Home Info Abonnieren

Archiv für Oktober, 2008

Kampfgeschrei

Das flache atmen in meinen Ohren. Ich drücke ihn mit meiner rechten Hand nach hinten. “Lass gut sein.” Auch wenn wir überlegen sind, wird es Wunden geben. Auch wenn wir sie der Reihe nach zu Boden ringen, werden sich ihre Nägel durch unsere Hosen bohren. Wir sind nicht unverwundbar.

Er schnaubt. Ich zerre ihn Richtung Ausgang. Frische Luft. Der Türsteger nickt mir zu. Ich zwinkere. Mach dir Freunde für die Zeiten, wo du sie brauchst. Draußen setzen wir uns auf die Begrenzungstangen aus Metall. Sie sind kalt. Über uns der Mond. Die Musik folgt uns leise. Kitzelt an meinen Beinen. Ich sehe ihn an, seine Augen sind gesenkt. Hin und hergerissen zwischen Vergeltung und Verdrängen. Zwei gegen acht. Es wäre dumm. Rational gesehn aussichtslos. Doch wir haben einen Verbündeten. Er hat sich unter sie gemischt und wird sie im entscheidendem Moment verwirren, ihre Reaktionen verlangsamen und uns die nötige Kraft geben, jeglichen Widerstand zu brechen. Wie ihre Knochen.

“Denk nicht mehr daran.” Er blickt auf, sieht mir in die Augen. Nickt leicht. Doch seine Augen funkeln. Er wird nicht ohne mich losziehen. Doch er weiß, dass ich ihn nicht im Stich lassen würde. Wenn er mir ein Zeichen gibt, bin ich bei ihm. Keine Chance uns zu trennen. Er hat mein Vertrauen das richtige zu tun. Selbst wenn es dumm ist. Lass dich nicht verarschen. Einer von ihnen will gerade gehen, öffnet die Türe uns sieht uns. Eingefroren. Sekunden steht er da. Unsere Blicke treffen sich. Er dreht wieder um, die Stiegen runter. Weg ist er. Unsere Entscheidung. In ein paar Minuten werden sie zusammen rauskommen. Rückendeckung. Lass dich nicht verarschen. Wir gehen rein. Beim Türsteher bleiben wir stehen. Beginnen mit ihm zu plaudern. Heute sei kein guter Tag. Schlechte Stimmung. Aggressionen. Lasst euch nicht verarschen. Dann kommen sie die Stiege hoch. Der Reihe nach gehen sie an uns vorbei. Starren uns an. Ein Gedanke an das Auto. Kennen sie nicht. Wir gehen wieder runter.

Ich lehne mich in meinem Sessel weiter zurück. Die Musik passt. Zu wenig Leute. Wir sind früh dran. Die meisten werdene erst in ein oder zwei Stunden kommen. Erdbeersaft. Ich schließe die Augen, genieße den Geschmack. Erinnerungen. Geschmäcker haben bei mir fast immer welche. Erdbeeren haben mit Frauen zu tun. Doch dieses Mal ist es mein achtzehnter Geburtstag. Einen Korb voller Erdbeersaft. Sehr habe ich mich damals gefreut. Die Szene genau vor Augen. Ich mach sie wieder auf. Er tanzt. Hat Spaß. Wie früher, als wir uns noch keine Gedanken gemacht haben. Einfach sein und nicht zu viel in Frage stellen. Eigentlich geht es um ein Gleichgewicht. Mein Blick schweift weiter, die Bar entlang zum DJ-Pult. Dahinter steht mein ehemaliger Fahrlehrer. Dass er auflegt, habe ich erst später erfahren. An ein paar Jungs an einem Stehtisch bleibe ich hängen.

Sprachtheater

Floskeln fliegen um meine Ohren. Der liebe Alkohol. Ein Arschloch.

Bist du noch immer der kleine Junge?

Früh begonnen, früh aufgehört. Der Einfluss der Eltern, der Freunde. Ich kann mich noch an die erste Party erinnern. Das erste Mal richtig ausgehen. Mit gefälschtem Ausweis und viel Bier. Wir haben gefeiert, wie man nur feiern kann. Eine der besten Parties. Die erste. Die Tanzfläche war unser. Die Bar genauso. Der Fotograf, mein Freund, der seinen Becher hinter den Rücken hält und ich, der ihn brav in die Kamera streckt. Meine Eltern wussten, wo ich war. Dass ich Alkohol trank. Später würden sie mich abholen kommen. Meine Mutter und meine Schwester. Ich wurde sehr liberal erzogen. Viele Freiheiten. Genausoviel Verantwortung. Grenzen testen. Ich sehe uns noch, wie wir nur noch eine kleine Gruppe sind. Wir springen und tanzen. Wir lachen. Haben Spaß. Das pure Leben. Es war das erste Mal, dass ich wirklich Spaß mit Alkohol hatte. Mit einer kleinen Ausnahme auch das letzte. Mein Freund wurde um vier von seinem Vater im Pyjama abgeholt. Ausgemacht war zwei. Spätestens.

Schau mal, die Fotzen da drüben.

Meine Augen verfärben sich schwarz. “Ich meine natürlichen die geilen Weiber.” Ich habe mich nie geprügelt. Außer mit guten Freunden. Mit den besten. Er spürt meinen Blick. Abwertend und wütend. Man kann sich gerne über mich lustig machen. Man kann meine Eigenheiten durch den Kakao ziehen. Witze über Nazis machen. Über Ausländer. Behinderte. Doch ich verstehe nicht alle Witze. Will manches nicht als Witz verstehen. Wenn Dinge zur Routine werden. Ich kann es nicht ausstehen. Meine Atmung wird langsamer. Ich schließe kurz die Augen. Betrunken werde ich nicht wahr genommen. Der ist ja noch jung. Habt Spaß, aber redet keinen Unsinn. Die Tanzfläche. Ihr Ziel. Doch nicht ihrer, Füße sondern der Augen. Alles das sie beschäftigt, das Hinterteil einer tanzenden Frau. Dafür wird auch der Sitzplatz geändert, um einen besseren Blick zu haben. Ein Schluck Mineral. Ich werde Dinge, sagen, für die man mich am liebsten schlagen würde, doch man kann nicht.

Wirklich?

Ja. Ich bin nämlich total unfähig Sätze ironisch zu betonen. Es läge mir auch vollkommen fern, deshalb zu übertreiben oder ganz offensichtlich mit falschen Fakten zu spielen. Möglicherweise will ich auch nur nicht mit meiner Dummheit, meinem Unwissen auffallen. Deshalb posaune ich es raus und behaupte einfach, dass es Ironie ist. Ich gebe zu, manchmal bin ich gemein. Ich weiß sehr genau, wer was wie verstehen wird. Ich spreche paralell auf mehreren Ebenen und freue mich, wenn es funktioniert. Nicht einmal, dass mich manche anders verstehen, weil ihnen bestimmtes Wissen oder die Gabe Dinge so zu erkennen, wie ich sie ausspreche, fehlt, sondern einfach weil es funktioniert. Der kurze Moment, wo jeder Gesprächspartner davon überzeugt ist, es richtig verstanden zu haben. Manchmal kommt man da nicht mehr sauber hinaus. Man verliert dadurch an Integrität.

Do you speak english?

I don’t think so. There are so many people, who tell me that my english is horrible and I believe them. Most of the time, I speak or write english, I just translate german vocabs into english. It works well and nearly everybody does unterstand me, but it’s false. You can see it. Does Punctuation says anything to you? I like to read in english, I normally watch series, like Dexter or Chuck, or films in english. This is definitely not the problem. I, at least, think that I understand about ninty percent. I have to. The Internet is english. So i use easy sentences or take my german grammer. Somtimes, when I go through the empty streets at night, I begin to speal to myself. In english. It’s more fun, than in german and you can pronounce it much more enthusastic.

Und was willst du einmal damit machen?

Ich weiß es nicht, aber ich freue mich darauf.