Bruch

Schauer durch den Körper. Ich bin wieder in Wien. Alleine. Sitze im Bett und warte. Warte, dass sich etwas tut. Die Tage gehen vorüber, wenn man immer weiter klickt. Zurück bleibt das bittere Gefühl des Versagens. Ich, der Versager. Dann ist da noch das Impostor Syndrom. Wenn man sich einbildet die Erfolge stehen einem nicht zu. Man hätte Glück gehabt, war gerade da oder andere Leute hätten den Weg bereitet. Ich fühle mich manchmal beschissen nutzlos. Nicht fähig Aufgaben zu erledigen, die Ansprüche der anderen nicht erfüllend. Besser erst gar nicht anfangen. Wenn man etwas nicht macht, kann man es nicht falsch machen. Wenn man es nicht falsch macht ist es nicht das eigene Versagen, sondern die Zeit, die immer weiter tickt. Bin ich nicht dazu gekommen. Und noch ein Tag verklickt. Und welcher Idiot hat mir eingeredet, dass diese Zeit verschwendet wäre. Das Internet. Voller Dinge, für die man früher ins Museum gegangen ist. Oder ins Theater. Klassisches und Neues. Dazu gibt es Informationen im Überfluss. Ich kann mich hineinwerfen, darin wühlen, sie einsammeln und wieder rauskotzen. Da ein Kommentar dazu, dort eine Anmerkung. Ich stehe auf die Geschwindigkeit, aber noch viel mehr auf die Menschen. Verbunden mit hunderten, die mich verstehen, die verhindern, dass ich alleine bin. Auch nicht um drei in der Früh, wenn Frau Wunderbar einmal nicht hier ist. Die Zeit im Web ist meist besser investiert, als jegliche andere Art des Informationsaustauschs. Aber hier geht es um Gefühle, um das Leben, um mich und um sie. Den Rest könnt ihr wo anders lesen. Ihr wisst schon. Oder auch nicht. Seid artig.

Ich habe gekündigt.

Ohne jemals angestellt zu sein. Morgen ist Übergabe. Die letzten Passwörter und Dokumente. Ich fühle mich befreit. Wusste nicht, wie stark mich das ganze in den letzten Monaten gefesselt hat. Am Rande des Abgrunds, an dem ich schon immer spazieren war, standen plötzlich Monster, die nach mir griffen. Spinnst du, habe ich mir gedacht. Das kannst du nicht mit der machen. Nur die Zeit geht weiter ohne, dass ich etwas mache. Um alles andere muss ich mich selbst kümmern. Inzwischen könnte ich ein Jahr überleben. Einfach so. Mein Ziel ist noch lange nicht erreicht und ich bin gerade wieder auf den Trip des materiellen gekommen. Nicht für mich. Für die Menschen, die mir wichtig sind. Und irgendwann kann ich jungen Verrückten Geld zustecken. Ohne tamtam wie es die Medien vormachen. Wahrscheinlich gibt es viele, die das tun. Aber man es nicht weiß, weil sie es tun, um es zu tun und nicht, damit andere über sie sprechen. Damit Leute über mich sprechen, spreche ich selbst. Und schreibe.

Drei neue Angebote.

Vielleicht nehme ich alle drei an. Und daneben wird studiert. Schließlich möchte ich am Podium irgendwann nicht mehr als der junge Herr Kollege angesprochen werden, sondern als der junge Herr Doktor. Ob es jemals dazu kommt kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber die Vorstellung gefällt mir. Deshalb habe ich wieder angefangen tagzuträumen. Habe ich schon viel zu lange nicht mehr. Tut gut. Macht Lust einige Sachen zu machen und andere nicht. Weil einmal erleben reicht manchmal.

Ich erledige noch ein paar Sachen. Bis bald.

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