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Tagesstress

Der Tag ist zu lange geworden. Ich war verschlafen und kaputt, als mein Handy läutete.

“Wir sitzen gerade im Coworking Space und besprechen den Login. Hast du Zeit vorbeizukommen.” Ein paar Schuldgefühle was ich alles nicht gemacht habe und die Vorfreude etwas weiter zu bringen und dass ich gebraucht werde, haben mich zusagen lassen. In etwa einer halben Stunde sei ich da.

Der Coworking Space befindet sich am anderen Seite der Stadt, ich lag im Bett und hatte gerade ein paar Dinge für das Studium erledigt. Ein paar Sekunden planen, dann aufspringen, in die Dusche und mit dem großartigen Rum-Wacholder Gel waschen. Wieder raus, Zahnbürste schnappen, putzend zurück ins Zimmer, Unterwäsche anziehen, restliche Kleidungsstücke zusammensuchen, mit dem Fuß den Laptop zuklappen, Ladekabel für ebendiesen und Handy in den Rucksack packen. Hose hochziehen, wieder ins Bad ausspucken kurz gurgeln, ins Zimmer, Shirt und Pullover überziehen, Handy in die Hosentasche, Laptop in die Hülle und zusammen in den Rucksack. Beim Rausgehen Mantel vom Haken und Schlüssel vom Kästchen mitnehmen. Zur Ubahn laufen. Verschnaufen. Handy raus, Tagesplan anschauen, auf Twitter schauen, was sonst so los ist. Dann bleibt die Ubahn stehen. Es würde noch ein Zug in der Station vor uns stehen. Natürlich die Station, bei der ich rausmüsste. Ich schaue genervt umher, wackle mit den Fingern. Nach einigen Minuten erneut eine Durchsage, der Zug vor uns hätte eine technische Störung und wir müssen nun noch etwas warten. Nach weiteren fünf Minuten wird die Durchsage wiederholt. Ich bin gestresst, ich sollte genau jetzt dort sein. Grummeln zwischen den übrigen Fahrgästen. Eine Durchsage, der Zug vor uns wird so schnell nicht wieder fahren, wir werden zur letzten Station zurückkehren, die Strecke ist bis auf weiteres eingestellt. Ich denke nach. Was der beste Weg von der letzten Station zum Coworking Space ist. Erstmal anrufen, dass ich später komme. Während es läutet, spaziert der Zugführer an der Ubahn vorbei. Wir setzen uns wieder in Bewegung, ich erkläre kurz die Situation. Ich solle mir ein Taxi nehmen, die Firma zahlt das. Ich hüpfe die Treppe hinunter, sehe mich um. Taxis. Die Station ist etwas abgelegen. Von allem. Ich beginne in die Richtung zu gehen, wo ich Taxis vermute, andere schauen ebenso ein bisschen verzweifelt umher, doch dort werden sie so schnell nicht wegkommen. Das erste Taxi fährt an mir vorbei, leider besetzt. Dann sehe ich noch eines, winke ihm zu, dann sehe ich erst, dass hinten jemand drinnen sitzt. Es fährt vorbei. Ich ärgere mich schon, überlege ob die Richtung überhaupt ideal ist, dann sehe ich wie das Taxi stehen bleibt, der Mann von der Rückbank aussteigt und mir zuwinkt. Ich laufe hin. Ob er auch in der Ubahn war und in die gleiche Richtung muss? Er ist gar kein Fahrgast, sondern ein Kollege, der gerade den Wagen übergeben hat. Ich sage dem Fahrer die Adresse und dass die Ubahn ausgefallen ist, er gibt es per Funk durch.

Beim Coworking Space angekommen, setzen wir uns zusammen. Wir bekommen einiges weiter, inspirierend und motivierend. Leider muss ich nach eineinhalb Stunden wieder weiter. Es geht in die Uni, ich bin spät dran.

Ich spüre den Hunger, erinnere mich daran, dass ich noch nicht einmal etwas getrunken habe. Das geht sich jetzt nicht aus. Ich hechte die Stufen nach oben und setze mich in eine der vorderen Reihen. Interessante Vorlesung. Es ist der erste Termin, sonst würde ich mir nicht so viel Stress machen pünktlich zu sein. Im Moment überlege ich noch, welche Lehrveranstaltungen ich besuche und welche nicht. Teilweise fliegt man raus, wenn man beim ersten Termin nicht anwesend ist.

Um halbvier die erste Pause. Ich gehe in den Supermarkt, möchte mir etwas zu trinken kaufen. Stehe vor dem Regal und kann mich nicht entscheiden. Denke kurz über die Preise nach. Dass ich am liebsten Leitungswasser hätte. Nicht wegen den Preis. Ich mag es einfach. Nehme dann einen Grüntee mit Pfirsichgeschmack. An der Kasse sagt eine älterer Dame der Kassiererin, sie hätte gerne einen bestimmten Kaffee, käme aber nicht dran, weil er zu hoch oben im Regal steht. Ich möchte ihn für sie runterholen, doch die Leute vor mir beschweren sich, dass ich mich vordrängen würde. Die Kassiererin ist schon aufgestanden und hat ihn geholt, während ich noch versuche mich zu erklären. Danach geht es zu einem Biobäcker. Ich war noch nie dort und er ist mir heute zum ersten Mal aufgefallen. Ich nehme ein Spinat-Feta Brötchen und ein Linzerauge. Ich weiß nicht, ob es der Hunger ist oder die Erinnerung an früher, aber es schmeckt großartig. Ich genieße jeden Bissen und muss daran denken was ich meinem Körper in den letzten Jahren zugemutet habe. Auch wenn Nahrung der größte Posten in meinen Ausgaben ist und ich mir manchmal tolle Dinge leiste, sind das eher Ausnahmen. Meist muss es schnell gehen und wenig Aufwand machen.

Um acht geht es weiter. Eine Einführungslehrveranstaltung. Hört sich inhaltlich gut an, aber das organisatorisches Vorgeplänkel nervt mich etwas. Der Akku des Laptops ist kurz vor dem aus, Mobiltelefon hat noch einen Strich. Am Heimweg ist auch der verschwunden.

Ich beeile mich, möchte noch kurz Frau Wunderbar hören bevor sie schlafen muss. Dann die Nachricht, dass ihre Internetverbindung Probleme macht. Zumindest schreiben wir etwas. Das tut auch schon gut. Morgen hoffentlich mehr.

Ich denke über New York und Kinder nach.

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Rückkehr der Muse

“Was machen wir hier eigentlich? Wir sollten im Bett liegen und schlafen. Nicht nur der morgige Tag ist anstrengend, die nächsten Monate werden es. Du hast viele Dinge versprochen. Wie willst du die alle halten, wenn wir hier draußen sitzen?”

Ich blicke auf, zeige auf die Sterne. “Glaubst du, dass unser Leben zusammenbricht, wenn wir nicht alles so erledigen, wie geplant?”

Viel zu lange habe ich mich selbst eingesperrt. Ich müsse die Zeit sinnvoll nutzen, dies sei zu erledigen und jenes. Und wenn das fertig ist, muss ich mich darum kümmern. Erst wenn alle Dinge abgeschlossen sind, kann ich mich um mich selbst kümmern. Eine große Lüge. Ich muss an erster Stelle kommen. Alles andere ist Zusatz. Ich opfere mich zu gerne auf, fühle mich dabei auch noch besser. Es tut weh. Manchmal bricht mein Inneres durch, ich kann für einen Moment nicht mehr atmen, bis ich mich erinnere was ich einmal war. Der kleine Junge und die Musik. Große Träume, kleine Ängste. Das möchte ich nicht verlieren. So wertvoll die Momente der inneren Zufriedenheit. Ich werde damit Menschen enttäuschen, doch wenn ich nicht mehr kann enttäusche ich noch viel mehr.

“Die Mischung macht es aus. Man kann Pläne ändern, Versprechen brechen, Dinge vergessen und sogar ignorieren. Macht man das aber öfter, wird es auf uns zurückkommen, über uns schwappen und uns begraben. Das möchte ich nicht. Das ist mindestens so unschön wie von den Dingen, die zu erledigen sind, gelähmt zu werden. Manchmal hilft es das grundsätzliche Verhältnis mit Menschen zu verändern, offen darüber zu reden und die gegenseitigen Erwartungshaltungen zu klären.”

“Du sagst das, als könnte man das so einfach machen. Mal schnell anrufen oder eine klärende Mail schreiben. Ich bin schlecht im Menschen enttäuschen und warte damit so lange bis sie sich enttäuscht abwenden.”

“Hör auf mit dem Unsinn. Du bist schon wieder dort, wo du nicht sein wolltest. Lass uns weiter spazieren.”

Ich sauge die Dunkelheit in mich auf. Sie füllt mich mit Kälte, die sich schnell in Wärme wandelt. Wege sind für Zeiten, wo man sich nicht leisten kann einen Umweg zu gehen. Wir steigen über eine kleine Hecke, vorbei an einem Pool, grinsen wenn wir Menschen vor ihren Fernsehern sehen. Die Häuser werden weniger, hügelige Wiesen und Obstbäume, die gerade kein Obst tragen.

“Ich bin froh wieder da zu sein.”
“Ich bin froh, dass du wieder da bist.”

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Schlafende Kugeln

Gestern hat die Uni wieder begonnen. Gestern ist mein Laptop kaputt geworden. Gestern war gestern.

Als ich heute heimkam, war ich müde und kaputt. Am Vormittag hatte ich endlich alle Anmeldungen erledigt und die Termine in den Kalender eingetragen. Mich dabei wieder einmal gefragt, wie Menschen das Studium ohne digitalen Hilfsmitteln überstehen, vielleicht sollte ich einmal eine Studie dazu machen. Am Nachmittag am Institut für Soziologie, das erste Mal. Eine tolle Dozentin, die Lehrveranstaltung wird fordernd aber interessant. Zumindest dachte ich bis die anderen Studierenden zu reden begannen. Ich bin wieder arrogant geworden, als ich hörte wie wenige Vorkenntnisse viele hatten und die Dozentin ihre Hoffnungen höher einzusteigen immer weiter reduzierte. Noch einmal Grundlagen machen. Es schadet mir nicht, abe es war ein kleiner Sturz nachdem meinen Augen schon etwas gefunkelt haben.

Zuhause habe ich die Jeans ausgezogen, mich ins Bett gelegt und wollte bald schlafen. Es war noch früh. Sehr früh. Vielleicht später etwas mit Frau Wunderbar reden, aber sonst sollte es ein entspannter Abend werden.

Auf Skype die Nachricht, ob wir heute bowlen gehen. Erst abgelehnt. Dann der Gedanke, dass ich dieses Jahr erst an vier Abenden etwas mit Freunden unternommen hatte. Wovon drei sportliche Tätigkeiten waren. Und wenn nicht heute, wann dann? Immer verschieben bringt auch nichts. Noch einen Freund überredet, der für uns mehrere Dinge versäumt hat. Einen weiteren konnten wir leider nicht mehr erreichen.

Dann noch der Anruf aus Boston. Mein langjährigster Freund. Zu lange habe ich nicht mehr mit ihm gesprochen. Wir haben uns etwas über die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft unterhalten. Es hat mich gefreut, ihn wieder einmal zu hören und ich hoffe, dass wir es schaffen in Zukunft öfter zu telefonieren und uns irgendwann wieder treffen. Zugleich der Gedanke an die Freunde, die ich in Wien zurücklassen werde.

Zu spät dran. Aufstehen, Deo drauf, Haare ein bisschen herumschieben, Schuhe, Mantel und los. Zu Fuß durch die kühle Abendluft. Die Autos, die an mir vorbeifuhren, die Menschen die nicht lächeln, weil man das nicht tut. Ich bin zwischendurch gerannt. Meine Hosen werden eng. Ich muss mir neue Laufschuhe kaufen, nachdem die letzten verschollen sind. Das Wetter wird wieder besser. In der Früh eine Runde durch den Park. Für Körper und Kopf. Als ich ankam, den Eingang nicht gefunden, Freund angerufen, er hat mich abgeholt. Einmal um das Gebäude, hinten rein, den anderen Freund und seine Freundin gefunden. Drei Runden, die ich mit schwächelnden Punkten jeweils als Letzter beendet habe. Doch es tat gut wieder einmal raus zu kommen, es war schön ein paar Informationshappen von ihrer Costa Rica Reise zu bekommen, von Haien, Schlangen, Alligatoren und Sicherheitskontrollen. Dann wieder heim. Noch kaputter als zuvor, ein blutender Daumen, aber zufrieden. Mit der Welt. Ein bisschen.

Und morgen höre ich Frau Wunderbar wieder.

Wortzug und Dank

Anstatt die Geschichten mit mir herumzutragen, nutze ich jede Gelegenheit sie loszuwerden. Oder ich warte bis sie verschwunden sind. Und sie verschwinden schnell. Zu schnell.

Es wird wieder leichter. Das Leben. Vor zwei Wochen eine wichtige Prüfung geschrieben, heute eine entscheidende Arbeit abgegeben. Es tut mir gut Dinge abzuschließen. Auch wenn ich nicht ganz zufrieden mit ihnen bin. In dem Moment, in dem ich sie abschließe lösen sich die Sorgen, die durch meinen Kopf geirrt sind, auf. Ich kann mich auf neues einlassen.

Ich sitze im Zug zu meiner Freundin. Drei Wochen für uns. Die Zeit, die sie arbeiten muss, möchte ich nutzen um ein weiteres Projekt abzuschließen. Und um zu schreiben. Wieder einmal zurück blicken, Dinge verarbeiten, in die Zukunft blicken.

Umgeben von tollen Menschen. Mein Leben gleitet vor sich hin, es fühlt sich gut an, doch manchmal habe ich das Gefühl die Kontrolle zu verlieren. Überforderung, die sanft an meine Tür klopft und sie manchmal brutal eintritt. Das Zusammenbauen kostet Kraft, die ich nicht immer habe. Im Moment geht es mir gut. Die richtige Zeit um einiges zu reparieren, das in den letzten Monaten, Jahren kaputt gegangen ist. Anderes muss ich wegwerfen. Und mich daran gewöhnen, dass ich manche Zimmer nicht mehr abschließen kann.

Ich habe schon lange nicht mehr geträumt. Untertags. Die Nachtträume sind seit etwa einer Woche wieder hier. Nach Jahren der Abwesenheit. So viele Dinge, die ich mag, blockieren mich. Ich werde einen Mittelweg finden, wie ich miteinander vereinen kann. Nicht alles aufgeben muss.

Zu gern stelle ich mich selbst hinten an. Seit zwei Monaten lehne ich neue Projekte ab. Verweise Hilfesuchende an andere. Kein komplettes ignorieren, aber ein reduzieren. Mehr an meinen eigenen Träumen arbeiten. Hoffentlich wieder mehr Worte zu Sätze, zu txt zusammenfügen.

Ich lese eure Kommentare, aber bin nicht immer in der Lage direkt darauf anzuworten. Sprache ist etwas lebendiges. Jetzt wo alles etwas leichter ist, werde ich es öfter schaffen.

Menschen, die mir mit den Dingen helfen, in denen ich nicht so gut bin. Danke. Menschen, die wunderbaren txt schreiben. Danke. Menschen, die lesen. Danke. Menschen. Danke.

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Bis es zu spät ist

Zu langsam. Ich habe eine Entscheidung an mir vorbeiziehen lassen.

Als ich diesen Blog begonnen habe, wollte ich txt schreiben und sonst nichts. Ich wollte all den Geschichten den Platz geben, der ihren zusteht. Doch dann kam das Leben. Alles war etwas holprig, hier war der Ort wo ich es verarbeiten konnte. Dann kam noch mehr Leben. Ich habe mir nicht mehr die Zeit zum verarbeiten genommen. Das war falsch und ich merke es jedes Mal wieder, wenn ich beginne die Tasten zu berühren, aus den chaotischen Gedanken formen sich Sätze und beginne Zusammenhänge zu sehen. Zumindest bilde ich es mir ein.

Kleines Update für alle, die mich noch nicht vergessen haben.

Die Zeit bei Mia war wunderschön. Es fühlt sich so richtig an. Gemeinsam. Teilweise hatten wir so etwas ähnliches wie Alltag. Wir waren bei Freunden eingeladen, haben Freunde eingeladen. Vermutlich die schönste Zeit des Jahres. Neben dem Sommer. Die Nordsee. Ich versinke schon wieder in Erinnerungen, doch das ist es was mich durchhalten lässt. Gedanken an die wunderbaren Tage und Wochen, die wir hatten. Der Abschied war noch schwerer als sonst. Doch wir haben eine Entscheidung getroffen. Eine wichtige Entscheidung. Hochrational. Ich werde im Sommer zu ihr ziehen. Es ist das erste Mal, dass ich mit einer Freundin zusammenziehe. Es ist auch die erste Frau, mit der ich länger als ein paar Wochen zusammen bin. Es erinnert mich manchmal daran wie wenig Erfahrung ich eigentlich habe. Wir sind drei Jahre zusammen. Der Zeitpunkt ist gut.

Beruflich hat sich seit der Kündigung einiges getan. Ich habe an einem Buch mitgeschrieben und die dazugehörige Website, wo alle Buchinhalte kostenlos abrufbar sein werden gemacht. Beziehungsweise bin ich gerade dabei sie zu machen. Nächste Woche sollte sie fertig werden. Geplant war, dass sie Ende September fertig war. Das Projekt hat mich belastet, mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich gehofft habe. Es ist von allen Seiten nicht so rund gelaufen, am meisten gebe ich mir die Schuld selbst. Daneben habe ich das beste Angebot angenommen, das ich je bekommen habe. Ich mache mir etwas Sorgen, ob ich zu leichtmütig die Geldfrage schon wieder zur Seite geschoben habe. Das Projekt ist spannend, ich kann daran wachsen, kann viel machen. Kann zeigen wie gut ich bin. Doch es fordert ebenso viel Aufmerksamkeit. Weil ich nicht nur das gleiche und immer wieder gleiche machen muss, sondern neues. Ich habe wieder Speakeranfragen bekommen, bisher alles abgelehnt oder zumindest aufgeschoben. Eine kleine Veranstaltung des öffentlich-rechtlichen Radios, wo ich das Livestreaming gemacht habe.

Und dann ist da noch die Uni. Das Sorgenkind. Die Hölle. Ich dachte ich würde das alles schaffen, habe alle Prüfungen, alle Seminare gemacht. Doch nur die aus meiner Studienrichtung. Nicht die, die ich als Wahlpflicht machen muss. Diese habe ich vernachlässigt. All die Semester und das fällt mir jetzt auf den Kopf. Ich könnte heulen. Es fehlen mir noch zwei Prüfungen und zwei Arbeiten aus meinem Studium. Eine Prüfung schreibe ich in zwei Tagen, die Arbeit möchte ich in vier Tagen abgeben. Doch ich hätte zehn Prüfungen machen sollen oder zumindest fünf. Ich habe Angst vor der Prüfung, ich habe Angst, dass die Arbeit schlecht ist, ich habe Angst, dass ich das Studium nicht bis zum Sommer fertig bekomme. Möglicherweise ist es unmöglich es bis zum Sommer abzuschließen, da die Studienprogrammleitung mich nicht die Kurse wählen lässt, die ich möchte, die möglich sind sondern mir welche vorschreibt, weil ich mich nicht vor zwei Jahren darum gekümmert habe.

Es gibt für alles eine Lösung und ich habe verschiedene Möglichkeiten mit der Situation umzugehen, doch ich kann das nicht. Ich schaffe es im Moment nicht. Ich wünschte, ich hätte mich entschieden sofort zu Mia zu gehen, es wäre nur ein Semester mehr gewesen, das ich dort machen hätte müssen.

Ich versage.

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Weihnachtstanz

Mein Beine halten nicht mehr still. Ich muss tanzen. Aufstehen und tanzen. Es ist egal, dass ich im Zug bn. Er ist überfüllt, ich hüpfe durch die Wagen. Sehe keine Menschen, spüre nur die Musik. Königskinder. Ich bin dankbar. Für so vieles. Die letzten Tage gehören zu den schönsten in meinem Leben. Ich kann es nicht fassen, nicht beschreiben nur das Gefühl ist da. Das schönste Geschenk war Zeitungspapier. Ein Moment der Verwirrung. Darin eingepackt Kopfhörer. Ich spürte sie, faltete das Papier auseinander, dann sah ich es. Ich musste den Namen nicht lesen, der Titel war noch im Kopf. Freude und ein Lächeln. Menschen, die mir wichtig sind. Man muss sich nicht täglich sehen, muss nicht ständig miteinander in Kontakt sein. Manchmal reicht es sich dreimal im Jahr zu sehen. Wir sind zusammen durch die Nacht getanzt. Das erste Mal #wasted. Die Treffen sind schwerelos.

Ich habe nur ein kleines Danke herausgebracht, wo ein wildes umherwirbeln angebracht gewesen wäre.

Ein Ordner in dem immer wieder Musik landet. Ich interessiere mich eigentlich nicht sehr dafür, bezeichne meinen Geschmack als deutschen Pop Rock mit internationalen Ausschwenkern. Und immer wieder versinke ich in den neuen Liedern. Nicht immer bekomme ich sofort mit, wenn etwas neues da ist. Freue mich, wenn ich irgendwann nachschaue. Warte mit dem anhören bis ich dazu Zeit habe. Meist nachts. Die Titel fliegen an mir vorbei, doch die Musik bleibt. Ich nehme sie mit, höre sie unterwegs. Schreibe dazu.

Ich habe einen Plan. Für mein Leben. Zumindest die nächsten Monate. Will das Studium bestmöglich abschließen, um danach gehen zu können. Ein neues Abenteuer. Mit vielen Herzchen und Sternen. Gemeinsam mit ihr.

Danke. Für alles. An alle.

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Nicht mehr lange

In einer Woche geht es zu Mia. Ich freue mich darauf. Sehr.

Monate seit wir uns das letzte Mal gesehen, gespürt haben. Auch wenn ich jeden Abend ihre Stimme habe, zerfrisst mich die lange Zeit. So oft möchte ich ihr einen kleinen Kuss auf die Wange geben, sie umarmen oder einfach ihre Hand halten.

Ich schließe die Augen. In Gedanken schon bei ihr. Wie sie mich am Bahnhof abholt. Wir uns fest halten. Minutenlang. Die Welt dreht sich weiter, wir steigen für einen Moment aus. Ihr Geruch, ihre Haut, ihre Lippen. Ich sehe in ihre Augen, lächle, küsse sie. Mein Körper ist voll Wärme und zittert doch. Drei Jahre und noch immer verliebt. Sehr.

Manchmal mache ich mir Gedanken, ob es verschwinden wird, wenn wir zusammenziehen. Es wird sich ändern. Aber niemals verschwinden. Hoffe ich. Sowas kann man nicht wissen, nicht vorhersagen. Doch man sollte sich keine Sorgen machen.

Vorfreude bis unter die Haare. Meine Finger die es nicht erwarten können durch ihr Haar zu fahren. Mein Kopf, der den ihren berühren möchte. Meine Hände, die die ihren halten möchten.

Nicht mehr lange.

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Scheiß drauf!

Weil ich immer wieder verzweifle. Eine Nachricht mich umhaut und ich Stunden brauche mich wieder aufzurappeln. Ein Zündholz, das vom Auto zerfetzt wird. Ich suche all meine Stücke. Verstreut durch die Gedanken in der Nacht. Eingesammelt und wieder zusammen geklebt. Immer wieder. Seit Jahren. Ich bin nur ein kleines kaputtes Stück.

Die Kraft, die mich zusammenhält. Alle anderen, die sie brauchen, die sie haben. Die Welt voller gebrochenen Wesen, die nicht aufgeben, wo es manchmal so einfach erscheint. Aufzuhören, sich alles anzutun und stattdessen frei zu sein. Es wäre nur das Ende von einer Möglichkeit. Die Möglichkeit mehr zu sein. Etwas verändern, und sei es nur man selbst.

Ich liebe die Musik, die Worte, wenn sie rausgeworfen werden, unbekleidet und einsam. Sie lösen Gefühle aus ihren Versteifungen, lassen den Atem stocken, um danach den Kopf wieder geordnet zu haben. Mehr Raum, neue Ideen, kleine Dinge, die man übersehen hat. Die, die das Leben so schön machen. Froh zu sein. Es hilft.

Doch dann kommen die Worte der anderen, die es kaputt machen. Die Musik zerredend. In mir geht etwas kaputt. Ich sollte es mir nicht anhören und schaffe es nicht abzudrehen. Und dann ist es vorbei und geht weiter. Ich vergesse und versinke wieder. Weil das gut ist. Wie es ist. Ohne Kommentar und Analyse.

Texte sind Worte. Ich muss machen, was ich kann. Was mir Spaß macht. Heute nur wirr, doch es geht weiter.

via

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Selbstbelehrung

Möchte ein bisschen schreien. Schreiben. Habe begonnen an der vorletzten für die Uni zu schreiben. Die Aufgabenstellung nur überflogen und gemacht, was ich bei anderen so oft kritisiere. Das Falsche. Nun muss ich noch einmal anfangen. Ich habe den Großteil der Literatur, doch das Theme läuft mir immer wieder durch die Finger. Bei den anderen hört es sich so toll an, ich habe sofort eine Idee, wie man etwas machen kann, kenne ähnliche Arbeiten und kann weiterhelfen. Doch bei mir selbst bleibe ich stecken. Ich blockiere.

Jemand hat geschrieben, dass man zu viel analysiert und zu wenig tut, wenn man glaubt stecken geblieben zu sein.

Die Dozentin hält mich entweder für ein Genie oder einen Streber. All die Wortmeldungen und daneben gelangweiltes Herumklicken am Laptop. Heute ist ihr ein ‘Internetexperte’ herausgerutscht. Ich musste innerlich lachen, habe die Frage des Studentin beantwortet und mich wieder dem Monitor zugewendet. Meine Arbeit ist ein einziges Chaos. Dreimal umgeschrieben, aus allen Versionen Fragmente. Dann sitze ich davor. Starre auf die Sätze, lese sie noch einmal, in mir baut sich Aggression auf. Ich möchte wo draufschlagen, balle nur meine Faust. Entspanne mich, stehe auf. Eingesperrt in meiner kleinen Gedankenwelt. Und wieder die Annahme nicht für das System geschaffen zu sein. Nicht zurecht zu kommen. Versagen. Als hätte man das gesamte Leben nichts anderes gemacht.

Jemand hat geschrieben, dass es nur ein Konzept ist, ich mir nicht so viel Stress machen soll.

Immer wieder glücklich über das Internet. Über die Menschen, die mich vor dem Wahnsinn retten. Es ist nur ein Konzept. Meine Selbstkritik treibt mich dorthin, wovon sie mich bewahren will. Den Rest runterschreiben. Ich ignoriere die Literatur und Hypothesen. Irgendwie wird es etwas ganzes. Ich muss es bei meinem Mitbewohner drucken, da ich selbst nie einen Drucker besessen habe. Fünf Seiten. Fünf lächerliche Seiten.

Am Abend treffe ich mich mit Freunden. Wir reden über die Uni. Wir lachen. Ich bin glücklich. Noch ein paar Momente auf dem Weihnachtsmarkt stehen. Wieder das Thema der Arbeit, man diskutiert. Ich bekomme neue Ideen. Die Dinge fangen an Sinn zu ergeben. Ein bisschen. Nicht mehr die Kraft alles zu tippen. Ich behalte es im Kopf. Als ich schon abschalten möchte, noch die Nachricht von Frau Wunderbar. Wir hören uns ein paar Minuten. Es ist nicht mehr lange bis zum Wiedersehen. Nicht in unserer Zeitrechnung. Ihre Stimme füllt mich mit kleinen Herzen. Mein Mund ein Lächeln. Alles entspannt sich. Das Leben ist so viel mehr.

Ich möchte schreiben.

Altersunwillig

Ich wollte einen langen Beitrag über Alter und Altersunterschiede schreiben. Warum wir Reduzierung brauchen und wo es falsch ist sie anzuwenden. Dass Alter Menschen weder klüger, noch dümmer macht und was das alles mit meiner Beziehung zu tun hat. Dann habe ich ihn gelöscht, weil ich zu dem Schluss gekommen bin, dass es mir scheißegal ist. Wenn Menschen meinen mich aufgrund der Zeit, die seit meiner Geburt vergangen ist, einschätzen zu können, sollen sie das tun. Wenn jemand meint, etwas über eine Beziehung zu wissen, weil er den Altersunterschied kennt, kann sie das gerne tun. Ich möchte aber nichts mehr mit diesen Leuten zu tun haben. Was mich früher noch wahnsinnig gemacht hat, ist mir jetzt immer öfter gleichgültig. Weil es so viele andere Sachen gibt, mit denen ich mich lieber beschäftige und die mir wichtiger sind. Ich habe großartige Freunde, wo sowas keine Rolle spielt. In manchen Situation ist eine Konfrontation nötig, aber oft reicht ignorieren aus.

Heute habe ich Rezepte gesucht. Ohne rohen Eiern, ohne gekochten Fisch, keine Nudeln, noch Süßes als Hauptspeise. Zukünftig werde ich auch Paprika vermeiden. Herausgekommen ist spanische Gazpacho als Vorspeise, Kartoffel Tortilla, die mehr ein Auflauf wurde, und Grießkoch mit Brombeermarmelade als Nachspeise. Der Anfang und der Ende war toll, das dazwischen hat mich etwas enttäuscht. Doch mit guten Freunden wird das Essen zur Nebensache. Frau Wunderbar hat gefehlt. Drei Pärchen und ich. Zumindest sind es keine Kitschpärchen, die ständig aufeinander hängen und unfähig sind ein Gespräch alleine zu führen. Ich fühle mich wohl bei ihnen. Freunde wie ich sie nie gehabt habe. Meine zwei besten Freunde, noch aus einem anderem Leben, sind momentan in Kanada und Maastricht. Außer ein paar Mails und Skype momentan nicht viel Kontakt. Leider macht das die Gesamtsituation nicht einfacher.

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass eine Beziehung zwei gute Freunde kostet. Zwei würde ich vielleicht verkraften. Aber nicht alle. Würde ich an Bestimmung glauben, wäre ich ziemlich böse auf jemanden. So finde ich die Situation scheiße. Denke immer wieder darüber nach und komme zu keinem Schluss. Stimmt nicht ganz. Es gibt mehrere Möglichkeiten, es sind alles Kompromisse. Sie tun weh. Aber es geht. Wir können es gemeinsam schaffen.

So lange ich an uns glaube, mache ich mir keine zu großen Sorgen.

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