunden auf dem Bauch. Ich spreche mit beiden und wir haben alles vorbereitet. Das Kinderzimmer und die Tasche für das Krankenhaus. Für mich ein paar Tabletten und Shirts zum wechseln. Es wird sich vieles ändern. Ich bin gespannt. Die Gedanken bei den ersten Stunden. Viel weiter reicht die Vorstellung nicht. Alles andere fühlt sich unwirklich an.

Die Buchstaben sind auf weißem Hintergrund, die Decke Disco. Sie dreht sich um, legt einen Arm um mich. Ich bin angekommen.

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