31. Mai 2010 um 23:26 |
Nachdem ich erneut gestolpert bin. Der Blick in den Terminkalender hat mich zweifeln lassen. An mir selbst, der Fähigkeit mein Leben in den Griff zu bekommen. All die Dinge, die man machen möchte und all die Dinge, die an einem vorbeiziehen, weil man sich nicht aufrafft und anfängt. Stattdessen lasse ich mich treiben und schiebe die Entscheidungen was ich mache vor mir her. Da helfen auch keine Videos über Motivation und die Erkenntnis, das es nicht das Geld ist, das mich antreibt. Vieles erreicht ohne zu wissen, dass ich es wollte. Manchmal komme ich mir wie ein kleiner Junge vor, der durch den Wald läuft und überall glitzernde Dinge findet. Doch anstatt einer Spur zu folgen freut er sich darüber immer wieder neue zu finden. Wo er ist, weiß er schon lange nicht mehr. Rundherum glitzert es, er muss nur endlich losgehen und sich nicht ständig im Kreis drehen und nur zögerlich in eine Richtung gehen. Schade und gut, dass das Leben nicht ganz so einfach ist und mehrere Ebenen besitzt, die sich überschneiden und ineinander verlaufen.
Es tut gut offen über die Dinge sprechen zu können. Der Anfang ist nicht immer leicht, aber man nimmt sich gegenseitig die Ungewissheit. Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen. Es reicht ihre Stimme zu hören, um meine Augen leuchten zu lassen. Die Welt ist nicht mehr so schwer, wie sie noch vor ein paar Minuten schien. All die tollen Dinge schweben durch meinen Kopf. Die Freunde. Die neuen und die Alten. Wie ich mich selbst entwickelt habe. Die Perspektiven. Konkret geworden, was die Zukunft betrifft. Ich liege auf dem Sofa, noch ihre Stimme in den Ohren.
Auch wenn die Worte etwas wirr sind, sollen sie bloß meine Freude ausdrücken. Es fühlt sich richtig an.
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26. Mai 2010 um 18:50 |
Es bleiben immer Spuren.
Oft habe ich davon geträumt reich zu sein. Reich und kalt. Ich würde das Leben verabscheuen und mich über all die Gestalten, die versuchen etwas daraus zu machen, lustig machen. Von Stadt zu Stadt fliegen, in Lofts und Hotels wohnen. Keine Drogen, aber viele Parties. Mit Menschen, die ich nicht kenne und genau deshalb an meinen Gefühlen teilhaben lasse. Manchmal würde ich mich als der gute Retter aufspielen, meist nur als Arschloch, das sich nicht darum kümmert, was es zurücklässt. Weil ich selbst unantastbar bin. Sex würde mich nur interessieren, wenn sie schwer zu erreichen wäre. Nicht, weil sie sich ziert, sondern weil sie mir nicht vertraut. Andere Welten. Die reichen Töchter und Söhne regelmäßig im Regen stehen lassen. Brüche auf vielen Ebenen. Ich wäre einsam und würde es auskosten. Keine Angst. In der Economy Class um am Leben anderer teil zu haben. Manchmal Träume erfüllen. Unbekannt bleiben und so eine Legende kreieren.
Träume ändern sich. Ich kann dieses berechnende Arschloch sein, doch heute ist es vor allem eine Figur, die sich in meinen Texten austobt. Irgendwann bin ich zu dem Punkt gekommen, an dem ich mich entschlossen habe, dass ich nicht alles gemacht haben muss, um es zu erleben. Es reicht aus, wenn ich die Erinnerung daran habe und dich kann ich selbst erzeugen. Sei es durch träumen oder was mir mehr liegt durch schreiben. Nicht nur ich war dabei, sondern auch andere Menschen, die ich wahrscheinlich nie kennen lernen werde. Ein paar. Die ewige Frage nach dem Sinn des ganzen und die Antwort, die man selbst ist. Es gibt viel auf der Welt, das man erreichen kann, aber das meiste wird uns für immer verwehrt bleiben. Sich damit abfinden, dass man nicht in alle Kostüme passt, die einem angeboten werden, die man in den bunten Kisten und an den Wänden sieht. Der Unterschied ist Auswirkung und die Zeit. Kein resignieren, sondern ein entscheiden für einen anderen Weg. Einen gesünderen, der dennoch alle Möglichkeiten hat.
Ich werde nicht zurückblicken und sagen, ich habe nicht gelebt. Sondern ich lebe jetzt. Jedes Wort, das ich tippe erfüllt mich mit dem, was viele suchen indem sie ihm hinterherlaufen. Wenn ich am Abend ihre Stimme höre. Wenn ich aufstehe und meine Augen brennen. Der Streit mit meiner Mutter. Das Abwaschen. Der Straßenbahn nachlaufen. All das ist mein Leben. Ich erlebe Abenteuer. Jeden Tag. In der Welt da draußen und in der Welt hier drinnen. Manchmal vermischt es sich.
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24. Mai 2010 um 17:01 |
Vage Gedanken über einen neuen Lebensabschnitt. Die letzten Jahre waren gut, aber es ist an der Zeit etwas zu ändern. Den ersten Schritt dafür habe ich getan. Was jetzt passiert weiß ich noch nicht. Es war keine leichte Entscheidung und es ist noch keine endgültige gefallen.
Ich habe viel gelernt. Vor allem was ich in meinem Leben nicht machen will. Wie ich nicht werden möchte und was mich an anderen Menschen stört. Aber auch gute Sachen. Wie man mit bestimmten Problemen umgeht. Wie man sich selbst aus einem Graben holt und dass es am Ende gar nicht so schlimm ist. Jetzt sitze ich in einem Café. Hinter mir eine Gruppe nerviger Mädels, die ständig quasseln und sich über alles mögliche aufregen. Vor ein paar Minuten habe ich die Mail abgeschickt. Schon die zweite. Also die Antwort auf die Antwort meiner ersten Mail. Ich habe sehr nüchtern meine Situation erklärt. Wie ich das ganze empfinde und warum ich mir nicht sicher bin, dass es so weitergehen kann.
Es ist nicht so, dass es mir dort schlecht geht, sondern dass sowohl ich als auch die anderen sich weiterentwickelt haben. Nach meinem Gefühl in unterschiedliche Richtungen. Grundsätzlich nichts schlechtes, aber sollte es tatsächlich so sein, muss man sich das eingestehen und bereit sein den eigenen Weg nachzujustieren und dorthin weiterzugehen, wo man sich wohl fühlt. Ich weiß noch nicht, was das für mich genau bedeutet, aber das gilt es in den nächsten Wochen und Monaten herauszufinden.
Meine Freundin unterstützt mich bei der Entscheidung. Sie gibt mir Kraft, die mir in den letzten Tagen manchmal gefehlt habe. Sodass ich bald wieder in meine Richtung gehen kann ohne ständig zu stolpern, mich umzudrehen, unsicher und abhängig zu sein.
Auch wenn mich das ganze sehr mitnimmt, finde ich es wichtig, mich damit zu beschäftigen. Sonst gibt es Stillstand in einer Situation mit der ich nicht zufrieden bin.
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18. Mai 2010 um 00:57 |
Wer mit wirren Sätzen nichts anfangen kann, soll jetzt bitte wegschauen.
Ich stecke fest. Habe mich selbst gefangen in einem zähflüssigen Sirup aus Gedanken, die so sehr ineinander verworren sind, dass ich es nicht schaffe auch nur einen davon zu Ende zu denken.
Muss man nicht verstehen, weil es nur darum geht einen Teil davon loszuwerden. Müsste man auch nicht veröffentlichen, aber das ist mir egal. Gehört alles dazu. Zum Leben. Und so.
Am Abend ein tolles Gespräch mit einem Freund. Dazu leckeres Essen. Perspektiven für die Zukunft. Nachdem ich heimgekommen bin eine wunderschöne Nachricht von Mia. Am liebsten hätte ich mich zu ihr ins Bett gekuschelt und wäre einfach eingeschlafen. Geht im Moment nicht.
Nationales Fernsehen, Internationale Magazine. Im Moment kann ich mich nicht über fehlende Aufmerksamkeit beschweren. Dann noch das Angebot für eine große Zeitung zu schreiben. Einladung zu Kunstveranstaltungen und Interviewanfragen. Alles supi, alles neu. Fuck.
Ich kann es nicht einmal wirklich definieren, was mein Problem ist. Vielleicht geht es mir zu gut und deshalb reite ich auf Kleinigkeiten herum. Es hat sich mit der Zeit entwickelt. Glaube ich. Immer wieder Moment, wo sich mein Innerstes gesträubt hat, ich aber den Mund nicht aufbekam. Wie soll es so jemand mitbekommen? Reagieren? Scheiße. Ich rege mich über mich selbst auf und das nervt mich am meisten.
Im Moment bin ich wieder kurz davor alles hinzuwerfen. Weil ich mir nicht selbst die Schuld geben will. Weil ich das Gefühl habe nicht geschätzt zu werden. Und weil ich weiß, dass das falsch ist. Man versucht mich zu behalten. Ich muss nur sagen, was ich eigentlich will. Ich muss mich entscheiden.
Ich hasse Entscheidungen. Ich hasse es alleine zu sein. Ich hasse.
Wo ist meine verdammte Leichtigkeit hin mit der ich früher durch mein Leben spaziert bin? Nichts und niemand konnte mir etwas anhaben und selbst das Leiden war schön. Ja, das geht. Doch jetzt scheint alles anstrengend, alles nervt, reibt auf. Mein Kopf tut weh. Ich bin nah dran. Am Aufgeben. Kann nicht mehr. Bemitleide mich selbst und möchte nicht, dass es andere tun. Möchte es schon. Weiß es nicht.
Man muss mich hassen. Für alles, was ich habe und was ich daraus mache. Ich tue es auch.
Tränen.
Ich mache mich kaputt. Weil ich mich kaputt mache. Eine Spirale, die sich immer weiterdreht.
Schlafen. Morgen geht die Sonne wieder auf.
Hoffe ich.
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09. Mai 2010 um 16:20 |
Es geht mir gut.
Nur manchmal vergesse ich das. Liege tagelang herum und ärgere mich über all die Dinge, die ich in der Zeit mache. Vor einem Jahr habe ich mit meiner Bakkalaureatsarbeit begonnen. Ich stehe noch immer am Anfang. Ein grober Grundriss, ein paar Quellen. Ich schreibe Arbeiten übers Wochenende, weil ich es nicht schaffe über längere Zeit an einer Sache dran zu bleiben. Abgabetermine ermöglichen mein Weiterkommen. Ich will niemanden sehen und mit niemanden sprechen. Schwimme in einem See Selbstmitleid und Selbsthass. Auch wenn ich diese Worte schreibe, muss ich daran denken, was ihr von mir haltet. Da hat er alles, wovon er geträumt hat und noch mehr und ihm fällt nichts besseres ein, als darüber zu schreiben, was alles nicht funktioniert.
Früher habe ich offen darüber geschrieben, jedes Mal, wenn etwas nicht so geklappt hat, wie es sollte. Ich wollte niemanden damit belästigen, jeder konnte wählen ob er es liest oder nicht. Es ging mir gut damit. Ich konnte wieder frei atmen, sobald ich die Gedanken hinausgelassen hatte. Manchmal kam etwas nettes zurück, manchmal nicht. Dann wurde mir gesagt ich solle damit aufhören. Die Emotionen, zumindest die negativen, würden meinem Vorankommen schaden. Ich habe aufgehört. Nur noch kleine Botschaften, die ich hinausgeschickt habe. Es hat auch funktioniert. Aber nicht gut. Ich möchte das nicht mehr. Möchte nicht mehr Dinge zurückhalten bis sie sich tief in meine Gedanken geätzt haben. Manche werden es nicht verstehen. Damit muss ich zurechtkommen. Vielleicht schadet es dem Bild, das andere von mir haben. Auch damit werde ich zurechtkommen. Der Spinner, der seine Gefühle ins Internet schreibt.
Ich bin keine kaputte Persönlichkeit. Glaube ich zumindest. Nur manchmal habe ich Momente, in denen ich in ein tiefes Loch falle. Ich will niemanden damit belästigen. Schreiben hilft mir wieder heraus zu klettern. Ich spüre schon jetzt, während ich diese Worte schreibe, dass es mir besser geht. Ein bisschen wie ein Sonnenaufgang. Das schreiben hat mich einige Jahre begleitet und ich will, dass es das wieder tut. Es gibt mir halt indem es mir Last abnimmt. Es schafft Struktur, ordnet meine Gedanken. Vieles ist einfacher, als es im ersten Moment scheint.
Lasst die Worte sprießen.
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03. Mai 2010 um 01:19 |
Losgezogen um das Leben kennen zu lernen. Es ist knapp drei Jahre her, dass ich meine Heimat verlassen habe. Unterwegs war ich schon länger. Der kleine Junge, der genug hat vom Leben. Ich habe mich vermutlich nicht besonders von den anderen unterschieden. Die erste Liebe, unglücklich. Sieben Jahre habe ich mich daran festgeklammert. Das war nicht ganz gewöhnlich und dann habe ich entdeckt, dass vieles anders scheint als es ist. Ich bin geflüchtet in eine Welt, wo ich mich selbst definieren konnte und nicht davon abhängig war, was andere über mich sagten. Ging es daneben, konnte ich von vorne beginnen. Die Kontakte nicht zu nahe kommen lassen, damit es nicht weh tut, wenn sie wieder verschwinden. Ich habe gedacht, ich würde mit den anderen experimentieren, doch am Ende war es ich selbst, über den ich mehr erfahren habe.
Das schreiben hat mir immer geholfen. Am Boden zu bleiben und abzuheben. Ich habe zurückgeschaut, was ich alles geschafft habe und was nicht. Was mir gefallen hat. Mit einem Gedanken in der Zukunft. Da könnte es hingehen. Kleine Filme, wie es aussieht. Es gab Texte, die mir gezeigt haben, wo ich hin möchte. Grenzen sollen fallen, über sich selbst hinauswachsen. Ich kann es nicht glauben, wie weit ich gekommen bin. Dinge von den ich geglaubt habe, dass sie wichtig sind, haben sich als nichtig herausgestellt. Andere dafür sind in den Mittelpunkt gerückt. Ich habe noch immer ein Problem damit, wenn mir etwas zu nahe kommt. Angst ich könnte daran zerbrechen. Oder jemand anders. Nähe bremst. Den Fall. Das musste ich lernen. Es geht manchmal sehr schnell hinauf und dann ist es gut, wenn man nicht alleine ist. Einsamkeit ermöglicht großartige Texte, aber machen auf Dauer nicht glücklich. Jedenfalls nicht mich. Ich habe gelernt wie es ist heim zu kommen.
“Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss.” stand auf einem Plakat im Arbeitszimmer meiner Mutter. Ein Zitat von Johann Gottfried von Herder. Ich habe es nie verstanden bis ich anfangen musste zu erklären. Wer ich bin, was ich mache, warum ich es mache, was ich damit erreichen will, warum ich was nicht mache, wie lange es noch dauert, wieso und überhaupt. Man wird müde. Passt sich an und schlüpft in Rollen, die einem angeboten werden. Gedanken werden nicht mehr ausgesprochen und vieles versteckt man, weil es einfacher ist. Eine Welt aus Masken, die wunderbar miteinander funktionieren aber nicht das sind, was hinter ihnen ist. Funktionierende Gesellschaft. Ich darf trotzdem lächeln hat man mir gesagt. Und das mache ich.
Mit Freunden zusammensitzen. Bei gutem Essen. Man lacht und genießt. Das Leben ist schön. Ich bin dankbar für all die Dinge, die sind. Den Menschen, denen ich mich nicht erklären muss. Die mich akzeptieren. Einfach so. Man kann Fragen stellen. In Frage stellen. Muss man auch hin und wieder. Aber nicht alles darauf aufbauen. Viel mehr dem Gefühl folgen und den Kopf unterstützen lassen. Ich kann mir alles zurechtdenken, doch will es nicht. Die Menschen um mich und die Frau an meiner Seite. Es fühlt sich gut an.
Wenn sich die Welt weiter dreht, will ich sie nicht aus den Augen verlieren. Ihnen in die Augen schauen, sich erinnern und neues erleben. Weil es richtig ist.
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