26. April 2010 um 13:30 |
Das schöne am Blog. Niemand kann einem dreinreden. So zumindest die Grundannahme. Sobald man tiefer geht bemerkt man schnell, dass es darauf ankommt welche Priorität man ihm gibt. Würde ich für eine Zeitung oder einen Verlag schreiben, könnten meine Texte zurückgewiesen werden. Falls angestellt, fliege ich dann raus, wenn ich so weiter mache. Im Blog habe ich die Verantwortung, was veröffentlich wird und was nicht. Und damit bin ich es, der einschränkt.
Projektpartner, die mit der Offenheit, die in mir verwurzelt ist, nicht zurechtkommen, haben mich damals bewegt hier anzufangen. Etwas abseits von der Aufmerksamkeit. Noch immer an einen Charakter gebunden, eine Maske, aber nicht mehr direkt an meine Person. Der Text soll im Mittelpunkt stehen. auch die Dinge zwischen den Zeilen und Texten. Kleine Puzzlestücke, nicht alle passen zusammen. Man muss beginnen weitere Dimensionen hinzuzufügen. Die Zeit etwa. Doch nie wird man es schaffen ein vollständiges Abbild von einem einzelnen Zeitpunkt zu sehen. Man muss die Schichten in einander verlaufen lassen, vielleicht die Augen etwas zukneifen und man wird, zumindest verschwommen, etwas erkennen.
Im Moment möchte ich beide Masken recht unabhängig voneinander heranzüchten. Irgendwann eine davon töten. Oder sie wieder zusammenführen. In meinen Fantasien ein ganz großartiges Ereignis. Der Höhepunkt eines Experiments. Leben. Oder es wird nie passieren. Kann ich jetzt ja noch nicht genau sagen. In mir ist es ja schon geschehen und tut es immer wieder, wird weitergesponnen und verbessert. An die Grenzen getrieben. Kopfkino.
Der Blog kann Zufluchtsort sein. Für die Worte, die sonst keinen Platz finden. Er kann Türen offnen und Speerspitze sein. Was man daraus macht, was man machen will. Oder man schreibt einfach. Lässt die Worte sprudeln, die Sätze über den Bildschirm laufen ohne sich zu lange damit aufzuhalten, warum man das macht. Tut auch gut. Selbsttherapie und fortgeschrittener Persönlichkeitsworkshop. Auseinandersetzung mit dem Selbst und dem Leben.
Geil wäre auch wieder einmal eine Geschichte.
Ich will wieder mehr schreiben, weiß aber noch nicht, wie ihr das seht. Lieber mehr txt und dafür nicht immer ganz hübsch oder weniger und dafür der Versuch von einer glitzernden Perle nach der anderen. Auch wenn das zu langen Pausen führen kann.
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25. April 2010 um 20:26 |
Ein Zeichen meiner Zeit. Die Vermischung der Sprachen. Und es hat schon immer statt gefunden. Immer war jemand dafür und andere dagegen. Hier kann mir niemand etwas sagen. Kontrolliere jegliche Kommunikation. Ich mag Kritik. Meistens macht sie mich stärker. Nur manchmal habe ich Angst, dass sie mich so in die Ecke drängt, dass ich meine Meinung nicht mehr ändern kann.
Gewalt erzeugt Gegengewalt. Druck Gegendruck. Das lehrt uns schon die Physik. Ich mag solche Vergleiche nicht unbedingt, stehe aber total auf Metaphern. Für alles. Daher schreibe ich auch so oft über Masken, weil es erleichtert Dinge, die ich noch nicht direkt bezeichnen, erfassen kann zu umschreiben. Damit umzugehen. Flucht oder Angriff. Und hundertausend Dinge dazwischen. Aufbrechen der Linearität und manchmal das damit verbundene zerstören der Kommunikationsmöglichkeit. Wenn man sich nicht mehr darauf verlassen kann, was in der Vergangenheit war. Ich werde konservativ. Und doch schreibe ich meine Vergangenheit selbst. Jeden Tag. Sie wird ständig angepasst. Manchmal verfälscht. Ich picke die Dinge heraus, die ich gut finde und ändere den Rest. Manches kann man als Negativbeispiel nehmen, doch nicht immer will man daraus lernen. Der Satzbau spielt nicht mit sich selbst sondern wiederholt sich einer langweiligen Zusammensetzung aus sich selbst. Wortwiederholungen, die den erfahrenen Leser stocken lassen. Kurzes aufwürgen. Es tut mir Leid. Heute nicht die Geduld mich damit zu beschäftigen. Auch keine Lust den Text zu lesen. First Take. So sagt der Winks. Ich nenn es Freiheit und stoße sie damit.
Ich mag Party. Noch mehr mag ich es allein zu sein. Gespräche mit einzelnen Freunden. Oder Fremden. Kerngruppen, die sich untereinander kennen. Und dann muss ich mir eingestehen, dass ich Menschen auf Distanz halte. Konzept Freundschaft sieht bei mir etwas anders aus. Niemand den ich mindestens einmal pro Woche treffe. Außerhalb der Arbeit. Und dort bin ich aktuell am überlegen das Private niederzubrennen. Würde einige Dinge einfach machen. Und andere komplizierter. Ich halte mir ein größeres Netzwerk mittelfester Kontakte. Sie kennen Dinge, die meine Familie nicht weiß. Aber das ist nicht besonders schwer. Sie bekommen mehr von meinem Leben mit als enge Freunde. Teilweise. Eine wunderbare Freundin, auf die ich immer zählen kann. Zwei Freunde, die nicht in meiner Nähe sind, aber immer für mich da. Fünf Freunde, die ich regelmässig sehe. Lebenstechnisch verheiratet, am Hausbauen, in der Planung. Ich mag sie sehr und die gemeinsamen Abende erfüllen mich mit Freude. Das Büro. Zwei Menschen nah und fern. Sie haben mich auch verändert. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das alles gefällt. Meine Familie ist mir etwas fremd geworden, als ich gegangen bin. Doch die Entfernung lässt mich wieder näher rücken. Ich freue mich, wenn ich in der Heimat bin. Meine Großmutter mit der ich über Politik und die Welt diskutieren kann. Meine Mutter mit der ich herumschreie. Mein Vater, die Ruhe selbst. Von ihm habe ich viel gelernt. Und meine Schwester, die nicht immer einfacher, aber auch super ist. Die Räder drehen sich, ich springe auf ihnen herum. Entscheide mich für das glänzende. Das andere zerläuft und ich lege mich an den Strand. Die Sonne scheint. Zweihundert Menschen, mit denen ich reden kann, denen ich nahe bin. Vierhundert Menschen die viel über mich wissen. Manche mehr, andere weniger. Unbekannte Leser, die immer wieder kommen. Blogger, die ich nicht kenne. Menschen, die mir Mails schreiben. Ich fühle mich nicht einsam. Genieße es mich nicht verpflichtet zu fühlen. In meinem Kopf ein Netz, das mich fangen kann. Das nicht kaputt geht, wenn einzelne Knoten wegbrechen. Danke. Dass ihr da seid.
Wochenlang ohne direkten Kontakt. Muss nicht sein, aber einige Tage sind kein Problem. Ich liebäugle mit einer Wohnung für mich alleine. Mein Mitbewohner ist großartig, nervt nicht und ist doch da. Gemeinsames kochen, aufgeteiltes putzen und keine Verpflichtungen. Kein Streit. Ich bin ja sehr harmoniebedürftig und kann Konflikte nur schwer ertragen. Muss alles lösen und glaube an das Gute. Die Wohnung müsste nicht groß sein. Würde ich Freunde einladen, selten mehr als drei. Meist wäre ich alleine. Introvertiert. Ich habe gelernt mit Menschen auf Veranstaltungen umzugehen, aber es macht mir wenig Spaß. Synchrone Kommunikation mag ich nur mit Menschen, die ich kenne. Schweigen ebenso. Der Smalltalk mit anderen erscheint mir meist nutzlos, auch wenn er als Aufbau gesehen werden kann. Analysieren als Hobby. Ich das Subjekt und Objekt zugleich. Weitergehen.
Mein Leben bin ich. Sein. Gutes tun des guten wegen. Küssen wegen der Liebe. Reden weil es weiterbringt. Näher bringt. Sein ist Sinn. Mehr Heute als Morgen. Vergangenheit ist Erinnerung. Spaß, Glück, Zufriedenheit. Und wie gut ich leiden kann.
Nehmt mich mit auf eure Reise. Durch die Welt, wie ihr sie seht. Wie ihr Menschen wahrnehmt. Freunde. Beziehungen.
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21. April 2010 um 02:15 |
Menschen sind zerbrechlich. Zumindest bin ich es. Doch, weil es die einzige Möglichkeit ist zusammenzuleben geben wir uns feste Persönlichkeiten. Wir imitieren andere, versuchen zu optimieren und uns zu entwickeln. Auslandserfahrung soll ganz toll sein. Ausland bedeutet auch einen kurzen Zeitrahmen zu haben, um sich auf andere einzulassen und ebenso von diesen angenommen zu werden. Wer nicht ein beständiges Bild bietet, wird kritisch beäugt. In der Schule, der Universität, bei der Arbeit hat man Zeit. Man befindet sich in einer Umgebung, wo das zusammen zweitrangig ist. Tätigkeit als fixe Gemeinsamkeit. Dennoch bilden sich Intrigen und schon wieder hat man ein Problem, wenn man nicht konstant ist. Jede Abweichung wird als Beweis genommen. Was bewiesen werden soll ist nicht immer klar. Selbstsüchtig sind fast alle. Mit kleinen Sticheleien kann man weiterkommen, nicht viele Gedanken was es bei den anderen bewirkt. Es wäre falsch immer den Vortritt zu gewähren, niemanden in den Weg zu kommen. Noch ist es nicht möglich, dass wir nebeneinander leben. Noch leben wir gegeneinander. Ich fantasiere. Von einer Welt mit einer anderen Denkweise. Nicht Geld sondern Gesellschaft und Technologie treibt mich an. Was möglich ist. Nur gemeinsam zu erreichen. Und es kommt allen zugute. Wir müssen uns keine Sorgen darüber machen, wo wir etwas zu essen bekommen, wo wir schlafen. Auch nicht ob der Sturm die Ernte zerstört. Ob die nächste Krise unseren Arbeitsplatz und somit unser Leben zerstört. Für mich geht es darum, wie man Dinge besser machen kann. Nicht um mehr daran zu verdienen, sondern dem besser machen selbst wegen.
Oft drehe ich mich im Kreis. Es hilft Gedanken zu vertiefen, weiterzuspinnen, zu verstehen. Einer stößt den nächsten an. Ich bin. Mehr kommt da nicht. Mehr muss nicht. Das sein alleine reicht. Und wenn ich nicht mehr bin, ist es auch in Ordnung. Erst dachte ich, dass ich immer klein bleibe, doch dann wurde ich älter. Dinge ändern sich. Menschen ändern sich. Ich habe begonnen Distanz zu schätzen. Es war schmerzhaft. Kommt mir bloß nicht zu nahe. Dachte ich. Keine Verantwortung übernehmen macht das Leben einfach. Einfacher. Ein bisschen. Überall gibt es Grenzen. Alleine ist man weniger zu zweit. Weniger gemeinsam. Und so habe ich gelernt Nähe wieder zu schätzen. Ich habe diese wunderbare Frau kennen gelernt. Wir mögen uns in vielen Bereichen unterscheiden, doch in einem gleichen wir uns. In der Liebe, die wir füreinander empfinden.
Ich kann Menschen nicht leiden sehen. Habe irgendwann begonnen mich wegzudrehen. Die Erkenntnis, dass man die Welt nicht retten kann. Doch man kann da sein. Für die Menschen, die einem wichtig sind. Es ist nicht viel. Es hilft. Da sein. Das will ich. Kein schlechtes Gewissen. Ich bin es gerne. Ich betrachte Dinge auf unterschiedlichen Ebenen, erscheine manchmal abwesend, teilnahmslos. Ich verstehe nicht alles, doch versuche es. Manchmal klappt es auch.
Normale Menschen gibt es nicht. Nur solche, die gut damit zurecht kommen, was sie aus sich gemacht haben. Sich nicht ändern wollen, nicht ändern brauchen. Menschen sind zerbrechlich. Mit genügend Kleber und einem dicken Tuch kann man das verdecken. Fragen können daran ziehen, bis man fällt. Um aufzustehen. Es geht rauf und runter. Die Gerade würden wir gar nicht spüren. Ein ständiges steigen ist möglich, doch ich sehen mich nach den Unterschieden. Beschleunigen und Bremsen. Fast aus der Kurve fliegen, auf und ab.
Ich bin.
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