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Archiv für Dezember, 2008

Zukunftismus

Wir sind alle Menschen, machen alle Fehler. Manche mehr, manche weniger. Große und kleine. Wir lügen. Erfinden Dinge und verändern Erinnerungen. Bewusst und unbewusst.

Guten Tag, mein Name ist Looka. Ich arbeite und studiere. Ich bin arrogant. Manchmal. Auf der Suche nach einer nicht existenten Wahrheit und versuche mich selbst zu erschaffen. Unsere Persönlichkeit als solche können wir selbst bestimmen. Wir formen uns und traineren bestimmte Reaktionen. In Extremsituationen, wo angeblich der wahre Charakter gezeigt wird, kommen diese angelernten Mechanismen zum Vorschein. Wir lernen sie durch all die Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen. Wie sieht man einen Menschen. Hilft man der alten Dame oder geht man vorbei. Gibt man Trinkgeld oder sagt man sich, dass man das Geld für einen selbst wichtiger ist. Ist man genüsslich oder stopft man in sich hinein. Macht man eine Sache oder schiebt man sie auf. Geht man freundlich auf jemanden zu oder funkelt man ihn schon aus der Entfernung an. Jede noch so kleine Entscheidung, die wir treffen, oft geleitet von bisherigen Erfahrungen, erzeugt neue Erfahrungen, die uns in Zukunft erneut beeinflussen werden. Dennoch können wir, wenn wir stark genug sind, es uns zumindest sagen und es in Folge auch sind, diese Entscheidungen selbst treffen und somit unseren Charakter beeinflussen. Daher ist es nur eine Ausrede, wenn man sagt, dass man eben so ist. Es zeigt lediglich, dass man sich in der Vergangenheit so verhalten und sich dieses Muster antrainiert hat. Man gewöhnt sich daran und es ist einfacher danach zu handeln als die eigenen Gewohnheiten aufzubrechen und etwas neues auszuprobieren.

Wir leben in einer relativ freien Welt. Können Entscheidungen treffen. Wir müssen nur wollen. “Aber wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich gar nichts wollen. Ich weiß aber, dass alle etwas wollen sollen”. Das Leben relativiert sich so oft und viele bekommen es gar nicht mit. Wir warten auf das morgen, nehmen uns Dinge vor und machen nicht einmal die Hälfte. Unsere Träume schieben wir vor uns her bis wir sagen, dass das gar nicht so wichtig ist. Und dann ist sowieso jeder irgendwie glücklich. Wir haben ja gelebt. Irgendwann. Geile Jugend. Oder Studentenzeit. Ja, doch. Da haben wir Parties gefeiert und so. Wir haben davon gesprochen, was wir einmal werden wollen. Wie wir die Welt verändern und uns nicht dem System beugen. Dass wir anders sind und es immer bleiben werden. Die Vorbilder ein paar Musiker aus längst vergangenen Zeiten. Oder Künstler. Und dann ist uns irgendwann das Geld ausgegangen. Wir haben Jobs angenommen und unser Leben gelebt. Ein Leben im klassischen Sinne. Wir hatten alles, was wir brauchten und lebten unsere Träume im kleinem. Vielleicht. Irgendwann muss man ja auch erwachsen werden.

Doch was heißt dieses erwachsen werden, dass mir immer wieder vorgesetzt wird? Für mich ist erwachsen sein mit Verantwortung übernehmen gleichzusetzen. Verantwortung für sich und andere. Für Verantwortung braucht es Vertrauen. In sich und andere. Doch wenn ich mir selbst nicht mehr glaube, dass ich das umsetze, was ich mir erträume, kann ich mir auch nicht vertrauen, da ich offensichtlich weiß, dass nicht geht, was ich will. Probiert habe ich es nicht. Schließlich weiß ich ja, dass es nicht klappt. Und würde ich es probieren, würde ich mit meinem Versagen nur beweisen, dass ich Recht hatte und somit mir selbst vertrauen kann. Jedoch nicht meinem Optimismus, sondern dem Pessimismus. Womit ich wieder an meiner Persönlichkeit gefeilt habe und in Zukunft noch weniger an meine Träume glauben werde. Diesen Kreis gilt es zu zerstören. Wenn man es will. Man muss es nicht wollen. Ein Leben im klassischen Sinne ist nicht schlecht. Solange es nicht meines ist.

Ich will meine Träume nicht aufgeben. Ich will sie auch nicht mit leeren Phrasen besänftigen, sondern sie auf ein realistisches Niveau heben, das weit weg von der Erfahrung sein kann. Ich will mich entscheiden, was mir wirklich wichtig ist und dennoch wissen, dass ich meine Meinung ändern kann. Nicht von einem Tag auf den anderen. Aber in einem regelmäßigen Prozess meine Routinen neu formen. Zum glücklich sein, muss man nicht seine Träume leben. Man kann sein Leben als Traum verpacken oder es zumindest als solchen hinstellen und schon kehrt das Gefühl der Zufriedenheit ein. Wer im Überfluss hat, muss sich nicht anstrengen. Wer nicht fällt, kann nicht wieder aufstehen. Wer nicht läuft, kommt nur langsam weiter. Wer nicht springt, weiß nicht ob er es geschafft hätte. “Und wir scheitern immer schöner”

Und wenn ich zwei Träume habe, dann habe ich zwei. Wenn ich beide verwirklichen will, werde ich das auch. Da kann man mir noch so oft sagen, dass es schon unrealistisch ist mit einem fertig zu werden. Es ist mir egal. Und wenn die Erfahrung euch immer wieder zu Boden gerungen hat, dann wird sie auch mir ein Bein stellen. Oder zwei. Doch die Zukunft lässt sich nicht voraussagen. Wir wissen nicht einmal, ob wir einen Einfluss darauf haben. Doch wenn wir nichts daran ändern können, spielt es auch keine Rolle ob ich es probiere oder nicht. Und wenn doch, dann bin ich auf der sicheren Seite. Auf der sicheren Seite von etwas seitenlosen. Und die Worte werden sprießen. Wenn der Tag mich davon abhält, werde ich es in der Nacht tun. Vielleicht wache ich nicht mehr auf und vielleicht werde ich tausend Jahre alt. Ich kann nicht auf alles vorbereitet sein und ich kann nicht alles beachten. Ich kann aber das sehen, was ich sehe und das lernen, was mir andere mitteilen und daraus den Weg für mich selbst finden. Einen Weg, der jeden Tag, jede Stunde und Minute angepasst wird und aus der Erfahrung versucht vorherzusagen. Auch wenn die Erfahrung an sich das Ziel ausschließt. Wir sind es, die die Zukunft ändern. Können. Oder auch nicht.

Meine Zukunft. Die Worte und Gedanken.

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Schreibrad

Es sind nur ein paar Worte. Jeder kann das. Man muss sie nur packen und dann hintereinander hinstellen. Hin und wieder ein Satzzeichen. Man muss nicht einmal auf die Grammatik oder sonstige Zwänge achten. Vollkommen frei.

Das Leben dreht auf. Heute habe ich erfahren, dass die Stützräder von meinem Fahrrad abgenommen werden. Es ist blau. Mit einem glänzendem Schriftzug. Ich soll alleine fahren. Selbst den Weg finden und am Ende wieder zurück kommen. Wenn ich nicht mehr weiter weiß, reicht es zu schreien. Hilfe wird da sein. Es ist eine tolle Möglichkeit für mich. Doch es bedeutet auch loszulassen. Von diesem sicheren, von diesem gemütlichen Leben. Ich kann mich nicht ausruhen. Bleibt das Rad stehen fällt es um. Vielleicht ist dann nicht mehr genug Kraft da, um mir wieder aufzuhelfen und erneut einen Schubser zu geben. Bisher konnte ich mich auf die Seiten lehnen, wie es mir gefiel. Nun muss ich aufrecht fahren. Ich muss mich auf das konzentrieren, was ich mache. Selbst lenken. Doch mit der Übung kommt das Können. Vielleicht wird es gar nicht so lange dauern und ich werde sicher genug fahren können, um mehr in die Landschaft zu schauen. Die Umgebung genießen. Wenn ich schnell genug fahre, kann ich mir auch einmal eine Pause gönnen. Mich ins Gras legen und die Wolken beobachten, wie sie vorbeiziehen.

Man lernt es schon in der Volksschule. Ein bisschen auf der Tastatur herumtippen und schon stehen die paar Zeichen da. Kein Aufwand im Vergleich zu einem Kunstwerk. Bei einer Zeichnung zum Beispiel braucht man Gefühl. Wie die Farben zusammenspielen, welche Verhältnisse man braucht.

Loslassen von Gewohnheiten. Aufbrechen in eine Ebene. Es wird mir schwer fallen einige Dinge hinter mir zu lassen, doch es muss sein. Ich stecke in einer Entwicklung und möchte nicht damit aufhören. Besser werden. In vielen Bereichen. Ich fahre verschiedene Schienen, die sich hin und wieder kreuzen. Sich gegenseitig stärken. Eine neue Art zu kommunizieren. Eine neue Art zu schreiben. Eine neue Art zu arbeiten. Ich kann nicht schlafen. Wache immer wieder auf. Mein Kopf dreht sich. Die Gedanken darin kreuz und quer. Ich muss ein paar Dinge für die Zukunft regeln. Damit sie mir nicht später dazwischenfunken, wenn ich es nicht haben kann. Vielleicht irgendwann mit einem Paukenschlag wieder zusammengebracht. Doch bis dahin Schweigen. Vertrauen in die, die es bereits wissen. Mit genug Recherche lässt sich vieles herausfinden. Aber wenn sich jemand diese Arbeit antut, wird er einen Grund haben. Und der Grund wird sein, dass ich weit genug gefahren bin, dass mich ein kleiner Windstoß nicht umwerfen kann. Im Gegenteil werde ich den zusätzlichen Sauerstoff nutzen können, um stärker zu werden.

Zum schreiben braucht man Gefühl. Man entwickelt es mit den Worten. Manche schneller, manche langsamer, manche gar nicht. Es gibt verschiedene Stile mit denen man experimentieren kann. Seinen eigenen finden. Hier habe ich keine Grenzen.

Schreibweisen

Und was schreibst du wieder einmal andere Texte? Nicht nur Situationsbeschreibungen. Etwas, wo die Sätze länger als fünf Worte sind. So wie früher. Ganz früher. Und auch zu Beginn dieses Blogs. Ich kann mich noch erinnern, wie du dir Gedanken über das Leben gemacht hast. Dazwischen eine Geschichte. Eingebettet in die Gedanken. Oder auch umgekehrt.

Ich nehme meine Tasse. Guten Morgen Tee. Er ist nur noch lauwarm. Schmeckt trotzdem noch. Stelle sie wieder auf das Regal neben meinem Bett und lege den Laptop auf meine Oberschenkel.

Ich denke nur noch selten darüber nach, was ich eigentlich schreibe, warum ich es schreibe und wer es liest. Ein Zweitblog. Es muss nicht jeder wissen, dass ich ihn habe. Man muss nicht einmal wissen, dass ich einen Hauptblog habe. Dennoch schreibe ich es. Auch dass der Hauptblog fünfzig Mal so viele Besucher hat. Dass selbst meine Mutter ihn inzwischen liest und er auf meiner Visitenkarte steht. So kleiner Blog ist da viel angenehmer. Ich nennen ihn gerne privaten Blog. Der andere ist nur persönlich, nicht privat. Dinge, die ich hier veröffentliche, würde ich inzwischen dort nicht mehr schreiben. Die Welt ist noch nicht bereit für Ehrlichkeit. Vielleicht wird sie es nie sein.

Die Kopfschmerzen werden wieder schlimmer. Ich lehne den Kopf an die kalte Wand. Schließe die Augen. Sehe den Strand vor mir. Sonnensand II. Ein kalter Schauer rollt über meinen Körper. Luft drückt gegen mein Ohr. Oder Blut. Es hat aufgehört zu schneien.

Lüge. Ich denke beinahe immer daran, was ich schreibe und für wen. Zumindest so lange ich nicht schreibe. Dann nicht mehr. Meistens zumindest. Manchmal überkommt es mich auch da wieder. Das schönste ist, wenn ich in einen Flow komme und nur noch zuschauen muss, wie die Buchstaben am Bildschirm erscheinen. Ich kann sie kontrollieren, bessere manchmal einen Tippfehler aus, aber ich weiß nicht immer, was ich schreiben werde bevor es am Bildschirm erscheint. Ich muss nicht erst nachdenken und die Worte in meinem Kopf formen. Sie kommen heraus. Einfach so. Direkt über die Finger. Ich frage mich, ob der Text schon fertig wäre, wenn die Hürde der Übertragung nicht bestünde. Ist der Text schon fertig oder entsteht er im Moment des Tippens. So wenig weiß ich darüber, was in meinem Kopf passiert. Ich schaue zu und staune.

Auf dem Regal gegenüber stehen drei Energy-Drinks. Einer davon beinahe ein Jahr alt. Mir gefällt die Dose. Trinken werde ich sie nicht. Vielleicht einen kosten. Werbegeschenke. Der restliche Raum ist Chaos. Kleidung, die überall verteilt ist. Die Ausrede, dass ich krank bin.

Vier Staffeln einer amerikanischen Fernsehserie. Damit habe ich den Großteil des Wochenendes verbracht. Dabei liegen großartige Bücher neben mir. Drei privat und eines beruflich. Wobei sich alles vermischt. Bei fünfzigtausend Worten gebe ich bekannt, dass ich hier schreibe. So zumindest der Plan. Momentan stehe ich etwa bei der Hälfte. Die Welt wird nicht plötzlich dafür bereit sein, aber ich schreibe auch nicht, was ich mache, sondern wie es sein könnte, wenn ich es machen würde oder wie es war, wenn ich es anderes gemacht habe. Manchmal ist der Kern wahr, manchmal der Gedanke, manchmal alles und manchmal nichts. Das ist auch das schöne am schreiben. Es ist nicht eine Geschichte. Es sind tausende. Oder auch nur zwanzig. In jedem Kopf entsteht eine andere. Ich stoße nur an. Gebe grobe Linien vor. Manchmal erzeuge ich auch nur ein Bild. Was daraus entsteht liegt nicht in meinem Einflussbereich.

Ich stehe auf. Die Heizung etwas hochdrehen. Sonst werde ich nicht gesund. Glaube ich zumindest. Ist auch nicht so wichtig. Der Boden ist kalt. Und weiß. Bevor ich wieder unter die Decke schlüpfe, fülle ich die Tasse noch einmal mit heißem Tee.

Nein. In letzter Zeit schaffe ich es nicht mehr so zu schreiben, wie früher. Vielleicht fehlt mir die Inspiration, vielleicht hat sich mein Stil auch einfach nur weiterentwickelt. Es ist ja schon lächerlich, dass ich wieder übers schreiben schreibe. Da sollte mir einmal jemand schreiben und sich beschweren. Ein Versprechen muss ich auch noch einlösen. Ich werde probieren untertags zu schreiben. Vielleicht kommt dann etwas anderes raus. Etwas mehr Leben. In der Nacht habe ich immer mich und Party in Gedanken. Zumindest in letzter Zeit. Vielleicht wirft mir auch jemand ein paar Worte zu. Mit denen ich spielen kann.

Scheißgedanken

Scheiße. Ich schiebe den Bügel der Tasche wieder höher auf die Schulter. Die Straßenlaternen leuchten alle Ecken aus. Scheiße. Ich drehe mich um. Paranoide Art. Seit ich mich erinnern kann. Früher bin ich manchmal nach Hause gerannt. Ich hatte immer das Gefühl, es wäre jemand hinter mir. Beruhigend, wenn ich jemanden verfolgt habe. Nur so. Ohne die Person zu kennen oder ihr näher kommen zu wollen. Nur das Gefühl, nicht hinten zu sein. Scheiße. Ich huste. Spüre den salzigen Schleim in meinem Mund. Muss spucken. Ich bin allein. An einer Schnur aufgereiht stehen die Autos da. Manchmal überlege ich auf eines raufzuklettern und über die Autos weiterzugehen. Mich reizt das Verbotene. Nur noch selten. Die Ampel blinkt gelb. Das ist orange habe ich immer gesagt. Ist es auch. Aber man nennt es gelb. Und da sagt man meine Texte machen keinen Sinn. Sollen sie auch nicht. Nicht immer. Scheiße. Ich möchte mich mitten auf die Straße legen. Liegen bleiben. Unter mir der kalte Asphalt. Die Arme von mir strecken und in die Sterne schauen. Gibt es hier nicht. Als ich noch jünger war. Als ich noch in diesem kleinen Dorf lebte, bin ich manchmal mit dem Nachtbus heimgefahren. Die Felder schneebedeckt. Tausende Sterne. Minutenlang stand ich da und starrte in den Himmel. Beeindruckend. Winzig klein und unwichtig. Die Handlungen ohne Relevanz. In einem erfundenem System, damit alles irgendwie funktioniert. Scheiße. Ich stehe wieder auf und gehe weiter.

Der Abend war toll. Keine Beschwerden. Nette Leute, nettes Blabla. Ich habe ein bisschen getrunken, ein bisschen gelacht. Viele schlechte Witze. Ein paar interessante Überlegungen. Jeder Abend geht irgendwann zu Ende. Bei manchen hätte man gerne, dass es früher passiert. Scheiße. Würde ich es noch einmal gleich machen? Würde ich wieder hingehen? Es spielt keine Rolle. Rein fiktive Überlegungen, die möglicherweise irgendwelche Entscheidungen in naher oder auch ferner Zukunft beeinflussen könnten. Ein ganze Leben verändern. Oder auch nicht. Scheiße. Ich will schreien, doch mein Hals hat nur ein Röcheln auf Lager. Als würde man mich würgen. Der Werbeaufsteller grinst mich blöd an. In Gedanken trete ich ihn um. Mit Schwung, sodass er noch ein paar Meter über den Boden schlittert. Scheiße. Die Schulter tut weh. Die Tasche wegwerfen. Wollte mir sowieso einen neuen Laptop kaufen. Oft nehme ich ihn nur für den Fall mit. Könnte ja sein, dass. Scheiße. Was habe ich in der letzten Woche erreicht. Woran kann man das überhaupt messen? Braucht man dafür Ziele? Ziele, die man sich gesteckt hat, um zu kontrollieren, ob man sie auch erreicht? Und nach welchen Kriterien steckt man diese Dinger? Was man sich selbst erwartet oder vielleicht die Gesellschaft? Erfolg und alles. Scheiße. Ich schließe die Augen.

Ich drehe den Schlüssel um, drücke die Türe mit dem Fuß auf. Den Gang entlang, die kleine Treppe rauf. Am Ende die Wohnung. Ich lege die Tasche auf den Schreibtisch, lasse mich auf das Sofa fallen. Ein kalter Schauer. Ich lebe im Konjunktiv. Zähne zusammenbeißen. Hinlegen. Alles spielt sich in meinem Kopf ab. Eine tolle Fantasie. Doch das war es dann auch schon. Mein Leben ist nicht langweilig. Doch weit von dem entfernt, was sich im Kopf abspielt. Meistens ganz gut. Sicherer. Vielleicht will ich das aber nicht. Das sichere Leben. Es wäre meine Entscheidung, doch ich treffe sie nicht. Ich liege auf meinem Sofa und denke nach, was wäre, wenn ich das was wäre wenn wenn weglassen würde. Wenn ich all die Dinge einfach machen würde. Und es ist der erste Schritt sie zu tun. Entzug von der eigenen Handlungsunfähigkeit. Spaß haben. Weil ich es kann. Ich muss mir manche Worte zu Herzen nehmen. Auch wenn es schwer ist. Manchmal muss man Prioritäten setzen und manchmal muss man verrückte Dinge tun. Über sich selbst wachsen und das System einmal vergessen.

Scheiße. Ich kann das.